09. März 2008, 18:52 Uhr

»Roter Faden« für die gewaltfreie Zukunft

Feldatal (ts). Frauen in aller Welt feierten am Freitag den Weltgebetstag, so luden Frauen aller Konfessionen aus den Kirchengemeinden Groß-Felda, Kestrich und Windhausen in die Kirche nach Kestrich ein, um über das Land und das Leben der Frauen von Guyana zu erzählen.
09. März 2008, 18:52 Uhr
Die Initiatorinnen des Weltgebetstags-Gottesdienstes, vorn von links: Irma Schnellert, Angelika Wahl, Gerda Güttler, Astrid Lukas, hinten Michaela Eckstein, Silke Werth, Karin Schott, Kerstin Werth- Radmacher und Sandra Schlosser. (Foto: ts)

Feldatal (ts). Frauen in aller Welt feierten am Freitag den Weltgebetstag, so luden Frauen aller Konfessionen aus den Kirchengemeinden Groß-Felda, Kestrich und Windhausen in die Kirche nach Kestrich ein, um über das Land und das Leben der Frauen von Guyana zu erzählen. Nach einem Lied der Begrüßung wurden die Gottesdienstbesucher eingeladen sich an der Schönheit der Natur in Guyana zu erfreuen. »Guyana« bedeutet »Land der vielen Wasser«. Die mächtigen Ströme Essequibo, Demerara und Berbice teilen das Land. Der Essequibo ist die Quelle für den gewaltigen Kaieteur-Wasserfall, einen der höchsten der Welt. Der Altlantische Ozean bildet die Nordgrenze Guyanas und verbindet es mit seinen Nachbarn, den anderen Ländern der Karibik. Reist man in die südliche Richtung, kommt man durch hügeliges Gelände mit Sand- und Lehmböden hinauf in die höher gelegenen Gebiete und dann zu einer Hochebene mit dichtem Tropenwald und Sümpfen. Dort gibt es Bodenschätze wie Bauxit, Gold und Diamanten. Das weite Landesinnere ist die Heimat der meisten indigenen Völker, die sich Amerindians nennen. Sie bilden mit Menschen britischer, afrikanischer, portugiesischer, chinesischer und indischer Herkunft die Bevölkerung Guyanas.

In Kestrich stand neben Gebeten und Liedern eine Lesung zum Buch Hiob. In einem Anspiel erfuhren die Gottesdienstbesucher viel von der Lebenssituation und den Glaubenshoffnungen der Menschen in Guyana. Geschichte und Politik des Landes sind durchzogen von Misstrauen und Gewalt zwischen den ethnischen Gruppen. Die indigene Bevölkerung lebt bis heute in Armut in den abgelegenen Gebieten. 1986 schlossen sich engagierte Frauen zum »Red Thread« (Der Rote Faden) zusammen, ihr Ziel ist es, die ethnischen Gräben zu überwinden und die Probleme einfacher Frauen anzugehen. Heute hat die Organisation Mitglieder indischer, afrikanischer, indigener und europäischer Herkunft - Christinnen, Hindus und Muslima. Alle setzen sich gegen jede Form von Gewalt gegen Frauen und Kinder im häuslichen und öffentlichen Bereich ein. Studien von »Red Thread« kommen zu dem Ergebnis, dass jede vierte Frau in Guyana von ihrem Mann/Partner körperliche Gewalt erfährt. Die Organisation ist zuversichtlich, dass es Frauen gelingt, die festgefahrenen Denkmuster der Politik aufzubrechen und gemeinsam eine gerechte und gewaltfreie Zukunft für alle Menschen in Guyana aufzubauen.

Bilder und Musik unterstützten den Gottesdienst und ließen ihn zu einem erlebnisreichen und informellen Abend werden. Nach dem Gottesdienst wurden den Besuchern noch Kuchen (nach einem guyanischen Rezept) und ein Cocktail aus Bananensaft, Zitronensaft und Bitter Lemon gereicht.



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