10. Oktober 2010, 19:28 Uhr

Begeistert vom alten Gut - Kopfschütteln über Verordnungen

Gemünden (pm). Eine alte Tradition ist der jährliche Grenzgang der Bürgergemeinschaft Gemünden.
10. Oktober 2010, 19:28 Uhr
Kontraste: Die laufende Aufstockung des Feuerwehrgerätehauses Rülfenrod anno 2010 und die historische St.-Martins-Kirche aus dem Jahr 1750. (Foto: pm)

Gemünden (pm). Eine alte Tradition ist der jährliche Grenzgang der Bürgergemeinschaft Gemünden. Dabei besuchen Mitglieder und andere interessierte Bürger innerhalb der Großgemeinde Orte von besonderem Interesse. Bei strahlendem Sonnenschein traf man sich kürzlich vor dem DGH Hainbach. Im Rahmen des Konjunkturprogramms wird dort gerade eine umfassende energetische Sanierung ausgeführt. BGG-Vorsitzender Walter Momberger begrüßte die Anwesenden und übergab das Wort an Bürgermeister Lothar Bott.

Dieser erläuterte die Maßnahmen im Rahmen einer Besichtigung. Dabei stieß die neue Holzpellet-Heizung ebenso auf Interesse wie die geräumige Wohnung im Obergeschoss. Die Wohnung war kürzlich frei geworden, nachdem der Bewohner über Jahre hinweg Mietschulden aufgetürmt hatte. Um die Wohnung dem heutigen Stand anzupassen, wären große Investitionen nötig. Angesichts der geringen Wohnungsnachfrage will die Gemeinde zunächst abwarten.

Nach der Besichtigung ging es in den Schützenkeller des DGH, wo Gisela und Ewald Rühl ein herzhaftes Frühstück vorbereitet hatten. Von dort ging es weiter nach Rülfenrod, was einige Grenzgänger zu Fuß, andere per Pkw bewältigten. In Rülfenrod warteten bereits der Hausherr des Hofgutes, der Freiherr Schenck zu Schweinsberg und seine Gattin auf die Besucherschar. Der Baron begrüßte die Gäste und gab eine kurze Übersicht über die Geschichte des Gutes, das 1387 erstmals erwähnt wurde. Er berichtete von der umfangreichen Arbeit, mit der er und seine handwerklich begabte Frau das Hofgut in den heutigen Zustand brachten. Alte Fotos unterstützten seine Schilderungen.

Ein kurzer Rundgang durch das Gut und seinen prächtigen Garten ließ die Bewunderung der Besucher noch steigen. Auf Drängeln der Gäste wurde sogar der imposante, 30 Meter lange Gewölbekeller geöffnet. Walter Momberger bedankte sich für die Führung beim Ehepaar Scheck zu Schweinsberg und man war sich einig, mit dem Gut ein echtes Kulturdenkmal in der Gemeinde zu haben. Weiter ging es direkt über die Straße zum Feuerwehrgerätehaus Rülfenrod. Hier wird mit viel Eigenleistung durch Aufstocken des Gebäudes ein Jugendraum geschaffen. Ortsvorsteher Adolf Wittich zeigte den Besuchern die Baustelle und gab fachkundige Erläuterungen. Der neu entstandene Dachraum befindet sich im Rohbau und bietet später großzügig Platz für die Jugend.

Mit Kopfschütteln reagierten die Besucher, als sie erfuhren, dass das große Einfahrtstor an der Seite des Gerätehauses auf Grund neuer Vorschriften herausgerissen und durch ein größeres auf der Giebelseite ersetzt werden muss. Hiervon ist auch der neu gestaltete Vorplatz des Gebäudes betroffen. Dies sei, so Walter Momberger, wieder ein typisches Beispiel, wie durch Vorschriften von oben den Gemeinden das Leben schwer gemacht werde. »Schilda lässt grüßen,« so der Kommentar. Inzwischen war es Mittag geworden und die Grenzgänger hatten bei herrlichem Wetter einen informativen Vormittag verbracht. Zum Abschluss ging es nach Ehringshausen, wo im Gasthaus Eckstein das Mittagessen wartete. Die Gruppe hatte viel Gesprächsstoff.

Schlagworte in diesem Artikel

  • Begabung
  • Bürgergemeinschaft Gemünden
  • Gemünden
  • Lothar Bott
  • Verordnungen
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos