10. März 2021, 21:52 Uhr

Geflügel muss wieder drinbleiben

10. März 2021, 21:52 Uhr

Zum wiederholten Mal ist im Vogelsbergkreis Geflügelpest nachgewiesen worden, diesmal in Romrod bei einem Silberreiher. Das Veterinäramt ordnet daher ab Freitag, 12. März, eine Stallpflicht für alle gehaltenen Vögel im Vogelsbergkreis an. Im Dezember 2020 war das Geflügelpestvirus bei toten Schwänen am Ober-Mooser Teich bei Freiensteinau nachgewiesen worden.

Während bei diesem Fall noch von einem Einzelereignis ausgegangen wurde, zeigte im Januar der Seuchenfall in Freiensteinau, dass die lokale Wildvogelpopulation in diesem Gebiet sehr wahrscheinlich mit diesem Influenza-Virus (H5N8) infiziert ist. Der Nachweis dieses sehr ansteckenden Vogelgrippevirus aktuell bei einem Reiher in Romrod macht deutlich, dass im gesamten Kreis mit infizierten Wildvögeln gerechnet werden muss. Durch den zurzeit stattfindenden Vogelzug zurück in die Brutgebiete besteht zudem eine erhöhte Gefahr der weiteren Verschleppung des Geflügelpestvirus.

Ab Freitag muss das Geflügel also zwingend im Stall bleiben. Damit könne auch wirtschaftlicher Schaden abgewendet und eine Tötung von Vögeln vermieden werden.

Es ist nicht zwingend erforderlich, die Vögel in Ställen einzusperren. Auch Volieren, die nach oben ein dichtes, überstehendes Dach und an den Seiten vogeldichte Gitter haben, sind als »Aufstallung« zulässig. Jeder Geflügelhalter sollte solche gesicherten Ausläufe bereithalten, um seinen Tieren eine artgerechte Unterbringung zu ermöglichen und sie zu schützen. Der Zutritt muss beschränkt sein und Kleidung und Schuhe müssen am Eingang gewechselt werden, damit betreuende Personen nicht das Geflügelpestvirus einschleppen. Außerdem sind Möglichkeiten zur Reinigung und Desinfektion der Hände und der Schuhe am Stalleingang bereitzuhalten.

Haltung muss gemeldet werden

Da Veranstaltungen mit Vögeln ebenfalls die Verbreitung und Einschleppung der Geflügelpest begünstigen, werden diese untersagt. Die angeordneten Maßnahmen gelten bis auf Weiteres. Tot aufgefundene Wildvögel und Erkrankungen in den Vogelhaltungen sind dem Veterinäramt zu melden, damit Untersuchungen eingeleitet werden können. Verendete oder kranke Vögel nicht mit bloßen Händen anfassen oder bergen!

Alle Geflügelhalter werden darauf hingewiesen, dass dem Veterinäramt Geflügelhaltungen anzuzeigen sind und jeder Tierhalter ein Bestandsregister zu führen hat, in dem chronologisch Zugänge und Abgänge mit Tierzahl und Tierart entsprechend den in der Geflügelpestverordnung geforderten Angaben dokumentiert werden müssen. Muster sind auf der Internetseite des Vogelsbergkreises unter »Meldevordrucke und Merkblätter« im Bereich »Tiere und Lebensmittel« zu finden.

Schlagworte in diesem Artikel

  • Desinfektion
  • Infektionskrankheiten
  • Schuhe
  • Tierarten
  • Tierhalterinnen und Tierhalter
  • Vogelsberg
  • Vogelsbergkreis
  • Redaktion
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos