03. Februar 2021, 21:57 Uhr

»Glasfaser in jedes Haus«

03. Februar 2021, 21:57 Uhr
Bürgermeisterin Claudia Blum an der Baustelle für den Internetanschluss des Feuerwehrgerätehauses in der Homberger Kernstadt. FOTO: PM

»2020 wurde für alle Stadtteile in Homberg eine gute Internetversorgung erreicht«, erklärte Bürgermeisterin Claudia Blum und ergänzt: »Aktuell stehen wir mit verschiedenen Unternehmen in Verhandlung, damit alle Haushalte Glasfaseranschlüsse bekommen.«

Durch den Anschluss der vorhandenen Kabelverzweiger ans Glasfasernetz von Telekom und Goetel sei für alle Stadtteile eine ansprechende Versorgung sichergestellt worden. Mit der Vectoring-Technologie stehe zumeist eine Leistung von mindestens 50 Mbit zur Verfügung. »Mit 50 Mbit kommt der Normalnutzer gut zurecht, Homeoffice und E-Learning sind damit möglich. Bei mehreren Nutzern, Gamern und Gewerbebetrieben sind höhere Geschwindigkeiten erforderlich, sodass Glasfaser dringend nötig ist«, erklärt die Bürgermeisterin. »Gerade im ländlichen Raum sei dies kein Selbstläufer, sondern müsse hart erkämpft werden, wie der Blick zurück und auch nach vorne zeige.«

Seit vielen Jahren schon kämpfe man in Homberg um eine Verbesserung der Breitbandanschlüsse im Stadtgebiet. Immerhin zehn Jahre habe es gedauert, seitdem die Stadt dem damaligen Kabelnetzbetreiber Unitymedia einen Zuschuss in Höhe von 34 000 Euro für die Ertüchtigung des Netzes in Homberg und den Stadtteilen Bleidenrod, Büßfeld, Deckenbach, Gontershausen, Haarhausen, Maulbach, Ober-Ofleiden und Schadenbach gewährte. Dort startete man deshalb im Jahr 2011 mit 32 Mbit, heute werden durch den neuen Eigentümer Vodafone sogar bis zu 1000 Mbit angeboten.

In zehn Stadtteilen habe die Telekom 2020 die schon lange bestehenden Kabelverzweiger ans Glasfasernetz angeschlossen. Dadurch sei über die bestehende Kupferleitung zu den Haushalten mittels Vectoring-Technologie eine deutliche Steigerung des Angebots erfolgt, welches abhängig von der Entfernung zum Kabelverzweiger in der Regel bei mindestens 50 Mbit liege, im Nahbereich könnten es durchaus 250 Mbit sein.

Richtfunk reicht nicht aus

Appenrod, Dannenrod, Erbenhausen, Höingen mussten sich jahrelang mit Richtfunklösungen behelfen. Mit Richtfunk wurden oftmals nur Bandbreiten von wenigen Mbit erreicht. Appenrod, Dannenrod und Erbenhausen wurden 2020 durch das Unternehmen Goetel angeschlossen. Goetel verlegte Glasfaser und schloss zunächst die bestehenden Kabelverzweiger ans Glasfasernetz an.

Für die sogenannte letzte Meile wird das bestehende Kupferkabel genutzt. »Was sich einfach anhört, war jedoch das Ergebnis langwieriger Verhandlungen mit Goetel.« Durch die Reservierung der Kabelverzweiger für Goetel seien diese für andere Unternehmen einschließlich der Telekom faktisch blockiert gewesen.

In den Verhandlungen seien verbindliche Vereinbarungen über den Ausbau und vor allem die zügige Umsetzung festgeschrieben worden. Somit sei die Gefahr einer weiteren eventuell jahrelangen Hängepartie für die Bürger der betroffenen Stadtteile abgewendet worden.

Die Vereinbarungen würden eingehalten und ein Haushalt nach dem anderen werde in diesen Tagen von Goetel ans Netz genommen. »Der Anschluss der gesamten Stadt an ein Breitbandnetz, welches diesen Namen auch verdient, ist somit jetzt endlich erreicht« zeigt sich Bürgermeisterin Blum zufrieden. »Dies ist ein Meilenstein für Homberg. Gerade in der derzeitigen Pandemie, die Themen wie Homeoffice und das Bedürfnis nach großen Bandbreiten aufwirft, kann es aber nur als Zwischenschritt gewertet werden. Die zukünftige Erforderlichkeit größerer Bandbreiten ist offensichtlich, und so liegt nun der Fokus darauf, auf die Übergangstechnologie Vectoring einen Glasfaserausbau bis in jedes Haus folgen zu lassen«, so Blum.

Die Deutsche Telekom habe zwar in zehn Stadtteilen die Kabelverzweiger und im Rahmen des geförderten Ausbaus Gewerbebetriebe direkt ans Glasfasernetz angeschlossen. Ein flächendeckender Ausbau für private Haushalte von diesen Anschlusspunkten sei allerdings kurz- und mittelfristig nicht vorgesehen.

Auf Nachfrage habe die Telekom erklärt, dass die Firmenphilosophie einen flächendeckenden Ausbau ländlicher Räume nicht vorsehe. »Wir sind daher mit anderen Unternehmen im Gespräch, die ländliche Räume ans Glasfasernetz anschließen wollen« berichtet Blum.

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