09. Dezember 2008, 17:04 Uhr

Mühseliger Weg zum strahlenden Gotteshaus

Homberg-Haarhausen (kli). Am Sonntag wurde die Haarhäuser Kirche nach längerer Reparaturpause und vollendeter Instandsetzung mit einem Festgottesdienst und Feierstunde eingeweiht und wieder mit »Leben« erfüllt.
09. Dezember 2008, 17:04 Uhr
Der kleine gemischte Chor Nieder-Ofleiden sang zur Kircheneinweihung. (Fotos. kli)

Homberg-Haarhausen (kli). Am Sonntag wurde die Haarhäuser Kirche nach längerer Reparaturpause und vollendeter Instandsetzung mit einem Festgottesdienst und Feierstunde eingeweiht und wieder mit »Leben« erfüllt. Sie erstrahlt sowohl von innen wie auch von außen in neuem Glanz. Die Sonne blickte durch die Wolken und rückte das Fachwerkkirchlein ins rechte Licht. Allerdings hatte man die für den Vogelsberg typische Holzverschindelung entfernt und mit gebietsfremder Verschieferung zur Hälfte verkleidet. So ergab sich ein Kontrast zwischen dem blütenweißen Fachwerk und der düsteren Erscheinung der verschieferten Seiten. Im inneren der Kirche empfing die Besucher die einstige Geborgenheit, Wärme und Licht wie zuvor. Manche Veränderung war deutlich sichtbar und anderes hinter Schindeln, im Dachbereich, in der Decke und im Turm verborgen.

Zum Festgottesdienst waren die Plätze alle besetzt. An der Orgel begleitete Erika Nicklas Liturgie und Choräle. Ein kleiner gemischter Chor aus Nieder-Ofleiden unter Leitung von Marlies Reul trat mehrfach auf und brachte erhabene Werke wie »Du großer Gott«, »Ich lobe meinen Gott« und »Christrose«. Pfarrer Winfried Schön eröffnete den Gottesdienst mit: »Es ist ein schönes Gefühl wieder in dieser Kirche zu sein«. Er begann die Liturgie mit »Herr ich habe lieb die Stätte deines Hauses und den Ort da deine Ehre wohnt« (Psalm 22/12). Dekan Dr. Jürgen Sauer hatte seiner Festpredigt ebenfalls einen Psalm zugrunde gelegt, »wenn der Herr nicht das Haus baut, so arbeiten umsonst die daran bauen«. Dies bedeute Gott müsse seine Hand über das Haus halten. Dieser Psalm sei oft von Handwerkern an Häusern angebracht worden mit dankbarem Blick nach oben. Dr. Sauer verwies auf die Haarhäuser Kirchenrenovierung, denn die Planungen hätten nicht gereicht, neue Probleme hätten sich aufgetan und wurden überwunden. Die kleine Kirche sei ein wunderschönes Gotteshaus und erstrahle in neuem Glanze. Das Gotteshaus sei ein Ort der Versammlung wo Gottes Wort in die Herzen der Menschen getragen werde, sie sei eine Stätte der Einkehr, der Besinnung und des Neuanfangs bei Taufen und Konfirmation um den Segen zu empfangen.

Die Feierstunde im Gemeinschaftshaus eröffnete danach Annegret Reinhardt vom Kirchenvorstand. Sie sprach nach Grußworten über den Erhalt der Kirche für die Nachkommen und als ein Ort zur Glaubensfestigung. Sie dankte allen die zur gelungenen Restaurierung beigetragen hätten. Besonders nannte sie das unermüdlich in dieser Sache tätige Kirchenvorstandsmitglied Norbert Rieß. Pfarrer Schön sei die Triebfeder gewesen und habe bei der Sanierung der Ober-Ofleidener Kirche viel Erfahrung gesammelt die den Haarhäusern zugute kam. Nun werde die Kirche im Dorf bleiben. Dr. Sauer überbrachte die Grüße des Dekanatssynodalvorstandes. Er hoffe, dass die Menschen gerne in die Kirche gehen und das erführen was er gepredigt habe. Bürgermeister Volker Orth sprach der Dorfbevölkerung ein Kompliment aus, besonders auch Pfarrer Schön für seine Geduld. Auch Orth zeigte seine Freude über das gelungene Werk und sah die Sanierung positiv, aber auch mit ein wenig Trauer. Die Stadt habe vor langer Zeit die Kirchenbaulasten abgelöst und damit war die Unterhaltung komplett an die Kirche zurückgefallen. Er gratulierte und überreichte eine Spende. Pfarrer Kröger schloss sich den Gratulationen an und sprach als ehemaliger Pfarrer zum Thema »Tut mir auf die schöne Pforte« mit vielen Begebenheiten und Reparaturen die scheinbar nie ein Ende nähmen. Alle Vereine des Dorfes schlossen sich ihren Vorrednern an und übergaben ebenfalls Spenden.

Pfarrer Winfried Schön hielt eine lange und bewegende Ansprache und begann mit der guten Nachricht, dass die Kirche im Dorf bleiben könne. Er hielt einen Rückblick über den Weg der Sanierungsgeschichte beginnend mit den Beratungen bei den Kirchenvorstandsitzungen, den Klärungen mit der Bauaufsicht, der Kirchenverwaltung, dem Denkmalschutz und so weiter. Am 26. Mai 2008 begann man mit dem Vorhaben. Nur wer die vorher genannten Wörter verstanden habe könne den beschwerlichen Weg nachvollziehen, wer nicht, wisse nichts über diese Arbeit. Beim Baubeginn standen viele Fragen offen, neue ergaben sich. Schön sprach über verfaulte Balken (Wassereintritt), Verschindelung, richtigen Verputz und den wackligen Kirchturm. Der Weg wäre ein guter, aber mühsamer gewesen.

Das Gotteshaus erstrahle nun aber in neuem Glanze, es sei »altehrwürdig mit Ecken und Kanten und nicht gerade wie eine neue Fabrikhalle«. 65 Prozent der Kosten trage die Landeskirche, man sei dankbar für dieses Geschenk und dass alles in trockenen Tüchern sei. Er sprach von leidvollen Erfahrungen aus der Vergangenheit mit Bausünden und versöhnlich »später mag eine andere Generation entscheiden was bei uns falsch war«. Er wünschte dem Kirchlein das immer weiter Gottes Wort darin gehört werde. Er lobte alle mitwirkenden Firmen, sie hätten mit Sachverstand gearbeitet und sogar Sonderwünsche erledigt. Viele Namen nannte er dankbar und fügte neue hinzu, dabei die Dorfbevölkerung, Spender, des Weiteren Küster Rudolf Justus, Familie Schwarzfeld die immer das Gemeinschaftshaus gut für die Gottesdienste bereitet habe während der Renovierungsarbeiten an der Kirche. In den Dank band er alle ehrenamtlich tätigen Baustellenhelfer mit ein. Am Ende kam dann der Kirchenvorstand zum großen Dankeschön. An fast alle überreichte der Pfarrer Geschenke und der Kirchenvorstand fand dann noch lobende und dankende Worte für Pfarrer Winfried Schön.

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