14. Oktober 2021, 21:21 Uhr

Ein Hotel als »Ort der Industriekultur«

14. Oktober 2021, 21:21 Uhr
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Aus der Redaktion

In einem Lokaltermin haben vor kurzem Verantwortliche des hôtel villa raab, der Stadt Alsfeld und der Region Vogelsberg zusammen mit dem Regionalmanagement Mittelhessen eine Tafel vorgestellt, die auf die Bedeutung des Hotels als Alsfelder Wahrzeichen hinweist. Sie stellt zugleich den Zusammenhang zur Industriekultur Mittelhessen her. Sie ist Teil eines EU-geförderten Projekts, das insgesamt 28 Tafeln und fünf Faltblätter bietet. Das Ganze wird über eine Smartphone-App und die Website indus triekultur-mittelhessen.de miteinander verknüpft.

»Wir wollten dieses Gebäude retten, erhalten und zum Strahlen bringen«, erläutert Tanja Bohn, die mit ihrem Mann Ralf das Gelände 2014 gekauft hat, ihre Motivation. Nach der Renovierung und einem aufwändigen Umbau in den Jahren 2015 und 2016 befindet sich in der repräsentativen Villa an der Altenburger Straße ein Hotel mit Restaurant.

Das Hauptgebäude wurde 1904 für den Fabrikanten Ludwig Raab errichtet. Bereits 1895 war die Alsfelder Pfeifenfabrik dorthin verlegt worden. Die Villa demonstrierte in markanter Weise den wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmers. Das gesamte Gelände wurde beim Umbau revitalisiert. Das Hotelrestaurant setzt einen Schwerpunkt auf regionale gastronomische Angebote.

Auch eine Freilichtbühne befindet sich auf dem Gelände. Bastian Heiser, Geschäftsführer des hôtel villa raab, erläutert: »Unser Motto heißt ›Villa zum Erleben‹ und deswegen bieten wir niederschwellige Veranstaltungen an, zu denen die Leute hingehen wollen. Bei der letzten Oldtimer-Ausstellung, den ›Kult-Blech-Klassikern‹, waren über 900 Menschen hier.«

Alsfelds Bürgermeister Stephan Paule ist dankbar für das Angebot. »Als Stadt können wir so eine Entwicklung zwar ermöglichen, aber dieses attraktive Alleinstellungsmerkmal wäre ohne Unternehmertum undenkbar.« Die erfolgreiche Wiederbelebung des Geländes sei Teil des permanenten Wandels des Wirtschaftsstandortes Alsfeld.

Eine DIN A3 große Tafel stellt die Verbindung zur Industriekultur Mittelhessen her und erinnert damit an die Geschichte(n) dieses Ortes. »Die Bedeutung von alltäglichen Orten für die Entwicklung unserer Region sichtbar machen« ist Ziel der beim Regionalmanagement Mittelhessen angesiedelten »Initiative Industriekultur Mittelhessen«.

Dank einer Förderung durch die Europäische Union für den ländlichen Raum wurde das Vorhaben in den letzten zwei Jahren umgesetzt: Insgesamt 28 Orte in ganz Mittelhessen wurden mit einer Tafel versehen, die über einen QR-Code mit einer App und der Web- site industriekultur-mittelhes sen.de vernetzt sind.

LEADER-Manager Thomas Schaumberg betont: »Das LEADER-Programm der EU sieht in der Zusammenarbeit große Chancen für innovative Projekte im ländlichen Raum. Daher sind wir dankbar, dieses Projekt als Kooperationsprojekt mit sieben hessischen LEADER-Regionen und dem Regionalmanagement Mittelhessen umsetzen zu können.« Das EU-Programm unterstützt Vorhaben in strukturschwächeren Gebieten, die Arbeitsplätze schaffen oder kulturelle Themen betreffen.

Das Thema Produktion ist für Alsfeld mit seiner verkehrsgünstigen Lage schon lange bedeutend. Orten eine sinnvolle Nutzung zu geben, ist der beste Weg, sie zu erhalten. Die Projekt-Faltblätter sprechen Zielgruppen an, die zu Fuß oder per Rad unterwegs sind. Im Blick sind Familien, vorgestellt werden Ausstellungen und man gibt sich »Industriekultur kreativ«.



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