12. August 2013, 14:43 Uhr

300000 Euro teure Sanierung für sauberes Wasser

Gemünden-Burg-Gemünden (ek). Die Gemeinde lässt sich die Wasserversorgung der Bürger etwas kosten, wie sich am Beispiel der Sanierung des Hochbehälters Burg-Gemünden seit dem vergangenen Jahr zeigt.
12. August 2013, 14:43 Uhr
Bürgermeister und Fachleute bei der Inspektion der fast abgeschlossenen Rohrsanierungsarbeiten im vorderen Bereich des Wasserhochbehälters Burg-Gemünden. (Foto: ek)

Vor der Sommerpause hat das Gemündener Gemeindeparlament über die finanzielle Beteiligung der Bürger an umfangreichen Baumaßnahmen für die Frischwasserversorgung entschieden. Demnach greifen die zusätzlichen Beiträge und Gebühren erst ab 2014, so der Beschluss, der quer durch alle Fraktionen getragen wurde. Gleichwohl werden aktuell bereits erhebliche Mittel in die Wasserversorgung investiert, wie Bürgermeister Lothar Bott mit Blick auf eine laufenden Baumaßnahme im Wasserhochbehälter von Burg-Gemünden erläuterte.

So habe man für dieses Sanierungsprojekt inzwischen rund 280000 Euro (netto) verausgaben müssen. Bei dieser Summe handelt es sich um reine Abschlagszahlungen, die Schlussrechnungen der einzelnen Bauabschnitte stehen noch aus, wie Bott betonte. Von daher müsse man im Ergebnis mit einer Bausumme deutlich über 300000 Euro allein für diese bauliche Sanierung rechnen. Vor allem seien dies aber auch Gelder, deren Verbauung man in der Bevölkerung kaum wahrnehme, man sehe in diesen Fällen nicht, wo die Gelder »im wahrsten Sinne des Wortes hinfließen«. In einigen Wochen sollen alle Arbeiten im Hochbehälter abgeschlossen sein, so dass er im Herbst saniert ist.

Abgenommen wurde am Donnerstag in der zweiten Wasserkammer des Hochbehälters mit den Betonsanierungsarbeiten, ein umfangreicher Komplex, wie ein Blick in die derzeit noch leere Kammer belegt. Projektleiterin Antje Fritzke vom Ingenieurbüro SIB, ein Vertreter der Bauffirma aus Sachsen und Bürgermeister Lothar Bott begaben sich für die Bauabnahme in die rund fünf Meter tiefe Kammer, die ein Fassungsvolumen von rund 400 Kubikmeter Wasser hat. Derzeit laufen noch durch eine weitere Firma die Installationsarbeiten für eine komplett neue Rohrinstallation in Edelstahl, wie sich im vorderen Bereich außerhalb der Wasserkammern erkennen ließ. Bürgermeister Bott und Iris Rohrbach von der Bauverwaltung der Gemeinde ließen sich über den Fortschritt dieser Arbeiten informieren.

Schäden größer als angenommen

Die Vorbereitungsarbeiten für dieses Großprojekt begannen laut Bott Ende 2011. Blicke man sogar zurück auf die grundsätzliche Beschlussfassung der Neuordnung der Gemündener Wasserversorgung, so liege der Beginn der Maßnahmen in den frühen 2000er Jahren. Die handwerklichen Ausführungen am Hochbehälter in Burg-Gemünden wurden 2012 begonnen und sollten ursprünglich Ende des Jahres abgeschlossen sein. Allerdings machten erhebliche Schäden in der ersten, inzwischen sanierten, Wasserkammer, diesen Plan schnell zunichte. Nachdem das Schadensausmaß nach Ablassen des Wassers und Entfernen des alten Putzes in der ersten Kammer deutlich geworden war, mussten erhebliche zeitliche Verzögerungen in Kauf genommen werden.

Zugleich entwickelten sich dadurch die Kosten nach oben, Beschlüsse, dafür mehr Geld in die Hand zu nehmen, waren unumgänglich. So kam es schließlich, dass erst 2013 die Sanierung der zweiten Wasserkammer in Angriff genommen werden konnte. Wie bereits in der ersten Kammer erfolgt, steht jetzt für die zweite Kammer vor einer Inbetriebnahme noch eine Aushärtungsphase an. Die Kammern und auch die neu installierten Rohrleitungssysteme müssen dann noch komplett desinfiziert werden.

In drei bis vier Wochen, so die Einschätzung der vor Ort tätigen Baufirma und der Bauleitung sollen alle Arbeiten abgeschlossen sein, so dass dann für die Wasserversorgung von Burg- und Nieder-Gemünden wieder beide Wasserkammern für rund 800 Kubikmeter Frischwasser zur Verfügung stehen. Dies bedeutet bei einem täglichen Frischwasserverbrauch von 150 bis 170 Kubikmeter Wasser einen Vorrat für rund fünf Tage, womit man sehr gut auskomme, wie der Bürgermeister unterstrich.

Mit dem absehbaren Abschluss der Baumaßnahmen im Hochbehälter von Burg-Gemünden sei man aber noch lange nicht am Ende bei der Neuordnung der Wasserversorgung. Dies werde mit Sicherheit noch einige Jahre in Anspruch nehmen und erhebliche Finanzmittel in der Gemeinde binden, wie Bott weiter ausführte. Die nächsten, ebenfalls sehr kostspieligen Maßnahmen, die innerhalb der Gemeinde anstehen, betreffen die Sanierung des Tiefenbrunnens in Elpenrod, die unbedingt erforderliche Sanierung des Wasserhochbehälters in Hainbach und eine zeitgleiche Stilllegung des Hochbehälters in Elpenrod.

Darüber hinaus wird man noch weitere Sanierungsmaßnahmen in Angriff nehmen müssen, so am Hochbehälter in Ehringshausen. Insgesamt stehen mehrere Maßnahmen an, die aber unerlässlich sind, so Bott weiter. Die Frischwasserversorgung innerhalb der Gemeinde soll schließlich auf ein modernes Fundament gestellt werden und damit auch zukunftsfähig.



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