02. Juli 2021, 21:53 Uhr

Gemeinde hilft Glasfaser-Firma

02. Juli 2021, 21:53 Uhr
Glasfaser ist die Technik der Zukunft, oben wird in Ulrichstein ein Leerrohr für Glasfaserleitungen verlegt. In Feldatal setzt man nun auf die Firma TNG Stadtnetz. ARCHIVFOTO: JOL

Die Gemeindevertretung gibt Gas bei Infrastrukturprojekten. So will man schnell ein gutes Glasfasernetz, mit einem Baukindergeld mehr Familien anlocken und für Touristen einen Wohnmobilplatz schaffen. Darauf einigten sich die Feldataler Kommunalpolitikerinnen und -politiker in der Sitzung am Donnerstag in der Feldahalle - in gut 30 Minuten und durchweg einstimmig.

Kurzfristig war der Antrag zu einer Kooperation der Gemeinde mit dem Kommunikationsunternehmen TNG Stadtnetz auf die Tagesordnung gekommen. Darin heißt es, die Gemeinde begrüßt die Ausbaupläne für Glasfaserleitungen bis ins Haus und unterstützt die Firma bei diesem Vorhaben. Wie Bürgermeister Bach betont, kann die Kommune Gemeinschaftshäuser für Veranstaltungen zur Verfügung stellen. Er hat vorab beim Städte- und Gemeindebund abgeklärt, dass eine solche Unterstützung möglich ist, ohne die Neutralität der Gemeinde infrage zu stellen. Bach begrüßte besonders den Einsatz von Ortsbewohnern, die Nachbarn Hilfestellung bei der Beantragung eines Glasfaseranschlusses geben.

Aktuell hat TNG Stadtnetz mit rund 23 Prozent der Haushalte Vorverträge abgeschlosen. Bach ist optimistisch, dass die 40-Prozent-Grenze erreicht wird, ab der die Firma aus Norddeutschland die Leitungen ziehen will. Schon in wenigen Jahren wird der Glasfaseranschluss bis ins Haus der Standard in Deutschland sein. Die Zusammenarbeit mit TNG wird in einer Vereinbarung festgehalten.

In einem Info-Blatt hat die Initiative »Bürger informieren Bürger« Informationen zusammengestellt. Darin heißt es, dass der Anschluss des Hauses kostenlos erfolgt, wenn man einen Vertrag mit TNG abschließt. Dann ist man zwei Jahre an die Firma gebunden, danach kann auch ein anderer Anbieter gewählt werden. Der Wechsel vom bisherigen Kupfer- zum Glasfaserkabel sei sinnvoll, weil viele Bereiche des Lebens von guten Internetverbindungen abhängig sind. Das betrifft Gewerbetreibende, Privatleute beim Fernsehschauen und Arbeitnehmer, die von zu Hause aus arbeiten. Die Datenmenge im Netz steige schnell an, da sei Glasfaser die Technik von morgen.

Um die Zukunft der Gemeinde Feldatal geht es auch beim Baukindergeld. Mit 1500 Euro pro Kind soll der Zuzug von Familien gefördert werden, wie beschlossen wurde. »Wir haben eine zunehmende Überalterung und stagnierende Kinderzahlen in der Gemeinde«, begründete Bach. Er forderte, die Kommune müsse sich darauf konzentrieren, gezielt Familien mit Kindern anzusprechen. Sie sollen einen kleinen Zuschuss erhalten, wenn sie ein Haus bauen, eine Wohnung oder einen Altbau erwerben.

»Wir haben ein gutes Betreuungsangebot mit zwei Kitas und der Grundschule«, hob Bach hervor. Dazu kommt eine gute Infrastruktur mit Lebensmittelgeschäft, Handwerk, Gastronomie, Schwimmbad, Ärzten und Apotheke. Im Haushalt werden 7500 Euro pro Jahr eingeplant.

Das Baukindergeld knüpft an Vorteile an, die bereits für Familien gewährt werden. So gibt es kostenlose Windelsäcke, einen Nachlass beim Kauf eines Grundstücks der Gemeinde von fünf Euro pro Quadratmeter und eine Begrüßungsfeier für Neugeborene. Der Bauboom ist auch in Feldatal angekommen, so werden demnächst vier Grundstücke im Baugebiet Zeilbach erschlossen. In den vergangenen Monaten »wurden viele Bauplätze verkauft«, sagte Bach. Die Kommune hat nur noch drei Areale frei.

Zur Infrastruktur gehört der Tourismus, den die Gemeinde seit Jahren immer wieder zu beleben versucht. Nun will man einen Stellplatz für Wohnmobile schaffen. Die Bürgerliste beantragte, über ein geeignetes Gelände im Bauausschuss zu diskutieren. Die Freien Wähler stimmten ohne Bedenken zu. Manuel Günzel (BL) betonte, dass der Campingtourismus gerade in Corona-Zeiten zugenommen hat. Mehr Menschen machen Ferien im eigenen Land.

Ein Wohnmobilplatz wäre auch praktisch für Besucher von Veranstaltungen wie »Feall rockt«. Als Platz schlägt die BL ein Grundstück an der Klein-Feldaer Straße am Ortsausgang von Groß-Felda vor.

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