11. Dezember 2012, 19:03 Uhr

Draußen Schnee – drinnen stimmungsvolles Konzert

Homberg (mag). Wegen des Schnees war ein wenig Spontaneität nötig, um ein Programm mit dem gleichem Umfang zu gewährleisten wie vorgesehen. Doch dem Silcherchor gelang es bei seinem Adventskonzert, einen stimmungsvollen Abend mit einem abwechslungsreichen und bestens umgesetzten Programm zu gestalten.
11. Dezember 2012, 19:03 Uhr
Susanne Gellert (Sopran), Ute Schneider (Alt), Steffen Gellert (Tenor) und Helmut Killer (Bass) hatten sich spontan zu einem Quartett zusammengefunden. (Foto: mag)

Trotz des Wetters waren fast alle Plätze in der evangelischen Kirche in Homberg besetzt. Neben dem Silcherchor traten Instrumentalisten des Musizierkreises des Schwalmgymnasiums auf. Die musikalische Leitung hatte Reiner Eder.

Weil einige Musiker nicht hatten anreisen können, hatte sich spontan ein Quartett zusammengefunden, um drei Lieder als Ersatz für entfallene Programmpunkte zu singen. Susanne Gellert (Sopran), Ute Schneider (Alt), Steffen Gellert (Tenor) und Helmut Killer (Bass) legten wunderbare Aufführungen hin. Der warme, volle Ton des Quartetts begeisterte. Bei Stücken wie »Virgin Mary Had A Baby Boy« gefiel insbesondere der lockere, leichte Gestus des Gesangs.

Der Silcherchor war ebenfalls extrem wandlungsfähig und bot eine unglaubliche Vielfalt an Klangfarben. Der Kirchenraum trug das seine zum Chorklang bei, denn seine Akustik ist so beschaffen, dass der Klang von allen Seiten zu kommen scheint.

Der Chor begann a cappella mit »Ave Maris stella« von Edvard Grieg. Bei »Kristallen den fina« von Otto Frederik Tulberg sang Heidi Steinmann-Dörr (Sopran), wobei sie einen sehr natürlichen Stimmklang hatte. Bei César Francks »Panis angelicus« kam Steffen Gellert als Tenor-Solist zum Einsatz. Sein Gesang war sehr transparent und klar, er hob sich sehr gut vom ebenfalls beteiligten Chor ab. Nach dem romantischen Gestus des Stückes von Franck gab es etwas Bewegteres mit strahlend hellen Klangfarben: »Gaudete« von Brian Kay. Auch dabei gefiel das Wechselspiel zwischen Gellert und dem Chor.

Von der Wetterlage war vor allem das Orchester betroffen, das entsprechend weniger zum Einsatz kommen konnte. Drei Charakterstücke von Edvard Grieg mussten entfallen, und von der Symphonie in G-Dur von Mattias Georg Monn konnte nur der erste Satz gespielt werden. Dabei begeisterte das Orchester jedoch mit der Souveränität, mit dem es die kniffligen Strukturen und Figuren bewältigte.

Der Chor hatte noch etliche weitere Stücke zu bieten. Bei »The First Nowell« brachten die Sänger durch die Schlichtheit ihres Ausdrucks die bekannte Melodie bestens zur Geltung. Bei »Hark! The Herald Angels Sing« fiel der Gesang – passend zu Melodie und Satz – deutlich üppiger aus. Der Klang war voll und zart zugleich. Das war eine sehr innige und warmherzige Version des Stücks.

Bei »Es kommt ein Schiff geladen« klang der Chor wesentlich kompakter, was dem schönen und schlichten Satz sehr entgegen kam. »Herbei, o ihr Gläubigen« war wiederum viel üppiger im Klang. Die feierliche Interpretation des Silcherchors war einer der Höhepunkte des Konzerts.

Chor und Orchester spielten zum Abschluss gemeinsam »Let Thy Hand Be Strengthened« von Georg Friedrich Händel. Besonders der sehr polyphone Schlussteil der dreiteiligen Krönungshymne hatte es ausdrucksmäßig in sich.

Mit lang anhaltendem Beifall bedankte sich das Publikum für einen Abend mit warmer, stimmungsvoller Musik.

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