03. September 2021, 21:51 Uhr

Grundstücke stark nachgefragt

03. September 2021, 21:51 Uhr
schwickert_rs
Von Rolf Schwickert
Mit dem Baugebiet Bienrodskopf zwischen Burg-Gemünden (r.) und Nieder-Gemünden sollen die Ortsteile perspektivisch zusammenwachsen. In einem ersten Schritt soll die braune Ackerfläche ausgewiesen werden. .FTO: RS

Gemünden (rs). Bevölkerungsrückgang, schwindende Infrastruktur, geringe Lebensqualität - was vor Jahren noch für den ländlichen Raum als drohendes Zukunftsszenario galt, hat sich seither nicht bewahrheitet. In Gemünden ist hingegen ein Aufwärtstrend auszumachen, was sich auch am Donnerstagabend bei den Themen der Gemeindevertretersitzung widerspiegelte. Es lagen in der Mehrzweckhalle Anträge auf Erwerb von Bauplätzen vor, und eine Firma will erweitern, Kinderbetreuung in den Ferien soll erweitert werden. das Radwegenetz wird ausgebaut.

Das mit Abstand größte Neubaugebiet soll an zentraler Stelle zwischen den Ortsteilen Burg- und Nieder-Gemünden entstehen. Die Detailplanung dazu gaben die Kommunalpolitiker an den Bauausschuss ab, der sich mit dem Planer besprechen soll. Langfristig ist vorgesehen, dass die beiden Ortsteile zusammenwachsen. Vorteile dort sind die nahegelegene Schule, der Kindergarten, der Bahnhof, der Lebensmittelladen, Ärzte sowie die Apotheke.

Firma erweitert

Im Gewerbegebiet zwischen Burg-Gemünden und Nieder-Gemünden will ein Unternehmen seine seitherige Fläche erweitern. »Bis zur Veräußerung hat es viele Jahre gedauert«, meinte Bürgermeister Lothar Bott dazu, aber »jetzt muss der Flächennutzungsplan fortgeschrieben werden, um zu schauen, wo man wieder gewerbliche Flächen ausweisen kann.«

BGG-Sprecher Tobias Reitz äußerte zu dem Vorgang, »das ist eine wunderbare Sache, wenn sich Firmen in der Gemeinde weiterentwickeln können«. Bei einer BGG-Enthaltung wurde der Grundstücksverkauf einstimmig angenommen. Die Fläche ist knapp 6900 Quadratmeter groß.

Nachdem bereits in vergangenen Gemeindevertretersitzungen Neubauplätze veräußert worden waren, standen am Donnerstag wieder mehrere Kaufanträge an, darunter zwei in Ehringshausen. Lukas Becker (SPD) nannte es »sehr erfreulich, dass so viel Interessente innerhalb von vier Monaten an Baugelände ist, das viele Jahre lang brach gelegen hat.« Ist Baugelände essenziell für einen Bevölkerungszuwachs, so hat auch die Kinderbetreuung einen hohen Stellenwert. In diesem Sinne gab es einen UBL-Antrag zur Kinderbetreuung in den Ferien.

Verwaltung arbeitet Varianten aus

UBL-Sprecher Jan Schönfeld sagte, eine Betreuung im Familienverbund sei immer weniger möglich. Weil die Kinderbetreuung ein wichtiger Standortfaktor sei, sollte man einen weiteren Standortvorteil aufbauen. Der Gemeindevorstand solle gemeinsam mit der Grundschule und der Kindertagesstätte ein Angebot für die Betreuung von Schul- und Kindergartenkindern auszuarbeiten. Tobias Reitz fand die Idee für die BGG gut, aber man sollte das Thema im Sozialausschuss beraten, auch weil man Kinder sehr unterschiedlichen Alters nicht so einfach zusammenbringen könne. Von der SPD meinte Lukas Becker hingegen, der Antrag sei jetzt schon beschlussfähig. Vorbild könnten Konzepte aus anderen Vogelsberger Kommunen sein. Man müsse diese lediglich auf Gemündener Verhältnisse übertragen. Schönfeld regte wegen der Bedenken aus der BGG an, dass verschiedene Varianten ausgearbeitet werden sollten, über die die Gemeindevertreter dann befinden könnten. Tobias Reitz fügte an, dass der Aspekt des Bedarfes auch berücksichtigt werden sollte. Eine Entscheidung in diesem Sinne fiel einstimmig aus.



0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos