29. Januar 2021, 21:51 Uhr

Hochwertige Müllbehandlung als Ziel

29. Januar 2021, 21:51 Uhr

Am liebsten wollen die Menschen möglichst wenig mit Abfall zu tun haben - in die Tonne und weg damit. Doch so einfach ist das nicht bei fast 20 000 Tonnen allein an Bio- und Restmüll, die von den rund 105 000 Vogelsbergern pro Jahr weggeworfen werden. Die Anforderungen an Müllpolitik ändern sich unentwegt. Deshalb wird die Hauptsatzung des Zweckverband Abfallwirtschaft Vogelsbergkreis ZAV überarbeitet, um neue Anforderungen aus Bundesgesetzen einzuarbeiten. Dabei geht es um viel Geld, allein in diesem Jahr rechnet der ZAV mit Umsatzerlösen von rund 11,2 Millionen Euro. Kontrolliert werden Abfallentsorgung und der Finanzfluss von der Versammlung des ZAV mit Vertretern der 19 Kommunen und aus dem Kreistag. Der Blick in die Satzung zeigt, wie sich die Abfallpolitik im Kreis in den letzten Jahren verändert hat. Die bisherige Satzung ist acht Jahre alt. Inzwischen haben sich die Anforderungen an die Behandlung von Abfällen geändert. So reichte es in der alten Fassung, Abfälle zu vermeiden, vermindern, verwerten und zu beseitigen. Inzwischen ist mehr gefordert: Vermeiden, Vorbereiten zum Wiederverwenden, Recyceln, sonstige Verwertung, insbesondere energetische Verwertung und Verfüllung, zuletzt bietet sich die Möglichkeit des Beseitigens. Darin spiegelt sich wieder, dass Rohstoffe aus Restabfall herausgeholt werden können und man betont, wie wichtig das Verbrennen von Abfällen, die »energetische Verwertung« ist. Wichtig ist auch die Klarstellung in der Satzung, dass Hausmüll und Gewerbemüll vorbehandelt werden müssen, bevor die Reste auf einer Deponie abgelagert werden dürfen. Das bedeutet das Abtrennen von Biomüll durch die braunen Tonnen, das Herausziehen von Metallen und Verbrennen des Hausmülls, um die Asche dann so abzulagern, dass Grundwasser nicht verschmutzt wird. Das wird in der neuen Satzung auch dadurch unterstrichen, dass eine »hochwertige Verwertung« zugesichert wird.

Verbrennen ist »wichtig«

Die neue Satzung beinhaltet zudem, dass inzwischen die Müllgebühren nicht mehr von den Kommunen errechnet werden. Bereits seit Jahren geschieht das über die Verwaltung des ZAV in Lauterbach.

Denn eigentlich sind es die Städte und Gemeinde, die für Abfallentsorgung zuständig sind. Aber nur über eine Bündelung in einem kreisweiten Verband lassen sich die Preise drücken, weil dann größere Verhandlungsmacht besteht. Es sind nicht mehr kleine Entsorger aus der Region, die Müll abfahren, sondern große Gruppen, die sich den Markt aufteilen. Dem tragen die Kommunen Rechnung, indem sie sich zu Verbänden wie dem ZAV zusammenschließen.

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