20. April 2012, 15:38 Uhr

Feldataler im Gespräch mit Windpark-Investoren

Feldatal (jol). Die längste Debatte leisteten sich die Feldataler Gemeindevertreter ohne Öffentlichkeit: In der Sitzung am Donnerstag beriet das Parlament über Angebote zur Zusammenarbeit mit Windpark-Investoren.
20. April 2012, 15:38 Uhr
Auf Windkraftanlagen wie die im Bau befindlichen bei Ober-Ohmen setzt die Gemeindevertretung. (Fotos: jol)

Feldatal (jol). Der spannendste Teil war nicht-öffentlich: In der jüngsten Sitzung debattierten die Feldataler Gemeindevertreter darüber, wie der »warme Wind« der Ökoenergie in die Gemeindekasse geleitet werden kann. Dabei ging es auch um die Abwägung, mit welchem Investor man zusammenarbeiten will, um Windparks auf Gemeindegebiet zu realisieren. Nur wenn die Anlagen auf Grundstücken der Kommune stehen, kommen der finanzschwachen Gemeinde nennenswerte Beträge zugute. Es geht um viel Geld: In einer früheren Sitzung hatte Bürgermeister Dietmar Schlosser die möglichen Zusatzeinnahmen auf 260 000 Euro geschätzt – pro Jahr.

Das wäre eine der wenigen Möglichkeiten für die Gemeinde, Einnahmen zu erzielen, ohne Gebühren für die Bürger zu erhöhen. Entsprechend positiv fiel bislang die Resonanz bei den Gemeindevertretern aus. Am Donnerstag wurde über die Angebote informiert, eine Entscheidung soll in den nächsten Wochen fallen. Die Gemeindevertretung wählte zudem in der Sitzung unter Leitung von Michael Schneider einstimmig den AUF-Politiker Albrecht Stein als Schiedsperson wieder. Im Schiedsamt werden Streitigkeiten auf der Ebene unterhalb eines Gerichtsverfahrens geregelt, Stein hat alle Fortbildungskosten selbst getragen, um die Gemeindekasse zu schonen, wie er betonte. Als Wildschadensschätzer wurde einstimmig Hans Dieter Stein wiedergewählt.

Auf Kritik von Karl-Friedrich Dörr stieß, dass über die Jahresrechnung 2007 erst in der Sitzung am Donnerstag abgestimmt wurde. Eine solch lange Bearbeitungszeit sei nicht hinnehmbar. Schneider verwies darauf, dass dies auch zu Problemen bei Beantragung von Mitteln aus dem Landesausgleichsstock geführt hat.

Im Hauptausschuss soll über höhere Gebühren für Wasser, Abwasser und Bestattungen beraten werden, entschieden die Gemeindevertreter. Das sei Teil der Haushaltskonsolidierung, woran Bürgermeister Schlosser erinnerte. Die Aufsicht verlange kostendeckende Gebühren. Nun soll beraten werden, ob Einsparungen die Anhebungen unnötig machen.

Ausschuss: Nahwärme und Kanalsanierung

Im Ausschuss wird auch über eine Machbarkeitsstudie für eine Biogasanlage sowie die Kanalsanierung in Köddingen debattiert, wie die Gemeindevertreter einstimmig festlegten. Die Machbarkeitsstudie zur Nahwärmeversorgung von Köddingen ist Voraussetzung für eine Förderung des Baus einer solchen Anlage. Schlosser erinnerte daran, das die Kosten für Energieträger wie Öl und Gas weiter steigen werden. Ein Biomassekraftwerk, das Strom erzeugt und die Häuser im Ort heizt, sei eine interessante Alternative. Die Studie soll prüfen, ob sich die Anlage lohne und wer sie betreiben kann. Im Ausschuss sollten das die Initiatoren Thomas Spohr und Michael Wolf erläutern.

Etwas kniffliger ist die Lage beim Kanal im selben Ortsteil: Bislang ist geplant, den Kanal in der Ortsdurchfahrt komplett auszutauschen, wenn die Fahrbahn erneuert wird. Nun schlug Schlosser vor, zu prüfen, ob man nur die defekten Bereiche erneuert und den Rest mit Kunststoffplanen saniert. Das sei kostengünstiger. Arnold Hacker (SPD) verwies darauf, dass der Stand der Technik vorsehe, Abwasserleitungen mit größeren Durchmesser zu verlegen als in Köddingen verbaut. Bei starken Regenfällen soll so ein Überlaufen des Kanalnetzes verhindert werden. Martin Riedel (CDU) entgegnete, dass in den vergangenen 50 Jahren nur einmal die Kanaldeckel bei Regen »hochgekommen« sind. Das spreche dafür, die engeren Leitungen zu belassen.

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