11. Juni 2013, 14:18 Uhr

Prominenz sah Melkroboter und Heizzentrale

Homberg-Gontershausen (sf). Moderne Landwirtschaft und ein Nahwärmenetz, gespeist aus der hofeigenen Biogasanlage, zogen am Sonntag viele Besucher zum Hoffest der Familie Koch in Gontershausen.
11. Juni 2013, 14:18 Uhr
Die Biogasanlage des Hofes Koch liefert Heizenergie für 38 Haushalte in Gontershausen, wie Jochen Köhler den Besuchern erläuterte.

Zu den Ehrengästen zählten Bürgermeister Prof. Béla Dören, Stadtverordnetenvorsteher Armin Klein, Forschungs-Staatssekretär Dr. Helge Braun (CDU), Bundestagsabgeordneter Rüdiger Veit (SPD), die Landesparlamentarierer Kurt Wiegel (CDU) und Mario Döweling (FDP), SPD-Kandidat Swen Bastian, 1. Kreisbeigeordneter Peter Zielinski und der Vizepräsident des Bauernverbands Armin Müller.

Kreislandwirt Norbert Reinhardt sprach dabei die enorme Entwicklung in der Landwirtschaft an. Doch die Öffentlichkeit wurde in Bezug auf die »Quantensprünge« in betrieben nicht mitgenommen. Wie man modern Fleisch produziert oder wie Landwirtschaft und Energie zusammenpassen, würde deshalb bei solchen Hoftagen gezeigt. Die Technik und die Bordcomputer in den modernen Traktoren ließen Pkw zu Bobbycars werden, so Reinhardt. Bürgermeister Dören freute sich, dass der Kreisbauernverband den Tag des Offenen Hofes mit organisiere und einen Blick in die »Landwirtschaft heute« ermöglicht. Für die Kinder sei es wichtig, Bauernhoftiere nicht nur aus dem Bilderbuch zu kennen. Dr. Helge Braun sagte, die Energiewende sei auf dem Hof ein Thema. In Deutschland würden nur rund 10% des Einkommens für Lebensmittel ausgegeben. Beim Tag des offenen Stalles könne man sehen, wieviel Arbeit in Fleisch und landwirtschaftlichen Produkten stecke. Es sei an der Zeit, die regionalen Produkte zu stärken. Rüdiger Veit sprach von einem Schaufenster für Technik-Landwirtschaft.

Die Landwirtschaft sei im Vogelsberg leistungsfähig, so der 1. Beigeordnete Zielinski, man brauche nur mehrere Standbeine. Familie Koch habe Milch- und Mastvieh, die Biogasanlage und es werde in Nahwärme eingespeist. Von einem hervorragend geführten Betrieb sprach der Vizepräsident des Hessischen Bauernverbands Armin Müller. Landwirtschaft und Energiewirtschaft passten zueinander. Die moderne Tierhaltung lasse den Tieren Bewegungsfreiheit. Die Biogasanlage werde gebraucht um Jauche, Stallmist und Stroh als wiederverwertbares Gut in die Kreislaufwirtschaft wieder zurückzuführen. Eine solche Biogasanlage, die an Landwirtschaft angegliedert sei, biete eine nachhaltige Nutzung. Anlagen die nur mit Mais betrieben werden, stoßen bei Müller auf kein Verständnis. Müller kritisierte den Flächenfraß in Deutschland mit täglich 80 Hektar.

Erläuterungen zu Nahwärme

Jochen Köhler brachte die Nahwärmeversorgung näher. Man habe 800000 Euro investiert und sei im Zeitplan geblieben. Die Nahwärmeversorgung für 38 Haushalte in Gontershausen sei ein Paradebeispiel für die Zusammenarbeit der Landwirtschaft und der Bürger. Schlüssel zum Erfolg sei die hervorragende Zusammenarbeit mit Familie Koch gewesen. Solche Projekte müssen Schule machen und dann diene auch die Landwirtschaft allen Bevölkerungsschichten.

Betriebsleiter Rainer Koch sagte zur Hof-Geschichte, dass seine Schwiegereltern den Grundstein legten, als sie den Hof Ries übernahmen. Der Betrieb Koch bewirtschaftet rund 150 Hektar, hat 130 Masttiere und
70 Milchkühe. Der Melkroboter ist seit 2010 in Betrieb, steigerte die Lebensqualität der Familie und mindert die Stallarbeit. Die Biogasanlage wurde 2009 mit einer Leistung von 180kWh anfing und in 2011 auf 240 kWh erweiterte. Der Anschluss an das Wärmenetz erfolgte im vergangenen Jahr und mittlerweile sind 38 Haushalte angeschlossen. Unterstützt werden sie in ihrem Betrieb noch von einem Mitarbeiter. Voller Stolz präsentierten die Kochs ihren Hof und gaben mehrere Führungen. Die Melkanlage wurde oft besichtigt. Die Gäste sammelten sich wegen des Regens in den Zelten, im Stall oder im Gebäude der Nahwärmeversorgung. Viele genossen das Konzert der Homberger Bläser unter Leitung von Otmar Schad. Die Kinder, hatten ihren Bereich, tobten im Sand und melkten die Standkühe. Es schien, als sei ganz Gontershausen auf den Beinen, um die Kochs zu unterstützen, so viele Helfer mit leuchtend grünen Shirts waren aktiv.

Eine Ausstellung mit Landmaschinen lockte die Besucher an. Das Bauernhof-Eis mundete besonders lecker. Für das leibliche Wohl war bestens gesorgt. Zum Rahmenprogramm gehörten auch die Frauen an den Spinnrädern und ein Hufschmied mit einem malerischen Feuer.

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