01. Juni 2021, 21:47 Uhr

Endlich entsteht die Rettungswache

Lange angekündigt war sie, nun kann es losgehen: Am 15. Juni ist offizieller Baubeginn für die neue Rettungswache Homberg. An der Straße »An der Altenstadt« werden Fahrzeughalle und Bereitschaftsräume errichtet, um die Hilfsfrist von zehn Minuten im Notfall einzuhalten. Der DRK-Rettungsdienst Mittelhessen investiert allein in Homberg über 1 Million Euro.
01. Juni 2021, 21:47 Uhr
legatis_jol
Von Joachim Legatis
In der Straße »An der Altenstadt« beginnen die Bauarbeiten für die neue Rettungswache des DRK. FOTOS: JOL

Corona hat vielen ein Strich durch die Rechnung gemacht, dazu gehört auch der DRK-Rettungsdienst Mittelhessen. Eineinhalb Jahre hat es gedauert, bis endlich mit dem Bau der Rettungswache in Homberg begonnen wird. Die Verzögerung hat mit starken Verwerfungen im Rettungsdienst zu tun, ausgelöst durch die Corona-Pandemie. »Ich bin sehr zufrieden, dass es jetzt klappt«, sagt Markus Müller, Geschäftsführer des DRK-Rettungsdienstes Mittelhessen.

Er kündigt den offiziellen Baubeginn für Dienstag, den 15. Juni, an. Dann werden auch Landrat Manfred Görig und Bürgermeisterin Claudia Blum zur Baustelle an der Straße »An der Altenstadt« kommen.

Im Frühjahr 2022 soll der Bau mit zwei Fahrzeughallen und einer Nutzfläche von rund 330 Quadratmetern fertiggestellt sein. Das eingeschossige Gebäude bietet deutlich bessere Arbeitsbedingungen für die DRK-Retter, wie Geschäftsführer Müller betont. Denn die Vorgaben sind streng. So muss das Team bereits zehn Minuten nach einem Notruf beim Patienten sein. Das bedeutet eine Minute für die Bearbeitung des Notrufs in der Leitstelle, eine weitere Minute hat das Team vor Ort zum Anziehen und Losfahren, und dann müssen die Retter binnen acht Minuten Fahrzeit zum Einsatzort gelangen.

Kurze Wege

Deshalb ist die neue Rettungswache am Stadtrand so konzipiert, dass die Einsatzkräfte vom Bereitschaftsraum unmittelbar ans Fahrzeug kommen. Bei der alten Rettungswache Homberg liegen die Bereitschaftsräume im Obergeschoss, und man muss einen längeren Weg zur Garage zurücklegen. Zudem ist die Lage der neuen Wache so gewählt, dass schnell die Einsatzziele erreicht werden. Dabei wird auch berücksichtigt, ob das Rettungsteam aus Kirchhain schneller vor Ort sein kann.

Grundlage für die genaue Verteilung der Rettungstransportwagen ist ein Gutachten, das der Vogelsbergkreis als Träger des Rettungsdienstes erstellen ließ. Daraus geht auch hervor, wo eine Rettungswache liegen muss, damit in der Summe das ganze Kreisgebiet optimal abgedeckt ist.

Die reinen Baukosten liegen bei rund einer Million Euro, dazu kommen die Beträge für Planung, Grundstück und Nebenkosten. Dafür entsteht eine Rettungswache nach Stand der Vorgaben. So muss die Fahrzeughalle großzügiger als früher bemessen sein, wie Müller erläutert. Ein Faktor ist auch, dass man eine angenehme Arbeitsatmosphäre anstrebt, um Personal zu finden.

Gebaut wird übrigens mit vorgefertigten Wandelementen, die vor Ort nur noch aufgestellt werden. Das verringer die Bauzeit, weil man keine Trocknungsphase benötigt. Überaus positiv äußert sich Müller über die gute Zusammenarbeit mit der Homberger Stadtverwaltung im Genehmigungsverfahren.

Die Rettungswache Kirtorf war die erste, die normgerecht gebaut wurde. Weitere Wachen entstehen unter anderem in Eulersdorf, Herbstein, Alsfeld und Lauterbach.

Verzögerungen

Der Bau der Rettungswache Homberg wird bereits seit eineinhalb Jahren vorbereitet. Die Verzögerung ist vor allem der Corona-Pandemie geschuldet, wie Müller erläutert. Durch den Lockdown in den vergangenen Monaten gab es in einigen Bereichen des Rettungsdienstes deutlich weniger Einsätze. Für den Transpoprt von Erkrankten musste Hygienematerial beschafft werden, was zusätzliche Kosten verursachte. Die Finanzstruktur hat sich also stark verändert, was für ein gemeinnütziges Unternehmen schwierig war, deutete Müller an.

Es hat einige Monate gedauert, bis die Schwierigkeiten überwunden waren. Erst dann konnte der Rettungsdienst wieder mit Banken in Verhandlungen treten, um die Finanzierung des Bauprojekts in Homberg und an den anderen Orten sicherzustellen.

»Jetzt haben wir den Kreditvertrag ausgehandelt, nun geht es mit hoher Schlagzahl weiter«, kündigt Müller an. Denn auch der Bau der anderen Rettungswachen muss angegangen werden, damit möglichst viele Vogelsberger innerhalb der Zehn-Minuten-Frist versorgt werden.



0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos