25. Oktober 2011, 13:43 Uhr

Einsatzfahrzeug ist für alle Wehren da

Feldatal-Groß-Felda (ts). »Tari Tara, das neue Feuerwehrauto ist da.« Es wurde am Wochenende feierlich in Dienst gestellt.
25. Oktober 2011, 13:43 Uhr
Nico Mettler erklärt den Anwesenden das Fahrzeug. Auch Bürgermeister Schlosser macht sich ein Bild vom Fahrzeug. (Fotos: ts)

Mit diesen Worten eröffnete Gemeindebrandinspektor Harald Kratz am Wochenende die Feierstunde anlässlich der offiziellen Indienststellung des neuen Fahrzeuges. Bereits am 17. August traf das neue Löschgruppenfahrzeug LF 10/6 Kats ein und wurde von Feuerwehrleuten in Empfang genommen. Vor der offiziellen Einweihung am Wochenende hatte das Feuerwehrauto bereits seine »Feuertaufe« bestanden. Es war fünf Mal im Einsatz, unter anderem beim Großbrand in Windhausen, so Kratz. Wie er mitteilte, habe man nie geglaubt, einmal ein Fahrzeug dieser Größe im Feldatal zu haben.

1993 war das deutlich kleinere TSF-W in Dienst gestellt worden. Bei der Aufstellung eines Bedarfs- und Entwicklungsplanes habe der damalige Gemeindebrandinspektor Karl Erkel aber Weitsicht bewiesen, so Kratz. Er habe bereits in den 90er Jahren ein LF 10/6 als Bedarf für Feldatal eingetragen. Eine Entscheidung, die sich mit der Änderung des Katastrophenschutzgesetzes als Glücksfall für die Gemeinde erweisen sollte. Auf der Basis des Bedarfsplanes konnte die Anschaffung beantragt werden. Aufgrund der hohen Bezuschussung durch das Land von 150 000 Euro wurde die Anschaffung erschwinglich.

Das LF 10/6 ist Bestandteil des hessischen Katastrophenschutz und stehe auch für überregionale Belange zur Verfügung. Wie Harald Kratz mitteilte, ist mit der Anschaffung des neuen Fahrzeuges ein Ringtausch der übrigen Fahrzeuge vonstatten gegangen. Das TSF-W der Wehr aus Groß-Felda ging nach Ermenrod, wohingegen das Fahrzeug aus Ermenrod an die Wehr nach Köddingen weitergeleitet wurde. Das Fahrzeug aus Köddingen wurde wegen seines Alters außer Dienst gestellt, so dass hier ohnehin eine Neuanschaffung notwendig gewesen sei.

Harald Kratz betonte, dass das neue Fahrzeug allen Wehren zur Verfügung steht und lediglich in Groß-Felda stationiert ist. Vor dem Hinblick der Tagbereitschaft werde das Auto im Ernstfall von Mitgliedern aller Ortsteilwehren besetzt.

Auch Bürgermeister Dietmar Schlosser zeigte sich erfreut über die Indienststellung des Fahrzeuges. Es sei wichtig, dass den Feuerwehren die notwendigen technischen Gerätschaften zur Verfügung gestellt werden. In diesem Zusammenhang würdigte Schlosser die ehrenamtliche Arbeit der Feuerwehrleute, die ihre Freizeit zur Verfügung stellen. Das neue Feuerwehrauto LF 10/6 Kats werde in Zukunft bei allen Einsätzen ausrücken. Schlosser zeigte sich beeindruckt vom Umfang der Ausstattung. Mithilfe des Fahrzeuges könne man das Problem der künftig drohenden Personalknappheit gezielt angehen und gemeinsam für die Brandsicherheit sorgen. Wie Schlosser mitteilte, hat die Gemeinde neben dem Zuschuss von des Landes einen Eigenanteil von 80 000 Euro zu schultern. Darüber hinaus hätten sich die Feuerwehrvereine der Gemeinde an der Anschaffung beteiligt und die Wehr aus Groß-Felda hat ein neues Tor für Fahrzeughalle montiert, um die notwendige Durchfahrhöhe zu erreichen. Schlosser bedankte sich bei allen Feuerwehrleuten, die ehrenamtlich dieses Fahrzeug besetzen. Kreisbrandinspektor Werner Rinke und Robert Belouschek vom DRK richeten noch Grußworte an die Versammlung. Ein Höhepunkt des Tages war die Segnung des Fahrzeuges. Pfarrer Thomas Harsch hatte dafür sein freies Wochenende geopfert. Es sei zu wünschen, so Harsch, dass das neue Fahrzeug nur zu Übungszwecken benötigt werde. Wenn ein Einsatz anstehe, dann solle es aber gute Dienste verrichten und alle Helfer gesund zurückkehren. Die Gäste hatten dann die Möglichkeit, das Fahrzeug in Augenschein zu nehmen und sich die Gerätschaften von den Helfern erklären zu lassen.

Nicht nur die Größe des für neun Personen gedachten Fahrzeuges sorgte für die notwendige Aufmerksamkeit, sondern auch die technische Ausstattung. In der Beifahrerkabine haben die Einsatzkräfte bereits während der Fahrt die Möglichkeit, die Atemschutzausrüstung anzulegen. Um einen Schnellangriff vornehmen zu können, stehen im Fahrzeug 1000 Liter Wasser zur Verfügung, die über die integrierte Pumpe per Knopfdruck in Bewegung gebracht werden können.

Wie Andreas Zaumsegel mitteilte, wird die Pumpe von dem Antrieb des Fahrzeuges angetrieben, so dass ein Ausfall bei laufendem Motor unmöglich ist. Das Pumpvolumen betrage 1600 Liter/Minute. Zusätzlich findet sich auf dem Fahrzeug eine mobile Tragkraftspritze TS 8/8 mit 800 Liter/Minute. Für die notwendige Beleuchtung des Einsatzortes sorge neben der LED-Rundumbeleuchtung auch ein Beleuchtungsmast, der hydraulisch ausgefahren werden kann und von einem separaten Aggregat mit Strom versorgt werde. Wie Zaumsegel weiter mitteilte, verfügt das Fahrzeug über eine dreiteilige Schiebeleiter, mit der man eine Höhe von zwölf Metern erreichen kann. Für die Evakuierung von Personen aus verrauchten Räumen stehen zusätzliche Atemschutzmasken zur Verfügung, mit deren Hilfe die Personen durch verrauchte Korridore geleitet werden können. Als weiteres wichtiges Ausstattungsmerkmal nannte Zaumsegel die Geländegängigkeit des Allradgetrieben Fahrzeuges, so dass alle Einsatzorte problemlos erreicht werden könnten. Der evangelische Posaunenchor Groß-Felda sorgte für die musikalische Gestaltung der Feier.

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