07. Mai 2012, 19:48 Uhr

Kleine Biogas-Anlage liefert viel Wärme fürs Haus

Feldatal-Köddingen (jol). Eine Gruppe Köddinger besuchte das Bioenergiedorf Josbach - um zu erkunden, wie die dortige Anlage zur Strom- und Wärmeversorgung funktioniert. Man plant eine ähnliche Anlage.
07. Mai 2012, 19:48 Uhr
Ein Landwirt betreibt die Biogasanlage zur Strom/Wärmeerzeugung. (Fotos: pm)

Feldatal-Köddingen (jol). Eine gelungene und überaus anregende Fahrt nach Josbach unternahmen am Samstag 16 Feldataler, meist aus Köddingen, um sich die dortige moderne Biogasanlage mit Nahwärmenetz anzuschauen. Zur Erinnerung: In Köddingen setzt sich eine Arbeitsgruppe unter Leitung von Thomas Spohr und Michael Wolf dafür ein, genau zu ergründen, ob nicht ebenfalls ein Nahwärmenetz machbar ist. Da lieferte das Beispiel in dem Rauschenberger Ortsteil wichtiges Anschauungsmaterial. Dort vergärt ein Landwirt Mist und Mais zu Biogas, die Anlage für Kraft-Wärme-Kopplung liefert Strom und als Abfallprodukt Wärme. Mit warmem Wasser aus diesem Nahwärmenetz werden inzwischen 38 Haushalte versorgt, wie die Köddinger erfuhren.

Der Landwirt hat einen Betrieb mit 250 Kühen. Beeindruckend war die geringe Größe der Anlage, das kleine Kraft-Wärme-Kraftwerk hat lediglich die Größe einer Doppelgarage. Damit wird die Wärmeversorgung im Ort für rund 95% des Jahres garantiert. Um bei Störfällen oder in extrem kalten Wintertagen nicht zu frieren, gibt es einen Pufferspeicher für heißes Wasser, das dann nach und nach abgegeben werden kann.

Letzte Sicherheit bietet ein Spitzenlastkessel, der mit Heizöl betrieben wird. Das Gerät ist so ausgelegt, dass alle Haushalte versorgt werden können. Bislang ist er nur wenige Tage bei einer Kältewelle im Februar gelaufen, wie man erfuhr.

Natürlich hatten die Gäste jede Menge Fragen, wie Thomas Spohr auf Nachfrage der Allgemeinen von der Fahrt berichtete. Besonders interessierten die Kosten für die Installation, die Wärmeverluste auf der Strecke von der Anlage ins Dorf, der Bedarf an Mais und Störfälle. So gab es beim »Anfahren« der Biogasanlage Schwierigkeiten, die aber nach einigen Tagen im Griff waren. Die Anlage ist seit fast zwei Jahren in Betrieb, es gab einen Störfall, der binnen einem Tag behoben war. Die Absicherung mit dem Ölbrenner überzeugte Spohr, man müsse für die mögliche Anlage in Köddingen überlegen, wie viele Tage im Jahr ein solcher Spitzenlastkessel läuft. Er kann man mit Öl, Gas oder Holzabfällen beheizt werden.

Der nächste Schritt hin zum Bioenergiedorf Köddingen ist das Erstellen einer Machbarkeitsstudie. Die Kosten von 5000 Euro sollen über ein Förderprogramm hereinkommen, das wird nun im Parlament geklärt. Problem: Die Fördermittel wurden zusammen gestrichen.



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