27. Januar 2021, 21:51 Uhr

Ein kleiner Bote grüßt aus der Eiszeit

27. Januar 2021, 21:51 Uhr
Der Mücker Paul-Walter Löhr entdeckte diesen seltenen Kurzflügelkäfer. FOTO: PM

Paul-Walter Löhr aus Merlau, Mitglied im Naturschutzbund Wettsaasen, entdeckte dieser Tage bei Nachforschungen eiszeitliche Kurzflügelkäfer, die in Mitteleuropa nur in der Rhön vorkommen. Ein Käferspezialist des Museums für Naturkunde Berlin bestätigte die Funde. Bei Untersuchungen der Tierwelt heimischer Quellen wurden kürzlich drei der Kurzflügler mit dem wissenschaftlichen Namen Boreaphilus henningianus festgestellt. Bei diesen Tieren handelt es sich um sogenannte Glazialrelikte. Darunter versteht man Lebewesen, die normalerweise nur in Polarregionen zu finden sind. Die Arten konnten sich während der letzten Eiszeit auch in gemäßigten Regionen ausbreiten. Als sich das Eis wieder zurückzog, blieben die »Eiszeitarten« bis auf den heutigen Tag oftmals in Bergregionen präsent. Die gelblichen bis braunen Kurzflügelkäfer messen nur etwa drei Millimeter und wurden bisher nur im Schwarzen Moor im bayerischen Teil der Rhön gefunden. Der Käfer lebt in diesem Torfmoor im Moos und in der Bodenstreu. Die drei gefundenen Weibchen wurden jetzt erstmalig auch in verschiedenen Quellen entdeckt, und zwar in Nähe des Schwarzen Moores auf hessischem Gebiet. Beim Betrachten der Winzlinge gerät man leicht ins Philosophieren, so Löhr. »Unter dem Auflichtmikroskop sieht man ja immerhin einen kleinen Käfer, dessen Vorfahren bereits vor 10 000 Jahren die Rhön besiedelten, und das ist schon etwas Besonderes.«

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