24. Juni 2011, 14:35 Uhr

Herausforderung»Tagesalarmsicherheit«

Gemünden-Hainbach (eva). Trotz der Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf dieStädte und Gemeinden seien die Ansätze für den Brand- und Katastrophenschutz im Haushalt der Gemeinde nicht gekürzt worden.
24. Juni 2011, 14:35 Uhr
Mitglieder der Ehringshäuser Feuerwehr, Volker Schäfer, Gerhard Spahr und Reinhard Lein (in der Mitte), die mit Brandschutzehrenzeichen in Gold und Silber ausgezeichnet wurden, sowie Landrat Rudolf Marx, Bürgermeister Lothar Bott, Kreisbrandinspektor Werner Rinke und Gemeindebrandinspektor Udo Richber. (Fotos: eva)

Dies zeuge davon, dass sich die Gemeindegremien ihrer Verantwortung bewusst sind und dem Brand- und Katastrophenschutz einen hohen Stellenwert einräumen, so Gemeindebrandinspektor (GBI) Udo Richber in der Jahreshauptversammlung der Gemündener Wehren, die anlässlich des 60-jährigen Bestehens der Feuerwehr Hainbach im Rahmen des Gemeindefeuerwehrtages im Festzelt stattfand. So habe man im vergangenen Jahr 20 neue Brandschutzanzüge und vier neue Atemschutzgeräte angeschaff und für die Fertigstellung der Aufstockung am Feuerwehrgerätehaus in Rülfenrod stünden die Haushaltsmittel bereit. Für den Erweiterungsbau des Feuerwehrgerätehauses in Nieder-Gemünden liege die Baugenehmigung vor. Auch sind für die Erneuerung der Heizanlage und Wärmedämmung im Feuerwehrgerätehaus in Hainbach Mittel vorgesehen und Umkleidemöglichkeiten ebenfalls in Hainbach sowie in Otterbach und Ehringshausen sollen zeitnah realisiert werden.

Richber erläuterte, dass zurzeit in den Einsatzabteilungen 17 weibliche und 140 männliche Aktive ihren Dienst versehen, 57 Mitglieder sind in der Jugendfeuerwehr und der Kinderfeuerwehr, die im Ortsteil Ehringshausen für Kinder ab dem 6. Lebensjahr eingerichtet wurde, gehören vier Kinder an.

In der Ehren- und Altersabteilung, deren Organisation in den Händen von Adolf Wittich und Heinrich Schüßler liegt, haben sich 105 Ehemalige zusammengefunden. Zurzeit sind 1050 Bürger Mitglieder in den Feuerwehren, gut ein Drittel der Bevölkerung.

Wie Richber weiter ausführte, stellen die sieben Ortsteilfeuerwehren den Brandschutz sicher. Die Alarmierung erfolgt über zehn funkgesteuerte Sirenen und für die stille Alarmierung sind in den Ortsteilen Burg-Gemünden, Nieder-Gemünden, Ehringshausen und Hainbach 40 Fernmelde-Empfänger vorhanden. Die Einsatzbereitschaft sei am Tage für die Gemeinde mit dem ersten Zug der Burg- und Nieder-Gemündener Feuerwehr mit 28 Einsatzkräften gewährleistet, von denen 15 »tagesalarmsicher« sind. Zugführer des ersten Zuges ist nunmehr Stefan Wehrwein und dessen Stellvertreter Jochen Schnell-Kretschmer.

»Die Tagesalarmsicherheit wird nur erreicht, weil Einsatzkräfte in Gemünden und den Nachbargemeinden ihren Arbeitsplatz haben und ihre Arbeitgeber sie freistellen«, so Richber. Dafür gebühre den Arbeitgebern Dank. Man sei ständig angehalten, personellen Veränderungen in Bezug auf die Tagesalarmbereitschaft entgegenzuwirken und weitere Einsatzkräfte für den ersten Zug zu werben. Dünner dürfe die Personaldecke bei einem Tageseinsatz nicht mehr werden, da ansonsten nur die großräumige Alarmierung, gegebenenfalls unter Einbeziehung der Nachbarkommunen, bleibt.

»Insgesamt lässt sich sagen, dass wir in unserer Feuerwehrfamilie noch näher zusammenrücken müssen«, so der GBI. 44 Mal seien die Feuerwehren der Gemeinde im abgelaufenen Berichtszeitraum im Einsatz gewesen.

Bei acht Brandeinsätzen, 29 technischen Hilfeleistungen und sieben Brandsicherheitsdiensten hätten die Aktiven ihre Einsatzfähigkeit erfolgreich unter Beweis gestellt. Außerdemgab es Übungen, Besprechungen, Tagungen und Schulungen und noch eine Vielzahl weiterer Aktivitäten. Erwähnt wurden Brandeinsätze bei einem Wohnhausbrand in Hainbach sowie die Explosion einer Garage in Burg-Gemünden und die Hilfeleistung nach der Kollision eines Autos mit einem Zug. Gleich zweimal wurde das neue Unwettermodul ausgelöst. Dabei habe sich der Wert des Einsatzleitfahrzeuges gezeigt.

In Erinnerung rief Richber auch den Wohnhausbrand im Mai diesen Jahres in Burg-Gemünden mit dem günstigen Umstand, dass kurz nach 16 Uhr genügend Einsatzkräfte zur Verfügung standen. Bei einem Brand nur zwei Stunden früher wären die meisten Einsatzkräfte noch an der Arbeit gewesen.

»Für mich steht fest, dass wir alle unsere Feuerwehren, auch die kleineren Ortsteilfeuerwehren, zur Gefahrenabwehr benötigen«, sagte Richber. Nur so lasse sich das bewährte System des flächendeckenden Brandschutzes erhalten. »Die Freiwilligen Feuerwehren werden sich den Aufgaben der Zukunft stellen«, hob der GBI hervor.

Jedoch sei auch Fakt, dass die Belastungsgrenze für die Feuerwehrführungskräfte erreicht sei. Immer mehr administrative Aufgaben seien in den letzten Jahren auf diese Ebene abgewälzt und es sei nahezu unmöglich geworden, die ehrenamtliche Leitung einer Gemeindefeuerwehr »so nebenbei nach Feierabend zu organisieren. « . Hier müsse Entlastung geschaffen werden, um nicht Gefahr zu laufen, dass man in den kommenden Generationen keine Kandidaten für Führungsaufgaben mehr gewinnt.

Der stellvertretende Jugendfeuerwehrwart Christoph Schad berichtete, dass der Jugendfeuerwehr 24 Mädchen und 37 Jungen angehörten. Besonders stolz sei man darauf, dass die Gruppen aus Ehringshausen die Kreismeisterschaften gewannen sowie beim Landesentscheid den zweiten Platz belegten und die Jugendfeuerwehr aus Hainbach sich den 8. Platz beim Osthessen-Cup erkämpfte.

»Gemünden kann stolz sein, die Feuerwehren zu haben, denn anders wäre dies finanziell nicht zu leisten«, betonte Bürgermeister Lothar Bott. Er dankte allen Aktiven für ihren Engagement und betonte, dass die gemeindlichen Gremien zur Feuerwehr stehenn. Landrat Rudolf Marx unterstrich in seinem Grußwort die hohe Bedeutung der Freiwilligen Feuerwehren. Gerade in Berfa habe sich gezeigt, wie schnell eine Katastrophe über Gemeinden hereinbrechen kann und wie wichtig dann der Einsatz der ehrenamtlichen Rettungskräfte ist.

Kreisbrandinspektor Werner Rinke dankte für die ehrenamtliche Arbeit zum Wohl der Bürger und er unterstrich, dass der Feuerwehrverband grundsätzlich großes Interesse habe, das Wirken der Feuerwehren im kommunalen Bereich mitzugestalten und sich für die Belange vor Ort einzusetzen. In weiteren Grußworten der politischen Fraktionen bekundeten der Vorsitzende der Gemeindevertretung Karl Pitzer (SPD), Erster Beigeordneter Eckhard Reitz (UBL) und Walter Momberger (BGG), ihre Verbundenheit mit den Feuerwehren.

Anlässlich des Feuerwehrjubiläums waren auch Gäste aus Österreich, und zwar von der Feuerwehr Gmünd in Kärnten zu Besuch in Hainbach.

Für 40 Jahre aktiven Dienst wurden mit dem Brandschutzehrenzeichen in Gold am Bande Gerhard Spahr, Volker Schäfer und Reinhard Lein aus Ehringshausen ausgezeichnet und der Wehrführer von Burg-Gemünden, Mario Röhrich wurde zum Oberlöschmeister ernannt.

Norbert Vey wurde zum Wehrführer und Sven Stier zum stellvertretenden, ehrenamtlichen Wehrführer von Elpenrod ernannt.

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