23. September 2021, 21:51 Uhr

Elf Prozent Dividende

23. September 2021, 21:51 Uhr
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Von Dieter Graulich
Geehrt werden für 50-jährige Mitgliedschaft Alfred Hank, Erwin Momberger, Ernst Peter Schmitz und Dieter Hahn (vordere Reihe v. l.). Es gratulieren Christian Andert, Karsten Schmidt und Thomas Lenz (hintere Reihe v. l.). FOTO: AU

Ulrichstein (au). Die Corona-Pandemie hatte erneut Auswirkungen auf die Jahreshauptversammlung der Ulrichsteiner Volksbank. So waren nur etwa 60 Mitglieder und Gäste anwesend. Zu Beginn der vom Aufsichtsratsvorsitzenden Karsten Schmitt geleiteten Mitgliederversammlung hatte Vorstand Thomas Lenz Bilanz festgestellt: »Wir sind mit den Zahlen für 2020 zufrieden und lagen in Teilbereichen sogar sehr deutlich über unseren Planungen. Wir haben ein gutes Wachstum im Kreditgeschäft und im Einlagengeschäft gehabt und auch ein angemessenes Betriebsergebnis erzielt.«

Die Bilanzsumme stieg um 6,6 Prozent auf nunmehr rund 69,5 Millionen Euro. Den Anstieg der Kundeneinlagen bezifferte er mit 6,4 Prozent auf 57,5 Millionen Euro. Rund 21 Millionen hätten die Kunden bei Verbundunternehmen angelegt. Zum Kreditgeschäft führte er aus, dass das bilanzielle Volumen durch eine gute Nachfrage, sowohl privat als auch gewerblich, um 3,5 Prozent auf über 45,2 Millionen Euro angewachsen sei.

Im Geschäftsjahr 2020 habe sich der Mitgliederbestand um 30, auf nunmehr 1301 Personen verringert. Die Bank beschäftige 2020 zwei Vorstände und zehn weitere Angestellte, zum Teil in Teilzeit und auch geringfügig Beschäftigte.

Bei einem Blick auf die nahe Zukunft übte Lenz erneut Kritik an der »überbordenden Bürokratie«: »Wie können Banken, ob klein oder groß, bei der Null-Zins- und jetzt sogar Minus-Zins-Politik damit überleben?«. Er kritisierte die Flut an neuen Vorschriften, insbesondere der monatlichen, quartalmäßig und jährlich abzugebenden Meldungen und Statistiken sowie die »überdimensionierten Informationspflichten an die Verbraucher«. Mehr Personal könne man sich nicht leisten, da die Erträge der Banken deutlich sinken würden. Sehr positiv war das Ergebnis der Gewinn- und Verlustrechnung. Nach Abzug der Steuern verbleibe ein Jahresüberschuss in Höhe von rund 342 000 Euro, der wiederum eine angemessene Dividendenausschüttung an die Mitglieder und die Zuweisung in die Rücklagen zur weiteren Stärkung des Eigenkapitals ermögliche. Der verbleibende Bilanzgewinn in Höhe von genau rund 242 000 Euro wurde wie folgt verteilt.

Kritik an Auflagen

Da im letzten Jahr wegen Corona keine Ausschüttung erfolgen durfte, wurde vorgeschlagen statt wie gewohnt 5,5 Prozent diesmal 11 Prozent Dividend auf die Geschäftsanteile der Mitglieder auszuschütten. Je 100 000 Euro gab es als Zuführung zu den gesetzlichen Ergebnisrücklagen und zu anderen Ergebnisrücklagen. Der Vortrag in das neue Geschäftsjahr beträgt 4317,76 Euro. Die Mitglieder beschlossen diese Verteilung einstimmig.

Im Bericht des Aufsichtsrates war von Karsten Schmidt zu hören, dass man die nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben erfüllt habe.

Wiedergewählt wurden im Anschluss die Aufsichtsratsmitglieder Karsten Schmidt und Michael Semmler.

Für 50-jährige Mitgliedschaft wurden Wolfgang Orth, Erwin Momberger, Otto Kömpf, Dieter Hahn, Helmut Hohmann, Karl Heinrich Roth, Wilfried Günter, Horst Peppler, Manfred Neeb, Alfred Hank, Inge Roth und Ernst-Peter Schmitz geehrt.

Bürgermeister Edwin Schneider zeigte sich erfreut, dass die Bilanzsumme erneut gesteigert werden konnten. Das Kundenkreditgeschäft sei ebenfalls gestiegen, was auf die Investitionen der Kunden in Immobilien zurückzuführen sei. Auch bei der Stadt seien die Immobiliengeschäfte stark gestiegen. Die privaten Kaufverträge, um auf das Vorkaufsrecht der Stadt zu verzichten, hätten merklich zugenommen. Aber auch die städtischen Bauplätze seien sehr gefragt. »Corona verstärkt das Interesse am ländlichen Raum und das ist auch in Ulrichstein spürbar. Und wenn weiter viel gebaut wird, wird auch das Kreditgeschäft der Volksbank weiter steigen«, so Schneider. Abschließend dankte er für das Engagement mit Spenden und Zuwendungen an die Vereine und Einrichtungen.



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