27. Januar 2021, 21:51 Uhr

Fast volles Haus bei Krabbelkindern

27. Januar 2021, 21:51 Uhr
Für viele Eltern bringt die Pandemie derzeit wieder Probleme bei der Betreuung der Kinder. Bund und Land appellierten an die Mütter und Väter, die Kinder möglichst zu Hause zu lassen. Trotzdem sind die Kitas in der Region nicht leer, wie eine kleine Umfrage zeigt. FOTO: DPA

Auch kleine Kinder sollen derzeit nur im Notfall in die Kita kommen. Doch anders als beim ersten Lockdown wird das Betreuungsangebot häufiger genutzt, zumal die Kindertageseinrichtungen anders als Anfang 2020 regulär geöffnet sind. Im April und Mai vergangenen Jahres wurde explizit nur eine Notbetreuung angeboten, Eltern mussten den Bedarf nachweisen, dass sie ihr Kind nicht anders unterbringen können.

Im zweiten Corona-Lockdown sind die Kitas dagegen regulär geöffnet. Das Land hatte allerdings den Appell an die Eltern gerichtet, die Kleinen, wenn es geht, doch möglichst zu Hause zu lassen. Hessen werde kein Betretungsverbot aussprechen, versprach Ministerpräsident Volker Bouffier den Eltern. Zugleich appellierte er an sie, die Kinder nur dann zu schicken, »wenn es gar nicht anders geht«.

Wie sieht es in Kindergärten in der Region aus?

Homberg - Die Stadt Homberg hat kürzlich die Eltern angeschrieben und darum gebeten, den aktuellen Betreuungsbedarf kundzutun. Das Ergebnis sieht demnach laut Bürgermeister Claudia Blum wie folgt aus: Eine erstaunlich hohe Quote an Belegung gibt es im Krabbelhaus in der Friedrichstraße in der Kernstadt. Von den 34 dort angemeldeten unter 3-Jährigen sind meistens 29 da. »Offenbar ist hier der Betreuungsbedarf recht groß«, mutmaßt Blum.

Anders sieht es dagegen in der Kita in der Hochstraße aus, wo die Kinder über drei Jahren betreut werden. Dort sind von 102 angemeldeten Kindern derzeit 30 da. Weil ohnehin ältere Geschwisterkinder daheim sind, könnte das erklären, dass auch die Jüngeren daheim bleiben. In Büßfeld kommen von 17 Kindern derzeit acht und in Nieder-Ofleiden von 24 zwischen acht und elf. Die Erzieherinnen werden laut Blum jeden zweiten Mittwoch auf eine mögliche Coronavirus-Infektion getestet. In den zurückliegenden Wochen hatte es zwei Infektionsfälle bei Erzieherinnen gegeben. Eine Gruppe war daraufhin zeitweilig geschlossen, der andere Fall hatte wegen Urlaubs der Betreffenden keine größeren Auswirkungen. »Nicht so toll« findet es Blum, dass das Land nicht wie im vergangenen Jahr klare Regelungen für die Öffnung vorgegeben hat. Jetzt müsse man vor Ort schauen, wie man klarkommt. »Wir können nur alles Mögliche tun, um Infektionen zu verhindern. 100-prozentige Sicherheit gibt es nie.«

In Mücke werden zurzeit von 342 Kindern 68 in den Einrichtungen betreut. Die Zahlen »variieren jedoch von Tag zu Tag stark,« sagt Bürgermeister Andreas Sommer.

In Ulrichstein liegt die Auslastung der Kindertagesstätte derzeit bei rund 25 Prozent, wie Bürgermeister Edwin Schneider auf Anfrage sagte. Normalerweise werden etwa 70 Kinder in der Einrichtung in Trägerschaft der evangelischen Kirche betreut. Die wenigen Kinder sind auf verschiedene Gruppen verteilt, eine Durchmischung wird verhindert. Auch wurden die Personalzeiten ein wenig reduziert, eine Erzieherin ist immer einen Tag pro Woche im Homeoffice.

In Gemünden geht derzeit etwas mehr als ein Viertel der rund 90 angemeldeten Kinder in den Kindergarten. Meist sind es um die 25, die Zahlen können schwanken. Demnächst werden die Gemeindevertreter erneut wie im vergangenen Jahr darüber entscheiden, ob den Eltern, die ihre Kinder daheim lassen, die Gebühr erlassen wird.

Die Alsfelder Kitas bleiben mit den bestehenden Regeln ebenfalls weiterhin geöffnet. »Ob Sie Ihr Kind bringen, entscheiden Sie. Es gilt aber der dringende Appell, wenn es geht, das Kind zu Hause zu betreuen. Wenn Sie ihr Kind nicht bringen, fällt auch kein Beitrag an«, so Bürgermeister Stephan Paule.

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