10. Juni 2008, 17:52 Uhr

Parkende Lastwagen und Schilder sorgen für Unmut

Gemünden-Burg-Gemünden (rs). Parkender Schwerlastverkehr in einem Wohngebiet - das sorgt seit geraumer Zeit im Neubaugebiet jenseits der Eisenbahn am Hang rechts der Ortsdurchfahrt in Richtung Nieder-Gemünden für Unmut.
10. Juni 2008, 17:52 Uhr

Gemünden-Burg-Gemünden (rs). Parkender Schwerlastverkehr in einem Wohngebiet - das sorgt seit geraumer Zeit im Neubaugebiet jenseits der Eisenbahn am Hang rechts der Ortsdurchfahrt in Richtung Nieder-Gemünden für Unmut. Hinzu gekommen ist jetzt Unverständnis über eine Beschilderung der Gemeinde, die eben das Abstellen von Lastwagen und Omnibussen in den Straßen dort untersagt.

Das Unverständnis regt sich zum einen bei einem Gewerbetreibenden, der sich mit seinem Reifenhandel beeinträchtigt sieht. Zum anderen sehen sehr viele Anwohner die Investition für die Schilder als hinausgeworfenes Geld an, denn nach ihrem Dafürhalten folgen auf Zuwiderhandlungen keinerlei Sanktionen.

In einer Sitzung des Ortsbeirates waren parkende Lastwagen und die Beschilderung der Gemeinde kürzlich Thema, wobei sehr engagiert und teilweise auch sehr kontrovers diskutiert wurde. Auch einige Zuhörer hatten sich eingefunden, die sich als von den parkenden Lastwagen betroffene Anwohner herausstellten.

So schilderte ein Anwohner, er habe extra auf seinem Grundstück Stellflächen für Fahrzeuge anlegen müssen, jetzt komme er mit diesen nicht auf sein Grundstück, wenn die Lastwagen dort stünden. Der betroffene Reifenhändler, selbst Mitglied des Ortsbeirates, schilderte, er sei mit seinem Gewerbe zuerst dort gewesen, und angesiedelt habe ihn die Gemeinde. Sein ursprünglicher Wunsch, in das Gewerbegebiet zu können, sei nicht berücksichtigt worden, weil er dafür zuwenig Fläche benötigt habe. Er wehrte sich vehement dagegen, dass die aktuelle Beschilderung sich gegen die Kunden richte, die ihr Fahrzeug mal ein oder zwei Tage stehen lassen müssten.

Nachdem ein Mitglied des Ortsbeirates darauf hingewiesen hatte, Lkw-Fahrer in Ballungsräumen könnten ihr Arbeitsgerät auch nicht abends oder am Wochenende mit nach Hause nehmen, kam die Idee auf, ein gesondertes Areal für parkende Schwerlastwagen bereit zu stellen. Die bislang nicht nachgefragte Gewerbefläche sei schließlich noch groß genug, vielleicht ließe sich da noch ein Mietzins erzielen.

Diese Überlegung aufgreifend empfahl der Ortsbeirat, die Gemeinde möge sich dazu Gedanken machen. Außerdem möchte das Gremium wissen, wie das ganze Verfahren (an ihm vorbei) bislang abgelaufen ist. Allgemeine Kritik entzündete sich daran, dass der Ortsbeirat es gerne gesehen hätte, wenn er früher mit der Problematik befasst worden wäre. Außerdem meinte ein Ortsbeiratsmitglied, mit einem der Lkw-Halter lasse sich doch reden, man hätte es gütlich versuchen können. Dieser Einschätzung widersprachen allerdings sowohl die anderen Ortsbeiratsmitglieder als auch die Zuhörer. Einzelne wusste gar von Unflätigkeiten bei dem Versuch, mit dem Lkw-Halter ins Gespräch zu kommen.

Schließlich wurde noch moniert, dass die beiden Schilder zunächst beide am Straßenanfang (von der Ortsdurchfahrt her gesehen) montiert worden seien, das im Ziegelgraben sei dann später weiter nach hinten versetzt worden, wohl um einen dort oft parkenden Omnibus nicht zu behindern. Dieser Einschätzung widersprach am nächsten Tag Bürgermeister Lothar Bott auf Anfrage, denn der Bauhof habe dieses Schild zunächst irrtümlich montiert.

In einem weiteren Aspekt zum Sachverhalt monierten Mitglieder des Ortsbeirates und Anwohner, auf die aufgestellten Schilder folgten genauso wenig Sanktionen wie zu Verstößen, die es bereits früher regelmäßig gegeben habe. So parkten Lkw entgegen der Fahrtrichtung, teilweise auf dem Bürgersteig, auf fremdem Privatgelände oder zu nahe am Kreuzungsbereich. In einem Fall, als aus einem viele Tage stehenden Lastwagen Öl getropft sei, habe man zwar die Polizei informiert, erkennbar geschehen sei aber nichts. Zum Thema Sanktionen meinte der Bürgermeister am Freitag gegenüber der AZ, die Polizei könne auf Ordnungswidrigkeiten reagieren, sie müsse nicht. Die Gemeinde als Ortspolizeibehörde sei zwar bemüht, den Missstand abzustellen, aber sie habe naturgemäß ihre Grenzen, insbesondere die personellen.

Gleichwohl gab sich Bott optimistisch, denn mit den neuen Schildern stehe man jetzt bei möglichen Gerichtsverfahren besser da.

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