08. Januar 2009, 21:54 Uhr

In einer Scheune angefangen - fast wie Bill Gates

Homberg (ks). Horst Weber ist einer, der eine Chance sieht, wo sie sich bietet und sie beim Schopf packt - das imponierte gestern auch CDU-Ministerpräsident Roland Koch, der auf Wahlkampftour durch Hessen bei der Firma Feinmechanik Weber in Homberg Station machte.
08. Januar 2009, 21:54 Uhr
Ministerpräsident Roland Koch im Gespräch mit Firmeninhaber Horst Weber, links CDU-Wahlkreisbewerber Kurt Wiegel. (Foto: ks)

Homberg (ks). Horst Weber ist einer, der eine Chance sieht, wo sie sich bietet und sie beim Schopf packt - das imponierte gestern auch CDU-Ministerpräsident Roland Koch, der auf Wahlkampftour durch Hessen bei der Firma Feinmechanik Weber in Homberg Station machte. Mit einem Tross aus Sicherheitsexperten, Presseleuten und Junge-Union-Vertretern informierte sich Koch bei einem Rundgang durch die Firma, die sich seit den Anfängen zu einem soliden mittelständischen Betrieb entwickelt hat. Horst Weber machte keinen Hehl daraus, dass er einst in einer alten Scheune mit der selbstständigen Arbeit begonnen hat- »bei Bill Gates war das auch nicht viel anders,« meinte Ministerpräsident Koch.

Die Firma hatte Weber im Jahr 1990 gegründet, da war er noch bei der Blindenstudienanstalt in Marburg beschäftigt. Bis 1995 führte Weber die Firma nebenberuflich, 1996 hielt die erste computergesteuerte Maschine Einzug in der Firma. Waren es 1999 noch neun Mitarbeiter, so sind es heute 43, darunter zehn Auszubildende. Die Fertigungstiefe wurde ständig ausgebaut, ebenso das Gebäude erweitert.

»Was erwarten Sie denn so für 2009?«, spielte Roland anschließend im Gespräch auf die aktuelle Wirtschafts- und Finanzkrise an. Und da zeigte sich, dass Weber die Lage gar nicht so pessimistisch beurteilt, auch wenn man nicht wisse, wie weit die Krise noch um sich greift. Deshalb bat er auch die anwesenden Presseleute eindringlich, »nicht alles noch schlimmer zu machen, sonst legen die Leute wirklich irgendwann ihr ganzes Geld nur noch unters Kopfkissen und dann ist die Krise wirklich da!« Doch im Moment wartet er die Entwicklung ab, gab Weber zu: »Derzeit treffe ich auch keine Kaufentscheidung für eine neue Maschine.«

Ein anderes Problem dagegen ist nicht die Krise, sondern der Fachkräftemangel, Weber bekommt oft nicht das qualifizierte Personal, das er sucht. Deshalb investiere er auch verstärkt in die Ausbildung, sagte er - und brach eine Lanze für die Jugend: »Es ist nicht so, dass sie nichts mehr wollen, wir haben hier sehr engagierte junge Leute.« Und gute Noten sind laut Weber nicht immer die Garantie für einen guten Mitarbeiter. Vor Jahren sei ein junger Mann über ein Praktikum in die Firma gekommen, dem er anders wohl keine Chance gegeben hätte, und der habe sich zu einem prima Mitarbeiter gemausert, der die große Maschine bedient. Weber: Insgesamt sind wir in Homberg sehr zufrieden, und wenn dann auch noch die Straße gemacht wird. . .

Der so angesprochene Bürgermeister Volker Orth sagte, die Stadt habe sich immer für die Belange der Firma eingesetzt und werde das auch weiter tun, so wenn es um Erweiterungsflächen geht.

Kreistagsvorsitzender Ulrich Künz meinte, die Firma Weber, die auch Hilfen der Investitionsbank Hessen in Anspruch nahm, beweise, dass die Landesregierung den ländlichen Raum nicht vernachlässige. »Wir sind nicht so schlecht, wie man uns oft machen will,« ergänzte der Vogelsberger CDU-Wahlkreisbewerber Kurt Wiegel. Roland Koch verwies auf die Notwendigkeit, »in der Krise gegen zu steuern.« Als ein Beispiel nannte er die Bauindustrie, die jetzt zwar noch gut mit Aufträgen vom vergangenen Jahr ausgelastet sei, das werde sich aber spätestens ab Sommer ändern. Deshalb komme dann das Investitionsprogramm für sanierungsbedürtige Schulgebäude gerade recht.

Auf eine Nachfrage des Bürgermeisters zur A 49 meinte Koch, es werde zwar versucht, das »schnell hinzukriegen«, doch das lasse die komplizierte Planung nicht zu. Man könne zwar vielleicht noch »etwas auflockern, aber sie werden nun mal der Schlussstein sein.«

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