16. Januar 2014, 16:28 Uhr

Grünfink war eine Goldammer

Homberg (pm). »Das ist wirklich ein schöne Sache, nicht nur die Kinder, auch man selber lernt jedes Mal wieder eine neue Vogelart kennen«, war der abschließende Kommentar eines teilnehmenden Vaters.
16. Januar 2014, 16:28 Uhr
Die Kinder konnten mit ihren Eltern aus den Räumen des Kindergartens Vögel durch spezielle Ferngläser beobachten. (Foto: pm)

Anlass war, dass am vergangenen Sonntag die NABU-Gruppe Homberg bereits zum dritten Mal zur »Stunde der Wintervögel« in den Homberger Kindergarten eingeladen hatte, der – wie in den Jahren zuvor – diese optimalen Räumlichkeiten großzügig zur Verfügung gestellt hatte.

Diese bundesweite Aktion der NABU
(Naturschutzbund) und des LBV (Landesbund für Vogelschutz) hilft bei der Beantwortung der Fragen, welche Vogelarten in den heimischen Gärten und Parks besonders häufig vorkommen, ob es diesbezüglich regionale Unterschiede gibt, und ob der Klimawandel sich bemerkbar macht.

Weil die Temperaturen in diesem Winter bislang eher frühlingshaft waren, fanden sich nicht ganz so viele heimische Vögel wie in den Vorjahren an den Vogelhäuschen ein, die extra für diese Aktion ein paar Tage zuvor zum Anfüttern aufgehängt und mit Futter gefüllt worden waren. Überwiegend wurden dieses Jahr wieder Kohlmeisen, Amseln, Haussperlinge und Grünfinken an diesen Futterstellen beobachtet und gezählt.

Zusätzlich gab es Informationen von W. Bernbeck und Karl-Heinz Zobich zu den Erkennungsmerkmalen der unterschiedlichen Vögel: So stellte sich heraus, dass einer der vermeintlichen Grünfinken gar eine Goldammer war.

»Ich weiß jetzt, wer das Vogelhäuschen vom Baum gerissen hat – guck mal, das habe ich dafür bekommen!« Stolz zeigt die kleine Julietta ihrer Mama die Belohnung, die sie erhalten hat. Keine Angst, kein »echtes« Vogelhäuschen wurde vom Baum gerissen. Denn die Jugendlichen der NABU-Gruppe Homberg hatten sich für den vergangenen Sonntag etwas Besonderes einfallen lassen: Es gab ein Quiz für Kinder mit verschiedenen Rätselstationen, um einen »Kriminalfall« zu lösen. Bei diesem Quiz galt es aber nicht nur, den Täter zu ermitteln, sondern gleichzeitig wurde den begeisterten Kindern auf spielerische Art Wissen rund um die Natur und speziell die Vogelwelt vermittelt.

Wer ist der »Lachvogel«?

Neben Quiz, Vogelbeobachtung und -zählung konnten sich die Teilnehmer der »Stunde der Wintervögel« durch eine kleine Filmvorführung über den Vogel des Jahres, den Grünspecht, informieren, dessen Bestand sich entgegen einem allgemeinen Trend in den letzten Jahren erholt hat. Wer weiß schon, dass der Grünspecht, der aufgrund seines markanten Rufs auch »Lachvogel« genannt wird, seine Nahrung gerne auf dem Boden sucht und bis zu 2000 Ameisen am Tag verspeist?

Aufmerksame Beobachter können ihn in halboffenen Waldlandschaften, Gärten und Parks oder auf Streuobstwiesen finden – überall dort, wo Grünland mit alten Bäumen vorkommt. Die »Stunde der Wintervögel« ist immer wieder eine schöne Aktion, die mittlerweile ein fester Bestandteil im Programm der Homberger NABU-Gruppe ist.

Wird auch dieses Jahr wieder die Kohlmeise auf Platz 1 der meist gezählen Wintervögel stehen? Man darf gespannt sein auf das Ergebnis.



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