17. Dezember 2020, 21:58 Uhr

IHK sieht Existenzkampf bei Betrieben

17. Dezember 2020, 21:58 Uhr

»Die erneute Schließung von Geschäften im Einzelhandel bedeutet für viele Unternehmen das endgültige Aus«, warnen Rainer Schwarz, Präsident der IHK Gießen-Friedberg, und Hauptgeschäftsführer Matthias Leder in einer Mitteilung der Kammer. Es sei kaum nachvollziehbar, warum es nicht möglich gewesen sei, aus dem ersten Lockdown eine »wirkliche Strategie« abzuleiten. Ein solches Vorgehen hätte das, was nun erneut beschlossen wurde, verhindern können, meinen die Kammervertreter. Der »Existenzkampf« der Wirtschaft werde jetzt noch dramatischer.

Die meisten Corona-Ansteckungen fänden nicht im öffentlichen, sondern im privaten Umfeld statt. Die Orte mit dem höchsten Infektionsgeschehen seien Alten- und Pflegeheime, das private Umfeld, Krankenhäuser, Arbeitsplätze und Gemeinschaftseinrichtungen wie Schulen. Es fehlten frühzeitige strategische Entscheidungen, die den Schutz von Alten- und Pflegeheimen durch eine besondere Teststrategie sichergestellt hätten. Weitere Versäumnisse seien das Fehlen von gesundem Pflegepersonal oder das Sicherstellen von Betreuungsmöglichkeiten für die Kinder von Pflegepersonal.

Für die Betriebe sei der erneute harte Lockdown schwerlich vorhersehbar gewesen. »Sie wurden bis zuletzt im Ungewissen gelassen und haben sich durch Einkäufe auf ein Weihnachtsgeschäft vorbereitet, das jetzt ›in der heißen Phase‹ ausfällt«, so die IHK-Spitze. Viel Ware werde nun ausgesondert, obwohl Einzelhandel, Gaststätten, Hotels oder Veranstalter große Summen in den Schutz vor Ansteckungen mit Covid-19 investiert hätten. Auch wenn die Politik mit der Überbrückungshilfe III das Schlimmste verhindern wolle, seien die volkswirtschaftlichen Folgen eklatant. Dabei kämen die Hilfen der ersten Pakete nur schleppend bei den Firmen an.



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