03. November 2010, 18:12 Uhr

Bedeutung von Station und Verein wachsen weiter

Homberg (kli). Am Sonntag hatte die ev. Kirchengemeinde zum Reformationsgottesdienst in die Stadtkirche eingeladen.
03. November 2010, 18:12 Uhr
Vorsitzender Hans Grischkat mit den Geehrten Beate Tribula, Walter Seitz und Dieter Bock.

Homberg (kli). Am Sonntag hatte die ev. Kirchengemeinde zum Reformationsgottesdienst in die Stadtkirche eingeladen. Es handelte sich um einen Gemeinschaftsgottesdienst der drei Kirchspiele Ober-Ofleiden, Deckenbach und Homberg. Die Pfarrer Bernd Passarge und Werner Schrag sowie Pfarrerin Brigitte Schrag gestalteten den Gottesdienst, zu dem auch Dekan Dr. Jürgen Sauer gekommen war und die Predigt hielt. Er hatte einen Abschnitt aus dem Römerbrief des Apostel Paulus ausgewählt. So erzählte er von Lebenserfahrungen, die Menschen dankbar werden lassen, aber auch von solchen, die die Lebenszuversicht beeinträchtigen. Wo das Vertrauen in Gott zum tragenden Grund des Lebens werde, da wachse die Bereitschaft, sich für andere einzusetzen. Dies zeige sich bis heute in der diakonischen Arbeit der Kirche.

Gottes Liebe werde so sichtbar und spürbar - ganz konkret auch in der materiellen und ideellen Unerstützung der pflegerischen Arbeit der Diakoniestation durch den Förderverein. Sauer dankte allen, die den Verein in den Jahren seines Bestehens mitgetragen haben. Er nahm damit Bezug auf die dem Gottesdienst folgende Feierstunde zum Fördervereinsjubiläum und einer Fahrzeugübergabe durch Vertreter der VR Bank HessenLand. Der Vorsitzende des Fördervereins, Hans Grischkat, dankte allen, die in Verbindung mit der Diakoniestation stehen. Jens Amend hatte mit zwei Orgelstücken für die musikalische Einstimmung gesorgt.

Im November 1990 wurde der Förderverein Homberg der Diakoniestation Ohm-Felda aus der Taufe gehoben. Damals hieß er noch Förderverein Sozialstation der Stadt Homberg. Pflege hat in Homberg schon seit mehr als 100 Jahren einen hohen Stellenwert und wurde durch Kirchen, Gemeinde sowie durch Spenden finanziert und unterstützt. 1990 gab es in Homberg noch eine Gemeindeschwester. Das Gebäude der Sozialstation neben der Kirche war in Planung. Die Stadt war zu dieser Zeit alleiniger Träger. Am 29. November wurde der Förderverein gegründet. Der Vorstand setzte sich aus dem 1. Vorsitzenden Dieter Bock, dem stellvertretenden Vorsitzenden Pfarrer Ulrich Heyn, Rechner Walter Becker, Schriftführerin Edelgard Seim und den Beisitzern Beate Tribula, Pfarrer Werner Heeg, Dr. Martin Noelke, Pfarrerin Irmtraud Scharrer, Petra Simon und Helmut Fina zusammen. Siebter Beisitzer war der damalige Bürgermeister Walter Seitz. Vom damaligen Gründungsvorstand sind noch Beate Tribula und Dr. Martin Noelke aktiv. Grischkat hob Walter Seitz und Dieter Bock hervor, die maßgeblich die Weichen für die Gründung des Vereins gestellt und den Aufbau positiv beeinflusst hatten. Um die Pflege noch effektiver zu organisieren hatten sich seit 1995 Mücke, Gemünden, Feldatal und Homberg zusammengeschlossen und die Diakoniestation Ohm-Felda gegründet. Zu diesem Zeitpunkt fand auch die Umbenennung in Förderverein Homberg der Diakoniestation Ohm-Felda statt.

Der Bedarf der pflegerischen Versorgung älterer Bürger hat stetig zugenommen und werde einen noch größeren Stellenwert bekommen, so Grischkat. Gesellschaftliche Entwicklungen wie demografischer Wandel tragen dazu bei, dass immer weniger, dafür ältere Menschen im ländlichen Raum leben. Von jungen Menschen wird erwartet, dass sie sich flexibel verhalten und sich der Arbeitswelt anpassen - mit dem Ergebnis, dass sich gewohnte Strukturen wie Großfamilien auflösen. Oft müssten alle Haushaltsmitglieder außer Haus einer Arbeit nachgehen, um für ein ausreichendes Einkommen zu sorgen. »Die Alten bleiben dabei zurück und wollen jedoch so lange wie möglich in ihrer gewohnten Umgebung bleiben«. Auf diesem Weg sei die Diakoniestation mit ihren Haupt- und Teilzeitkräften eine wertvolle Hilfe. Der Förderverein willbreite Kreise der Bevölkerung sowie Unternehmen für die Mitgliedschaft im Verein zu gewinnen, um einen möglichst großen Beitrag zur Finanzierung der Station zu leisten. Seit der Gründung konnte der Verein die Pflege mit rund 200 000 Euro unterstützen. Heute hat der Förderverein 362 Mitglieder mit stagnierender bzw. leicht rückläufiger Tendenz. Der Verein steht laut Grischkat vor der Herausforderung, diesen Trend aufzuhalten, indem er neue Mitglieder gewinnt.

Eine weitere Säule sind Spenden. Ein Beispiel für die Unterstützung sei die Spende eines VR-Mobils, über dessen offizielle Übergabe man sich zum Jubiläum freuen konnte. Damit werde die Flotte der notwendigen Fahrzeuge erweitert.

Der Vorsitzende sprach seine Anerkennung an die Pflegekräfte aus für die »nicht immer einfache Tätigkeit«. Er dankte weiter allen, die den Verein und die Station unterstützen. Mit dieser freiwilligen Unterstützung hofft man auch in Zukunft das Älterwerden in gewohnter Umgebung positiv gestalten zu können.

Bürgermeister Béla Dören überbrachte Grußworte und sprach über die zunehmende Bedeutung der Diakonie. Susanne Liebl von der Station ging auf das neue Fahrzeug ein, dass man unbedingt benötige. Direktor Werner Braun von der VR Bank HessenLand stellte die ehrenamtliche Tätigkeit im Verein in den Vordergrund. »Sie sind der Garant, dass Pflegebedürftige und kranke Menschen versorgt werden«. Außerdem werden Aufgaben, die Angehörige nicht leisten können, übernommen. Gerne habe man eines der acht VR-Mobile für den Förderverein Homberg reserviert. Der Vorsitzende Grischkat übereichte an verdiente und langjährige Vorstandsmitglieder Blumen: an Beate Tribula, Walter Seitz, Dieter Bock und Susanne Liebl.



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