04. Juli 2021, 19:41 Uhr

Immobilien zahlen sich aus

04. Juli 2021, 19:41 Uhr

Trotz Corona und Kreditflaute hat sich die Volksbank Feldatal im Vorjahr wacker behauptet. »Dies ist die schönste Folie«, sagte Vorstand Günter Benda in der Mitgliederversammlung über die Entwicklung des Eigenkapitals. Stattliche 25 Prozent Zuwachs verzeichnet man auf dem Rücklagenkonto, was vor allem durch den Verkauf eines Hauses in Frankfurt zustande kam.

Das zeigt, wie vorausschauend die kleine Bank war, als sie bereits vor Jahren auf Immobilien im Ballungsraum setzte. Inzwischen bringen die Mieten mit rund 1,3 Millionen Euro pro Jahr mehr ein als das Kreditgeschäft, das traditioneller Weise das Standbein klassischer Banken ist.

In seinem Grußwort an die Versammlung in der Feldahalle betonte Bürgermeister Leopold Bach die Verbundenheit der Kommune mit der Genossenschaftsbank. »Gerade in diesen Zeiten ist es wichtig, solch einen Freund an der Seite zu haben«. Vorstand Stefan Wiederspahn weitete diese Sicht auf die Bundesebene aus. Die deutschen Regionalbanken hätten sich auch in der kritischen Coronazeit als sehr stabil gezeigt. Bei der Volksbank Feldatal haben sich die Risiken von Kreditausfällen »trotz Corona in keinster Weise« erhöht. Wiederspahn nimmt an, dass eine Insolvenzwelle in der Wirtschaft erst in den Jahren 2022 und 2023 kommt.

Benda verwies auf eine um 7,7 Prozent höhere Bilanzsumme. Die Spareinlagen sind gestiegen, das Kreditgeschäft ist zurückgegangen. Erfreulich sei, dass die Mitarbeiter der Volksbank weitere Kunden gewinnen konnten. Bei geringen Einnahmen aus dem Zinsgeschäft hat die Bank aus der Vermietung von Wohnungen rund 1,3 Millionen Euro eingenommen. Das Finanzinstitut hat in Immobilien in Frankfurt, Bad Homburg, Friedrichsdorf und Groß-Felda investiert. Das Eigenkapital der Bank wurde durch den Verkauf eines größeren Hauses deutlich gesteigert.

Dennoch ist die kleine Regionalbank weiterhin unterdurchschnittlich mit Eigenkapital ausgestattet. Vor 2008 sei viel Eigenkapital verloren gegangen, deshalb müsse man weiter sparen und Risiken vermeiden, wie Benda sagte.

Eine Fusion mit einer anderen Genossenschaftsbank wird nicht angestrebt. »Die Selbstständigkeit der Bank bleibt unser Ziel«, sagte Benda. Allerdings gebe es eine »übermäßige Regulierung« und harte Prüfungen durch die Aufsicht. Das sei kaum zu bewältigen.

Aufsichtsrat Dr. Wolfgang Hartmann bestätigte den beifen Vorständen »eine hervorragende Arbeit«. Die Entlastung war eher eine Formsache. Einstimmig votierten die Mitglieder auch dafür, drei Prozent Dividende auszuschütten. Der Rest des Gewinns kommt in die Rücklage. Einstimmig in den Aufsichtsrat wiedergewählt wurden Erich Eckstein und Roland Georg.

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