08. November 2009, 21:40 Uhr

Beklemmende Bilder mahnten Wohlverhalten an

Gemünden-Nieder-Gemünden (eva). Am Mittwoch fand im evangelischen Gemeindehaus der erste Seniorennachmittag der beginnenden Herbst/Wintersaison des Seniorenkreises der Gemeinden Nieder-Gemünden, Elpenrod, Hainbach und Otterbach statt.
08. November 2009, 21:40 Uhr
Die »Sorgenbrecher« erfreuten die Senioren mit beliebten Melodien. (Foto: eva)

Gemünden-Nieder-Gemünden (eva). Am Mittwoch fand im evangelischen Gemeindehaus der erste Seniorennachmittag der beginnenden Herbst/Wintersaison des Seniorenkreises der Gemeinden Nieder-Gemünden, Elpenrod, Hainbach und Otterbach statt. Pfarrer Thomas Schill begrüßte die Gäste in dem herbstlich dekorierten Raum und stellte die Betrachtung der Mitteltafel des Gemäldes »Das jüngste Gericht« des Malers Hans Memling (um 1435 bis 1494) in den Mittelpunkt seier anschließenden Andacht. Zum besseren Verstehen konnten alle Besucher anhand von Bildkopien die Erläuterungen zu dem Gemälde verfolgen.

Das in seinen Ausmaßen (242 mal 180 Zentimeter) aber auch in seiner Darstellung gewaltige Bild stelle großes »Welttheater letzter Akt«, oder das »Schlussbild der Welt- und Heilsgeschichte« dar, wie es sich die Christen damals vorstellten. Das Altarbild, das sich im Nationalmuseum in Danzig befindet, ist zur Unterscheidung von Himmel und Erde horizontal und vertikal geteilt. Es stellt im oberen Teil Jesus mit Lilie und Schwert als Weltenrichter auf einem Regenbogen dar, umgeben von den Heiligen und himmlischen Heerscharen. Unter Jesus ist der Erzengel Michael in lombardischer Rüstung bei der Wägung der Menschen dargestellt.

Bei aller Faszination, die von dem Bild ausgehe, bleibe doch ein beklemmender Eindruck zurück, so Pfarrer Schill. Das späte Mittelalter habe den Gläubigen auf diese Weise regelmäßig das Gericht vor Augen gemalt. Die Botschaft der Bilder: »Entscheide dich, lebe so, dass du am Ende gerettet wirst und nicht in die Hölle wanderst«, sei unmissverständlich gewesen. Die Frömmigkeit einer Epoche spiegele sich in ihrer Bilderwelt, konstatierte der Pfarrer. Bilder könnten auch Angst machen, denn die Drohung mit der Hölle sei damals allgegenwärtig gewesen. 50 Jahre später habe die Reformation begonnen und die Befreiung aus einem Zeitalter der Angst gebracht.

Im weiteren Verlauf des Nachmittags unterhielt die Männergesangsgruppe »Sorgenbrecher« unter der musikalischen Leitung von Andreas Reitz die Gäste mit unterhaltsamen Gesangsstücken, wie beispielsweise »Ich lebe gern in diesem Land, die Welt kann nirgends schöner sein«, oder »Das weiße Schiff verlässt den Hafen« und noch einer weiteren Anzahl harmonischer Weisen. Die Sänger wurden für ihre Darbietungen mit reichlich Applaus belohnt.

Natürlich kamen auch heitere und besinnliche Anekdoten, Geschichten und Gedichte nicht zu kurz. So wusste Irmgard Fink Amüsantes von einem »Brief an den lieben Gott« zu berichten, der irrtümlich beim Finanzamt gelandet war. Sie erinnerte an die Seniorennachmittage vor über einem Jahrzehnt, und gemeinsam mit Elfriede Müller schilderten sie in einem Sketch von den Nebentätigkeiten und Hobbys ihrer Männer, mit dem Fazit (im Hinblick auf das Imkerhobby): »Es ist immer noch besser, so tue ich meine, zehntausend Biene im Garten, wie in Frankfurt eine!«. Außerdem unterhielt Irmgard Fink mit der Geschichte von »Tante Emma«, die mit ihrer Sicht auf die Welt zu dem Ergebnis kam, das nur diejenigen bedeutend sind, die im Kleinen treu seien und nur die Geringen und Treuen immer den wichtigsten Dienst der Welt versehen würden.

Von der Erfahrung mit bitteren Knöterichpastillen, die Krankheiten vorbeugen sollen, erzählte Erika Müller in ihrem Vortrag »Bös muss Bös vertreiben«, und gemeinsam mit Helga Fiedler und Irmgard Fink brachte sie die Gäste mit dem Sketch »Lieschen soll ins Internat« zum Lachen, sahen doch Lieschen und ihre dominante Mutter aus dem Dorf keinen Sinn in der Anschaffung von unnützem Schnickschnack wie Tanzschuhen, seidenen Strümpfen oder gar »Bein- und Gesellschaftskleidern«.

Mit dem Hinweis auf den nächsten Seniorennachmittag der Kirchengemeinde Nieder-Gemünden/Otterbach, Elpenrod und Hainbach, der am Mittwoch, dem 2. Dezember, stattfindet, klang der gesellige Nachmittag aus.

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