22. Juni 2021, 21:17 Uhr

Grünes Licht für mehr Personal im Bauamt

22. Juni 2021, 21:17 Uhr
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Von Joachim Legatis

Nach lebhafter Debatte gab es am Montag eine überraschend klare Mehrheit im Hauptausschuss für eine Stellenausweitung im städtischen Bauamt. Das Gremium der Stadtverordnetenversammlung beschloss mit sechs Jastimmen bei Ablehnung durch Eckhard Hisserich (Bürgerforum) sowie Enthaltung von Christiane Helm (Grüne) und Norbert Reinhardt (CDU), eine zusätzliche Stelle für die Leitung des Bauamts zu schaffen. Damit soll ermöglicht werden, einen Fachmann oder eine Fachfrau einzustellen, um ein Dreivierteljahr vom in den Ruhestand gehenden Leiter eingearbeitet zu werden, wie Bürgermeisterin Claudia Blum informierte.

Der Beschluss muss allerdings noch im Stadtparlament bekräftigt werden, um wirksam zu werden. Zudem ist ein Nachtragshaushalt notwendig, um die zusätzlichen Personalausgaben korrekt abzubilden. Hintergrund ist die Überlastung der Stadtverwaltung, die Blum beklagt. So sagte sie bei der Ausschussitzung am Montag, dass die Vorbereitungen für mehrere Baugebiete und Planungsfragen rund um den Bau der A 49, die laufende Flurneuordnung Maulbach sowie zur Abwasserbehandlung ein großes Arbeitspensum erforderten. »Wir sind in der Verwaltung an unseren Kapazitätsgrenzen«, sagte Blum. Am dringendsten seien Stellenausweitungen im Bauamt und im Hauptamt nötig.

Gute Leute sind sehr gesucht

Im Bauamt scheidet in einigen Monaten der Leiter aus, der Magistrat sichtet bereits Bewerbungen. Dabei sei klar geworden, dass die bisher mit Entgeltgruppe 11 dotierte Stelle auf EG 12 angehoben werden sollte, um einen qualifizierten neuen Leiter zu bekommen. Deshalb beantragte sie in der Ausschusssitzung nur eine Stelle für das Bauamt.

Gegenrede kam von Eckhard Hisserich. Er monierte, »es passt nicht ins Bild«, trotz Spardrucks eine Stelle anzuheben. Er vermisste Informationen zur Lage der Stadtkasse. Die lieferte Blum auf die Schnelle. Demnach ist das vergangene Haushaltsjahr besser gelaufen als vorab gedacht. Statt zwei Millionen minus werde es wohl auf ein kleines Plus von 100 000 Euro hinauslaufen. Das liege auch daran, dass der Haushalt erst Mitte des Jahres bewilligt war, weshalb einige Positionen nicht umgesetzt wurden.

Blum bekräftigte, dass die Bezahlung auch deshalb angehoben werden sollte, weil der Leiter ein breites Spektrum abdecken muss. Man könne zwar Fachbüros heranziehen, aber die Prüfung müsse durch das Bauamt erfolgen. Da gehe es um Themen wie energetische Sanierung von Klärananlage und Stadthalle, Planungen für Radwege im Bereich der A 49, Neubaugebiete, das Gewerbegebiet und Tiefbauarbeiten für Kanalleitungen.

Barbara Schlemmer (Grüne) regte an, Maßnahmen zeitlich zu strecken, um sie bewältigen zu können. Christiane Helm (Grüne) schlug vor, zeitlich befristet jemanden einzustellen. Blum meinte, das helfe nicht bei der Suche nach einem geeigneten Amtsleiter. Die Maßnahmen können nicht zeitlich gestreckt werden, weil es dazu Beschlüsse der Stadtverordneten gebe.

Kai Widauer (CDU) unterstützte den Antrag, denn auch in anderen Kommunen würden Fachleute gesucht, weshalb die Vergütung attraktiv sein müsse. Gabriele Schäfer-Langohr (SPD) verwies auf die Schwierigkeiten im Baubereich, gutes Personal zu finden. Da müsse die Stadt attraktiv für die Bewerber sein.

Die Diskussion wurde durch ein Missverständnis erschwert. So hatte Bürgermeisterin Blum in der Sitzung der Stadtverordnetenversammlung einen Antrag eingebracht, wonach zwei zusätzliche Stellen geschaffen werden sollten. Im Ausschuss brachte sie eine geänderte Fassung ein, die nur die eine Stelle im Bauamt vorsah. Erst nachdem das in einem angeregten Gespräch geklärt war, konnte der eigentliche Antrag beraten und beschlossen werden.



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