10. Dezember 2012, 14:53 Uhr

Versteckte Liebeserklärungen in Briefen?

Gemünden-Ehringshausen (ek). Mit der letzten Aufführung am Wochenende endete für dieses Jahr die Spielsaison der Laienspielgruppe. Mit acht Aufführungen, die von mehr als 1000 Zuschauern mit großer Begeisterung verfolgt wurden, können die Laiendarsteller erneut auf eine sehr erfolgreiche Saison zurückblicken.
10. Dezember 2012, 14:53 Uhr
Das Stück »Die Balkonszene« von John Chapman und Anthony Marriot wurde von der Laienspielgruppe vor rund 1000 Zuschauern gezeigt. Die moderne Komödie spielt in einem englischen Heiratsinstitut. (Foto: ek)

Mit einigen neuen Gesichtern auf der Bühne, mit vielen bewährten Laiendarstellern und einem gut eingespielten Team vor und hinter den Kulissen stellten die Mitglieder der Laienspielgruppe erneut ihr schauspielerisches Können eindrucksvoll unter Beweis. Das ansprechende Ambiente im Zuschauerbereich und eine rundum gelungene Bühnendekoration taten ein Übriges, so dass die vielen Zuschauer aus nah und fern mit Begeisterung die Komödie verfolgten und die Laiendarsteller mit viel Applaus bedachten.

Nach monatelanger Vorbereitungsphase, nach unermüdlichen Probeabenden und nach einem Theater-Workshop vor wenigen Wochen waren der herzliche und anhaltende Applaus der wohlverdiente Lohn für hervorragendes schauspielerisches Können.

Gespielt wurde in diesem Jahr mit dem Stück »Die Balkonszene« von John Chapman und Anthony Marriot, ins Deutsche übertragen von Horst Willems, eine moderne Komödie, deren Handlung in einem englischen Heiratsinstitut spielt. Constance Beauchamp (Manuela Hohl) leitet ein solides und erfolgreiches Eheinstitut – bis der schwer vermittelbare Fall Jeremy Grover (Gernot Krumbein) alles durcheinanderbringt. Er glaubt doch wirklich, in den genormten Computerbriefen des Instituts versteckte Liebeserklärungen der Chefin zu entdecken. Angeregt durch die gefühlvollen Briefe taucht er in der Agentur auf und bringt dort die Angestellten und Klienten zur Verzweiflung.

Das gerade im Haus eingestellte Hausmädchen Anna Maria Lopez (Andrea Falk) wird in die folgenden Ereignisse völlig unschuldig verwickelt, ist aber stets bemüht es ihrer
Arbeitgeberin Recht zu machen. Nicht einfach gestaltet sich der Job von Sekretärin Diana Pryce (Katrin Pitzer), die stets nur das Beste für die Firma will und ständig von dem Geschehen überholt wird und dabei kaum zum Luft holen kommt. Die Verwirrungen nehmen ihren Lauf, als dann auch noch Godfrey of Harpenden, ein Earl (Thomas Tomaschewski) im Heiratsinstitut erscheint, um sich über die bisher nicht erfolgte Vermittlung seiner Tochter zu beschweren. Eigentlich will er Constance Beauchamp nur einen Gefallen tun, gibt sich auf ihr Drängen als deren Ehemann aus, was zunächst zu weiteren Verwicklungen führt. Das Erscheinen seiner richtigen Ehefrau, Sybil of Harpenden (Conny Habermehl) macht diese eigentlich gut gemeinte Absicht wieder zunichte.

Zuvor sucht aber auch noch Pfarrer Quentin Fitch (Stephan Seipp), ein heiratswilliger Kunde, das Büro auf und gerät mitten in das große Verwirrspiel. Schließlich kommt auch noch die Polizei ins Spiel, denn ein versuchter Sprung vom Balkon, mit dem Jeremy Grover seine Liebe gegenüber Constance beweisen wollte, führt zu Ermittlungen durch James Hill (Wilfried Keßler). Der glaubt sich zunächst im »Sündenpfuhl« eines Bordells, bekommt aber am Ende auch noch mit Elsie Meadows (Ilse Heldmann), eine holde Schöne ab, nachdem diese eher zufällig nach drei erfolgreichen Vermittlungen inzwischen wieder ohne Mann, die Hilfe der Agentur in Anspruch nehmen wollte.

Am Ende lösen sich alle Verwechslungen und Irrtümer in Wohlgefallen auf, so wie es sich für eine gute Komödie gehört.

Die Aufführungen waren ein ansteckender Spaß für die Schauspieler und das Publikum gleichermaßen. Die Rollen waren durchweg genial besetzt, wurden von den Laiendarstellern brillant ausgefüllt und gespielt. Es gab reichlich Gelegenheit herzhaft zu lachen, was das Publikum auch gerne tat. Szenenbeifall beflügelte die Darsteller und lang anhaltender, verdienter Applaus zum Ende des Stückes war der wohlverdiente Lohn für ansprechendes, heiter präsentiertes und köstlich unterhaltsames Theater. Die Laienspielgruppe hatte mit diesem Stück seinem treuen Publikum und nicht zuletzt sich selbst einen neuerlichen Beweis ihrer großen Professionalität geliefert.

Ein besonderes Gut, auf welches man innerhalb der Laienspielgruppe bisher immer wieder bauen konnte, ist das Engagement neuer Laiendarsteller. So gab es auch in diesem Jahr wieder neue Aktive, die ihr Debüt auf der Bühne mit Bravour bestanden und sich damit voll integrieren konnten. Neu auf der Bühne standen diesmal Manuela Hohl, Katrin Pitzer und Ilse Heldmann, denen es aber keinesfalls an Professionalität mangelte. Ebenso wie alle anderen Darsteller glänzten sie mit überzeugender Mimik und mit einer treffenden Verkörperung ihrer Rollen, so als hätten sie nie etwas anderes gemacht und als seien sie eben jene, die sie auf der Bühne darstellten.

Diese großartige Leistung des gesamten Ensembles spürte auch das Publikum, der Funke sprang jederzeit über und ließ die mehr als zweistündige Aufführung viel zu schnell vergehen, fühlte man sich doch in das Stück integriert, fieberte und lachte vor allem herzhaft mit. Damit die Aufführungen in dieser Form rundum gelingen konnten, dafür stand zunächst einmal Regisseur Karl Pitzer, aber es wirkten natürlich noch weitere Helfer der Laienspielgruppe hinter den Kulissen mit. Als Regieassistenz wirkten Elisabeth Well und Jörg Müller, während Adelheid Müller und Margot Pelzer als Souffleusen tätig waren. Die Dekoration und Bühnengestaltung oblagen Lothar Schott, Winfried Kessler und Thomas Tomaschewski. Für eine perfekte Technik sorgte Gerhard Spahr, sowie für die Maske Ulrike Tomaschewski und Anja Seipp. Schließlich zeichneten Uljana Stark für die Kostüme und Margot Pelzer für die Requisite verantwortlich.

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