16. Juli 2021, 21:52 Uhr

Hilfe für Uhu kommt zu spät

16. Juli 2021, 21:52 Uhr
Falkner Marcus Pusch (l.) und Bauhofmitarbeiter Wolfgang Bromm mit dem verletzten Uhu-Männchen. Es konnte nicht gerettet werden. FOTO: EVA

Dieser Tage entdeckten Bauhofmitarbeiter im Bereich der Kläranlage in Nieder-Gemünden einen Uhu, der sich nicht mehr alleine fortbewegen konnte. Gleich war klar, dass man dem majestätischen Vogel mit seinen groß dreinblickenden orange-gelben Augen helfen musste. Schließlich wurde mit Bauhofbetriebsleiter Udo Richber und nach Rücksprache mit Burgermeister Lothar Bott Kontakt zu Falkner Marcus Pusch vom Greifvogelschutz Vogelsberg aufgenommen, der mit Bauhofmitarbeiter Wolfgang Bromm den verletzten Uhu vorsichtig barg und in seine Obhut nahm. Bürgermeister Bott zeigte sich daraufhin sehr erfreut über das Engagement der Bauhofmitarbeiter für den Tierschutz.

Wohl innere Verletzungen

Dachte man zunächst man habe ein Uhu-Weibchen gefunden, so stellte sich heraus, dass es sich um ein Männchen, einen Terzel, handelte, so Marcus Pusch. Er war erstaunt, dass in Gemünden ein Greifvogel dieser Größenordnung entdeckt wurde. Schnell war aber vorgesehen, den Uhu, sollte seine Genesung gelingen, wieder auszuwildern. Doch es sollte leider anders kommen. Am Dienstag informierte Falkner Marcus Pusch darüber, dass der Uhu leider verstorben war. Nach dem Auffinden hatte er den Uhu erst einmal getrocknet, am nächsten Tag vorsichtig gesäubert und die äußeren Wunden (Bissverletzungen vermutlich von einem Fuchs stammten) behandelt. Doch aufgrund wahrscheinlich massiver innerer Verletzungen hatte es der Vogel nicht geschafft. Wahrscheinlich war das Tier an die zehn Jahre alt. Uhus können bis zu 25 Jahre alt werden.

Der Uhu ist ein Standvogel, der bevorzugt in reich strukturierten Landschaften jagt. In Mitteleuropa brütet die Art vor allem in den Alpen sowie den Mittelgebirgen, daneben haben Uhus in den letzten Jahrzehnten aber auch das Flachland wieder besiedelt. Die Brutplätze befinden sich vor allem in Felswänden und Steilhängen und in alten Greifvogelhorsten, seltener an Gebäuden »oder auch mal auf dem Boden, wenn sie nichts anderes finden«, so Pusch.

Auch wenn es dieses Mal nicht gelungen ist, das Leben des Uhu-Männchens zu retten, appelliert Marcus Pusch an die Menschen: »Sie haben einen hilfebedürftigen Greifvogel, Rabenvogel, Falken oder eine Eule gefunden? Dann rufen Sie uns an, je schneller ein verletzter Vogel gefunden wird und in die richtige Obhut kommt, desto sicherer ist es, das er gerettet werden kann.«

Kontakt: Greifvogelschutz Vogelsberg Marcus Pusch, Am Frauenberg 6, 36304 Alsfeld. Telefon 01 51/61 22 85 07, E-Mail: info@Greifvogelschutz-Vogelsberg.de

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