04. August 2021, 21:28 Uhr

Expresszug von Fulda nach Gießen

Mit »Zehn Alsfelder Signalen« gehen CDU- Politiker aus Fulda, Vogelsberg, Gießen und Marburg-Biedenkopf in die Offensive für eine Modernisierung der Vogelsbergbahn. Schnelle Expresszüge und neue Haltestellen sollen über einen streckenweise zweigleisigen Ausbau ermöglicht werden. Für den Bahn-Ausbau spricht auch der Siedlungsdruck im Ballungsraum.
04. August 2021, 21:28 Uhr
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Von Joachim Legatis
CDU-Vertreter treten in einem Brief an das Land für den Ausbau der Vogelsbergbahn ein: Christopher Lipp, Heiko Wingenfeld, Stephan Paule, Frederik Schmitt, Dr. Jens Mischak, Rainer-Hans Vollmöller, Marian Zachow (v. l.). FOTOS: JOL

Mit schnellen Zügen den Anschluss an die größeren Städte halten und dadurch den Zuzugsstress im Rhein-Main-Gebiet abmildern. Das ist die Stoßrichtung einer gemeinsamen Initiative von CDU-Politikern aus Fulda, Vogelsberg, Gießen und Marburg für einen zügigen Ausbau der Vogelsbergbahn.

In dem Positionspapier »Zehn Alsfelder Signale« fordern sie von den Parteifreunden in Wiesbaden, eine Studie in Auftrag zu geben, in der untersucht wird, wie man die Vogelsbergbahn endlich zu einer echten Konkurrenz zum Auto machen kann.

Bei einem Pressegespräch im Alsfelder Bahnhof stellten die Politiker aus den vier Landkreisen ihre Forderungen vor. Marian Zachow (Marburg-Biedenkopf) kündigte an: »Wir wollen unsere Partei auf Hessenebene dazu anschieben«. Er glaubt, die Zeit sei günstig für die Initiative, weil in den vergangenen Jahren auch in seiner Partei das Interesse am Öffentlichen Personen-Nahverkehr ÖPNV gewachsen ist. Zudem kann mit einer besseren Bahnanbindung zwischen Gießen und Fulda ein Anreiz gesetzt werden, in die Region zu ziehen. »Es herrscht ein immenser Wachstumsdruck in der Metropolregion, der gemindert werden kann«.

Auch Dr. Jens Mischak von der Vogelsberger CDU glaubt, dass der Zeitpunkt richtig ist. Seit einiger Zeit schon gebe es mehr Zuzug in die Region und in Corona-Zeiten habe das Arbeiten von zu Hause aus an Bedeutung gewonnen.

Der Fuldaer Bezirksvorsitzende Heiko Wingenfeld will, dass jetzt die Weichen für die Zukunft gestellt werden. Die Bahnstrecke Fulda-Gießen verbindet zwei Hochschulstandorte. Auch der Klimaschutz spreche für einen Ausbau der Bahnstrecke.

Dabei ist den CDU-Politikern durchaus bewusst, dass sie ein großes Rad drehen. Denn eine Beschleunigung der Vogelsbrergbahn bedeutet den streckenweisen Neubau eines zweiten Gleises und moderne Stellwerke. Auch die Reaktivierung der Ohmtalbahn von Gemünden nach Kirchhain/Marburg soll geprüft werden.

Dabei betonte Stephan Paule, wie wichtig die Anbindung per Zug an das Rhein-Main-Gebiet ist. Der Alsfelder Bürgermeister und Chef der Kreistagsfraktion erinnerte daran, dass die Bahnstrecke so modernisiert wurde, dass Züge schneller fahren. Inzwischen ist aber die Kapazität der eingleisigen Strecke ausgeschöpft. Zudem müssten die Bahnhöfe barrierefrei ausgebaut werden. Nur für Alsfeld gebe es die Zusage des Bundes, das 2024 in Angriff zu nehmen. Das Land will einen Teilbereich der Lehrkräfteakademie nach Alsfeld verlagern, eine Anforderung an den Standort ist die Bahnanbindung.

Der Verkehrspolitiker Marian Zachow erinnerte daran, dass die Vogelsbergbahn die einzige Ost-West-Verbindung im Land darstellt. Eine Reaktivierung der Ohmtalbahn von Gemünden nach Kirchhain solle zumindest geprüft werden. Zudem sei die Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene ein wichtiges Thema.

Wingenfeld sagte, man müsse die Kräfte aus vier Landkreisen bündeln, um in Wiesbaden etwas zu erreichen. Gerade werde über einen milliardenteuren Ausbau des Bahnhofs Frankfurt gesprochen. Man müsse untersuchen, was getan werden muss, dass ein Zug von Fulda nach Gießen nur 90 Minuten benötigt.

Frederik Schmitt von der CDU Gießen unterstützte den Vorschlag, Expressverbindungen zwischen Gießen und Fulda einzurichten. Wichtig sei auch die Anbindung kleiner Orte an der Strecke. Im Stadtbereich Gießen und Fulda sollten Haltepunkte für Pendler entstehen. Christopher Lipp (CDU Gießen) sah die Notwendigkeit, umliegende Orte mit »attraktiven Buskonzepten« einzubeziehen, um Pendler auf die Schiene zu bringen.

Auch auf der Vogelsberger Strecke gibt es Verbesserungsbedarf. So regt Lauterbachs Bürgermeister Rainer-Hans Vollmöller an, die Haltepunkte Wallenrod und Schwalmtal zu reaktivieren. »Eine gute Verkehrsanbindung ist wichtig, um im Rhein-Main-Gebiet zu arbeiten und im Vogelsberg zu wohnen.«



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