16. Februar 2012, 13:43 Uhr

»Gehen davon aus, dass Anlage nicht kommt«

Homberg (ks). Die Homberger Bürgerinitiative hält an ihrem Ziel fest, den geplanten Bau eines Kleintierkrematoriums zu verhindern.
16. Februar 2012, 13:43 Uhr
Die Bürgerinitiative gegen das geplante Kleintierkrematorium lässt nicht locker, sie arbeitet weiter daran, die Anlage zu verhindern. (Foto: ks)

Daran hatte der Informationstermin des Regierungspräsidiums am Montag nichts geändert, wurde am Dienstag bei einer neuerlichen Zusammenkunft mit rund 40 Teilnehmern bekräftigt. »Ich gehe davon aus, dass das nicht kommt«, meinte Moderator Sandro Wittig, der mit Klaus Beutel noch einmal auf die Veranstaltung am Montag im Rathaus und die jüngste Ortsbeiratssitzung mit dem Thema einging (die AZ berichtete). Unterdessen ist der geplante Kauf des Geländes durch die Bürgerinitiative gescheitert, wurde mitgeteilt. Von seiten der Verkäufer wurde auf den bereits unterschriebenen Vertrag mit der Tierbestattung verwiesen.

Wittig und Beutel berichteten von einem schwierigen Auftakt der Gespräche am Montag, denn es hätten nicht alle erschienenen Interessenten der Initiative zur Runde vorgelassen werden sollen. Nach anfänglich »aufgeheizter Stimmung« habe es dann aber eine sachliche Diskussion gegeben. Ein neues Ergebnis war, dass die Stadt prüfen will, ob durch Festlegungen im Bebauungsplan eine Nutzung der Kleintierverbrennungsanlage begrenzt werden kann.

Wittig erläuterte noch einmal, die Initiative sei bereit gewesen, das Grundstück zu übernehmen und habe dem Verkäufer ein Angebot vorgelegt. Man hätte sogar schon einen Gewerbebetrieb gehabt, der bereit war, das Gebäude vorerst anzumieten, »dann hätten wir drei Jahre Luft gehabt, nach einem neuen Investor zu suchen«. Allerdings sei das Vorhaben unter Verweis auf den bereits bestehenden Kaufvertrag gescheitert. Damit ist auch die Gründung einer Genossenschaft erst einmal hinfällig.

Es wurden am Abend in der Runde erneut Vorwürfe gegen Stadt und Kreis laut, aufgrund einer »fragwürdigen Entscheidung der Stadt und einer höchst dürftigen Stellungnahme des Kreises« habe das RP gar nicht anders gekonnt als die Anlage zu genehmigen, wurde gesagt.

Jetzt setzt die Initiative auf eine Klage hinsichtlich des baurechtlichen Verfahrens. Der beauftragte Anwalt habe die Unterlagen geprüft und sehe hier »Ansatzpunkte.« Dazu wird derzeit auch Geld eingesammelt. Die Genehmigung und die Auflagen bei der Anlage will das RP in diesen Tagen im Internet veröffentlichen.

Teilnehmer äußerten erneut ihre Bedenken, dass die Anlage nach Aufnahme des Betriebs schon bald erweitert werden könnte. Denn die jetzt vorgesehenen 40 Kilogramm pro Stunde an Durchsatz seien »nicht lukrativ«, wird gemutmaßt. Was den in der Genehmigung erlaubten zehnstündigen Betrieb am Tag angeht, so habe der künftige Betreiber aber mitgeteilt, dass um 16 Uhr Schluss sein solle. Verwiesen wurde auch auf ein bestehendes Kleintierkrematorium in Darmstadt. Dort schaffe es der Betreiber nicht, den zweiten Durchgang bei der Verbrennung (zwei Sekunden bei 850 Grad, um Gase und ähnliches zu eliminieren) in den Griff zu bekommen. Zudem seien Vergleiche zu anderen Anlagen nicht möglich, weil ein solcher Ofen, wie er für die Homberger Anlage geplant ist, noch nirgends in Betrieb sei, es handele sich dabei um individuelle Lösungen. Der Verein Deutscher Ingenieure sei derzeit bemüht, einheitliche Richtlinien zu erstellen.

Mehrfach wurde an diesem Abend betont, man müsse eine einheitliche Linie fahren und klar machen, dass man gegen den Bau der Anlage ist. Es gehe jetzt auch darum, die Bevölkerung weiter zu mobilisieren. Dazu will man vor Lebensmittelmärkten Stände aufbauen und Unterschriften sammeln, ferner sollen Faltblätter mit Informationen verteilt werden. Nächste Woche Donnerstag ist das Kleintierkrematorium auch Thema in der Sitzung der Stadtverordnetenversammlung.

Günter Heigl berichtete vom Stand der geplanten Vereinsgründung, dazu werden in diesen Tagen die notwendigen Schritte eingeleitet, so will man einen Namen finden und prüfen lassen, ob man die Gemeinnützigkeit erreichen kann.

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