08. August 2010, 21:06 Uhr

»Dinner for One« auf Platt und die Fealler Hymne

Feldatal-Groß-Felda (ts). Heimatverbundenheit zeigten am Samstag Feldataler und die, die es einmal waren.
08. August 2010, 21:06 Uhr
»Weil mer gud sei« weckte musikalisch Heimatgefühle mit Mundart-Liedern (Fotos: ts)

Feldatal-Groß-Felda (ts). Heimatverbundenheit zeigten am Samstag Feldataler und die, die es einmal waren. Für das Schmiedefest am Sonntag hatte der Ortsbeirat zum großen »Ehemaligentreffen« geladen, um den Dialog zwischen ehemaligen Feallern, neuen Feallern und eingesessenen Feallern zu verstärken. Eines wurde schnell deutlich: Wer einmal Fealler war, der bleibt es ein Leben lang. Spätestens, als Halb 6 die Feldataler Hymne anstimmte, stimmte auch der am weitesten Weggezogene mit ein und demonstrierte zu »Feall mei Feall« die Zugehörigkeit zur kleinen Gemeinde. Ortsvorsteher Robert Belouschek freute sich über guten Besuch, die Feldahalle war bis auf den letzten Platz gefüllt.

Es wohl auch das vielseitige Rahmenprogramm, welches dazu betrug, dass alte und junge Feldataler an einem Tisch vereint waren. Hans Joachim Gelhar führte mit viel Witz und Humor durch die Veranstaltung und sorgte dafür, dass die Gäste einen Einblick in das vielfältige kulturelle Angebot der Gemeinde bekamen. Eröffnet wurde der Heimatabend mit einem Auftritt des Spielmanns- und Fanfarenzuges Feldatal. Direkt nach der musikalische Darbietung stand die Ermenröder Autorin Monika Eichler im Mittelpunkt des Geschehens. Sie las Passagen aus ihrem Buch »Als die Maikäfer verschwunden waren – Kindertage im Vogelsberg« und weckte wohl bei dem einen oder andern Gast schöne Erinnerungen an die Kindheit.

Auch der Altmeister der Fealler Mundart, Karl Braun aus Windhausen begeisterte die Gäste mit seiner witzigen Art. Bekannt ist Karl Braun (hochdeutsch) auch als Charly Brown (neudeutsch) und als Brauns Karl vo Windause (Fealler Platt). Braun machte sich zunächst über die neudeutsche Sprache lustig, in denen das gute alte Fahrrad bike genannt wird und man walken geht und nicht mehr spazieren. Mit seinen Gedichten von bekannten Künstlern der Vergangenheit begeisterte er die Gäste. Als Entertainer entpuppte sich Karl Braun, als er spontan zum Schunkellied über das Dorfgeschehen anstimmte und die Gäste mitriss.

Fetzig einher ging es dann mit dem Auftritt der Gemischten Garde des Knuts Hut Clubs. Die Nachwuchstänzerinnen des KHC begeisterten die Gäste mit einem Showtanz. Richtige Heimatstimmung kam beim Auftritt der Fealler Mundartgruppe »Weil mer gut sei« auf. Sie begrüßte die Gäste mit dem Lied »Schie doas ihr do seid« und besang im weiteren die »Heimat« sowie natürlich das »schiene Feall«. Wieder einmal Höhepunkt des Abends war der Beitrag »Awendeässe fuer Eens«. Frei nach dem Klassiker »Dinner for one« feierte die Emma vo de Gass (Mathias Karle) ihren 100. Geburtstag. Bedient wurde sie dabei von Knecht Otto (Timo Wagner). Zu Gast bei ihrem Dinner waren bekannte Fealler Größen wie der »Abbe« Hofmann, der als Metallbauer und mit einem kleinen Sprachfehler versehen eine unverwechselbare Ausdrucksweise pflegt, Bürgermeister Ernst Uwe Offhaus, der für seine direkte Art bekannt ist und immer laut und deutlich spricht, Ortsvorsteher Robert Belouschek, der stets als zuvorkommend wahr genommen wird und stets Dankesworte an den Mann bringt sowie der gute »Seim Heinz«, der als redseliger Mitbürger bekannt ist, gern mal ein Bierchen trinkt und das »R« besonders betont. Bereits als die beiden Akteure die Bühne betraten, waren die Lacher auf ihrer Seite. Gekonnt schaffte es Knecht Otto dann immer wieder die einzelnen Charaktere so nachzumachen, dass selbst die »Exil-Fealler« erkannten, um wen es sich handelt und so gab es »Als es sealwe wie jedes Joar«.

Heißer ging es mit der Gruppe »Hot Legs« zu, die mit ihrem Line Dance begeisterte. Im Anschluss an das offizielle Programm sorgte die Gruppe »Halb 6« für Stimmung in der Feldahalle. Als zum Schluss noch Günther Seim mit seinem Akkordeon mitten in der Halle stand, stimmten alle Bürger mit ein und schmetterten die alten bekannten Trink- und Heimatlieder.



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