23. Februar 2009, 17:54 Uhr

Bei »Lissbett mit Milchkann« blieb kein Auge trocken

Homberg-Nieder-Ofleiden (nr). Jeder, der am Samstagabend nicht in der Sporthalle war, hat etwas verpasst. Viele Zuschauer waren gekommen und hatten sich mit ihren Kostümen dem Motto »Schwoof off em Bauernhof« angepasst. Überall wimmelte es von Mägden und Knechten sowie allerlei Getier, als Stefan Weber stellvertretend für die Veranstalter Sport- und Gesangverein die 17. Faschingssitzung eröffnete.
23. Februar 2009, 17:54 Uhr
Hoch her ging es auf dem Bauernhof.

Homberg-Nieder-Ofleiden (nr). Jeder, der am Samstagabend nicht in der Sporthalle war, hat etwas verpasst. Viele Zuschauer waren gekommen und hatten sich mit ihren Kostümen dem Motto »Schwoof off em Bauernhof« angepasst. Überall wimmelte es von Mägden und Knechten sowie allerlei Getier, als Stefan Weber stellvertretend für die Veranstalter Sport- und Gesangverein die 17. Faschingssitzung eröffnete. Dann nahm Moderatorin Gitti (Brigitte Reichhardt) das Zepter in die Hand, um mit Witz und Charme durch das Programm zu führen.

Wie seit vielen Jahren begann die Garde den närrischen Reigen mit einem wunderschönen Gardetanz, akrobatischen Showeinlagen und Dauerlächeln. Aber auch die Nachwuchstänzerinnen standen schon in den Startlöchern.

Auf jeden Fall gehören auf einen Bauernhof Katzen. Auf dem Narrenbauernhof gab es jedoch einen ganz besonderen Wurf an schwarzen Kätzchen, die mit einem rhythmischen schnellen Tanz die Herzen der Zuschauer höher schlagen ließen. »Tigerlilly« (Sylvia Bräuning) und Mariechen (Marita Schierholz) gehören seit vielen Jahren dazu. Wenn auch »Tigerlilly« ihr Fell gewechselt hat und zum Zebra mutiert ist, so begeistern sie noch immer das Publikum. In diesem Jahr erzählten sie vom Praktikum auf dem Bauerhof, und was da so alles schiefgegangen war. Die Lacher des Publikums waren jedenfalls auf ihrer Seite.

Natürlich streiften die Narren das Thema »Bauer sucht Frau« und hatten eigens den Schäfer Heinrich (Jürgen Hochgrebe) nebst Schafen eingeflogen. Selbst eine schlafende Frau (Jutta Schmierer-Hofmann) hatte man für ihn gesucht, die er mit Gesang aus den Träumen wecken durfte. Mit dem Schäferlied und seinem Hund Hasso (Jan Schierholz) sowie den Schäfchen vom Männerballett war das Publikum nicht mehr auf den Stühlen zu halten. Als Belohnung für seinen Auftritt hatte man die Bauchtanzgrupppe »Al Shama« eingeladen, die sich zu orientalischen Klängen vor dem Schäfer und zur Freude des Publikums im Takt wiegte. Bei einer zweiten Bauchtanzeinlage begeisterten die Tänzerinnen Petra Martin, Sabine D’Angelo, Brigitte Link, Olga Neumeier, Swetlana Stobbe, Hildegard Agiomyrgiannakis unter der Leitung von Leila Scholz in herrlich glitzernden Kostümen. Anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Frauchenchor Nieder-Ofleiden hatte man einen Projektchor gebildet, der mehrere Musikstücke mit Mundartgesang und Darstellung aufführte. »Kulissenpaul« (Volker Schierholz) und desssen Sohn »Kulissenpeter« (Peter Schierholz) hatten jede Menge zu tun, um einen Hühnerstall für die närrischen Hinkel Sylvia Bräuning, Margit Lanz, Marita Schierholz, Silke Peter, Birgit Dickel, Ute Schierholz, Petra Wiegand und Sigrid Böhm herzurichten. Selbst die singenden Bauern Gerhard Schierholz und Rudi Böttner hatten ihre Last die wilden Hühner bei dem Lied »Die Hinkel off em Bauernhof« im Zaum zu halten.

Das nächste Lied des Zusammenschlusses »Projektchor and Friends« hatte ein Gerät zum Thema, ohne dass der Bauernhof quasi nicht funktioniert: »Die Pullpump«. Wunderschön dargestellt und live gesungen belohnte das Publikum diese Glanzleistung mit viel Applaus.

Über viele Jahre hat sich eine Faschingsfreundschaft zwischen Langenstein und Nieder-Ofleiden gebildet. Natürlich gehören da gegenseitige Besuche der Faschingssitzungen zur Tagesordnung. Auf ganz besonderen Wunsch der Moderatorin Gitti trat die »Guggemusik aus Nieder-Stein«, ein Gemisch der Posaunenchöre Nieder-Ofleiden und Langenstein, auf und mischten das Publikum mit kölschen und hessischen Musikstücken auf. Kaum jemand hielt es auf dem Platz bei »Viva Colonia«, den »Dicken Mädchen« und der »Adelheid«.

Auch Mönche besuchten den Bauernhof, um sich von dem ökologischen Anbau der Qualitätsware zu überzeugen. Doch kaum auf der Bühne angekommen, warfen die »Basaltis« (Achim Vaupel, Jörg Gans, Frank Dörr und Thomas Hablowetz) die Kutten ab und erschienen im sexy Outfit mit Kochtopf. Zum Song »Rama-Lama-Ding-Dong« schlugen sie den Takt und waren auf einmal von der Bühne verschwunden, um für den Altbauern Karl (Sandra Schmidt) Platz zu machen. Ganz alleine auf dem Hof, erklärte Karl, dass er der Chef sei. Doch bald darauf kam seine Frau, die »wilde Hilde« (Hildegard Agiomyrgiannakis) vom Bauernhof zurück, und es war aus mit dem »Chefsein«. Mit List, Tücke, viel Humor und authentisch erzählten die beiden von ihren Erlebnissen und wurden mit viel Applaus belohnt.

Die Gäste aus Langenstein hatten auch ihr Männerballett mitgebracht, das eine Geschichte aus dem Niederkleiner Wald erzählte. Sie ließen Cowboys und Indianer noch einmal auferstehen, und selbst das historische Nummerngirl aus dem Saloon und der etwas anders geartete Indianer »Apahatschi« fehlten nicht. Gemeinsam mit dem Publikum startete man eine der vielen Raketen, diesmal als Freundschaftsbeweis auf Langensteiner Art. Dass Nieder-Ofleiden weithin bekannt ist, bewies der Auftritt von »Tante Mine« (Nina Reichhardt) aus Erfurtshausen bei Leipzig. In einer original katholischen Tracht freute sie sich wieder einmal daheim zu sein. Doch durch ihre überschwängliche Freude weckte sie die Spottdrossel Gitti (Brigitte Reichhardt), und schon waren beide im Element. In gekonnter Weise in Reimform erzählten sie, was so alles passiert war im vergangenen Jahr: Aufstiegsfeier beim Sportverein, Dorffest mit Wasserfall, von der »Marillenqueen«, von der ICE-Trasse für den Weihnachtsbaumverkäufer und natürlich vom neuen Industriegebiet! Sie bekamen viel Beifall, auch wenn sie mit ihrer Rede die Narrenfreiheit mehr als einmal strapazierten.

Die nächste Büttenrednerin musste man gar nicht ansagen, nur die typische Handbewegung von zwei aneinander drehenden Daumen kündigte die Ankunft von »Lissbett mit der Milchkann« (Rudi Böttner) an. Sie erzählte in unübertrefflicher Gestik und Mimik von den Erlebnissen mit ihrem Hannes: als sie den Klößen das Laufen beibringen wollte oder versucht hatte, mit Wollmantel und 40 Grad Mehl zu schwitzen und vieles vieles mehr. Seit vielen Jahren ist Rudi Böttner der absolute Redenhöhepunkt. Bei der »Lissbett mit der Milchkann« blieb selbst zu fortgeschrittener Stunde kein Auge trocken und das Publikum bedankte sich mit stehendem Applaus. Zum Ende des Programms steigerten sich die Programmpunkte zur Höchstform, als die »Basaltis« zum zweiten Mal die Bühne mit »Resi i hol die mit dem Traktor ab« die Bühne enterten. Mit passendem Outfit sangen sie zu »Bauer sucht Frau« und gaben als Zugabe den Nieder-Ofleidener Faschingshit »Das Fliegerlied« zum Besten. Das Publikum war außer Rand und Band und war erst durch den Einzug des »Sahnehäubchens« zu beruhigen: Das Männerballett aus Nieder-Ofleiden. Als schnuckelige Hühner stürmten sie den Saal zu dem Lied »Hier kommt der Eiermann«. Nachdem sie sich auf der Bühne »formatiert« hatten, gaben sie einen Hühner-Can-Can zum Besten, in dem auch die typischen Hühnerbewegungen nicht fehlten.

Durch Akrobatik, Bocksprünge, Handstand und ungestümes Durcheinanderspringen war der Hühnerhaufen perfekt. So einen verrückten Hühnerhaufen kann nur ein »Oberhuhn«, nämlich Jutta Schmierer-Hofmann, trainieren. Der neue Manager des Männerballetts, Michael Löchel, bedankte sich bei Jutta Schmierer-Hofmann sowie Maskenbildnerin Elisabeth Budda, und natürlich kam das Männerballett nicht um eine Zugabe herum. Sie verabschiedeten sich mit dem »Fliegerlied« auf Hühnerart, bevor Moderatorin Gitti zum Finale aufrief. Mit Recht sangen alle Mitwirkende zum Abschluss »Heut ist so ein schöner Tag.

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