22. Januar 2009, 17:52 Uhr

Gemeinde will mit Eiche und Douglasie aufforsten

Feldatal (jol). Die Gemeinde steht in der Pflicht, den von Stürmen verwüsteten Gemeindewald wieder aufzuforsten und muss dafür einen Zuschuss von 23400 Euro bereitstellen - das ist das Ergebnis der Beratung im Hauptausschuss mit Revierförster Gerhard Dymianiw.
22. Januar 2009, 17:52 Uhr
Für Aufforsten von großen Windwurfflächen: Revierförster Gerhard Dymianiw (5. von links) erläuterte im Hauptausschuss den Waldwirtschaftsplan. (Foto: jol)

Feldatal (jol). Die Gemeinde steht in der Pflicht, den von Stürmen verwüsteten Gemeindewald wieder aufzuforsten und muss dafür einen Zuschuss von 23400 Euro bereitstellen - das ist das Ergebnis der Beratung im Hauptausschuss mit Revierförster Gerhard Dymianiw. Geplant ist, dieses Jahr sieben Hektar Wald zu pflanzen, um große Lichtungen in Folge der Stürme »Kyrill« und »Emma« wieder zu begrünen. Der Sturmschaden lag übrigens beim neunfachen Einschlag eines Normaljahres. Die Forstarbeiter werden junge Ahorne, Douglasien und Eichen mit Kunststoffspiralen und Gattern gegen Wildverbiss schützen. Wenn beantragte 10000 Euro Fördermittel kommen, sinkt der Zuschussbedarf entsprechend.

Dymianiw stellte in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses unter Leitung von Michael Schneider (FWG) den Waldwirtschaftsplan vor - das jährliche Planwerk von Hessen-Forst für die Flächen, die für die Gemeinde beförstert werden. Er erinnerte an die beiden vergangenen Jahre, die von großen Einnahmen durch Holzverkauf geprägt waren, weil zwei Stürme gerade in die Fichten-Monokulturen großen Schneisen gerissen haben. Der Gemeindewald umfasst rund 90 Hektar, normalerweise werden bei nachhaltiger Waldwirtschaft etwa 500 Festmeter Holz pro Jahr eingeschlagen. Der Sturm »Kyrill« im Jahre 2007 fällte 6500 Festmeter Holz, »Emma« und Käferplagen aus 2008 brachten es auf über 3000 Festmeter Holz. In der Summe mussten die Waldarbeiter in zwei Jahren statt 1000 die stattliche Menge von 9500 Festmetern aufarbeiten. Das geschah zum Großteil durch Holzfirmen, die mit eigenen Maschinen anrückten.

Die Gemeinde hat in den beiden Jahren viel Geld verdient, nun geht es an die Aufforstung, um den Wald zu erhalten. Die Gesamtkosten schätzt Dymianiw auf 42000 Euro. In diesem Jahr sollen drei größere Flächen mit Bäumen bestückt werden: Eine über 2 Hektar große zwischen Groß-Felda und Schellnhausen sowie zwei etwas kleinere am Dautzenröder Teich und nahe Köddingen. Dafür setzte Dymianiw 26000 Euro Kosten an. Allerdings ist ein Antrag auf Bezuschussung durch das Land gestellt, was 10000 Euro Fördermittel einbringen soll.

Zu den Aufforstungskosten kommen die für den Schutz der kleinen Pflanzen, die von jungen Rehböcken beim »Fegen« der Geweihe umgeknickt und von Mäusen im Winter angeknabbert werden können. Dagegen helfen Kunststoffspiralen für den Stamm oder Gatter. »Das ist zwingend notwendig«, so der Förster, kostet aber 4600 Euro. Gesetzt werden übrigens kaum noch Fichten, da die unter der Klimaerwärmung besonders leiden. Man schafft einen Mischwald aus Eichen, Bergahorn und Douglasien, mit einzelnen Erlen (an Gewässern), Kirschen und Fichten.

Auf die Frage von Elisabeth Schott (FWG), ob man die betroffenen Areale nicht verkaufen könne, um die Kosten für die Wiederaufforstung zu sparen, meinte Dymianiw, dass er keine Kaufinteressenten sehe. Vielmehr wollten auch einige Privatwaldbesitzer ihre Areale abstoßen, weil sie die Pflege nicht mehr leisten könnten.

Karl Friedrich Dörr (CDU) meinte, »wir sind verpflichtet wieder aufzuforsten«. Da müsse die Gemeinde Vorbild für private Eigentümer sein, Zudem seien die rund 30 000 Euro eine sinnvolle Investition. Auf Nachfrage von Hubert Klaus (SPD) erläuterte der Revierleiter die in der Planung angesetzten Einnahmen aus Holzverkauf. Man werde in diesem Jahr etwa 350 Hektar Holz schlagen, das sei die Menge an Fichtenholz, die aus dichten Beständen im Sinne der nachhaltigen Nutzung entnommen werde kann. Dafür sind etwa 10000 Euro an Einnahmen angesetzt. Noch eine Anregung des Försters: Die Wege haben unter den schweren Holzfahrzeugen gelitten. Die Gemeinde solle die Sanierung einiger stark beanspruchter Stellen vorplanen und Zuschussanträge stellen.

Der Waldwirtschaftsplan wurde einstimmig im Ausschuss befürwortet.

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