13. Oktober 2021, 21:27 Uhr

Die Handtasche aus männlicher Sicht

13. Oktober 2021, 21:27 Uhr
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Aus der Redaktion
Banküberfall mit einer Handtasche: Autor Charly Weller liest im Vorwerk-Museum. FOTO: PM

Mit einem »Handtaschen-Krimi« und einer Ausstellung interessanter Taschen wartete die Abschluss-Veranstaltung der Veranstaltungsreihe rund um das modische Accessoire auf. In der Zehntscheune in Ulrichstein übernahmen Susanne Dützer vom Museum im Vorwerk und Helga Weigand als Veranstalterin von Karuszel-Gebirgskulturen die Begrüßung. Vor 25 Interessierten las dann der Autor Charly Weller.

Einige der Besucher waren neben der Lesung auch auf das Museum und seine Ausstellungen gespannt. Zusätzlich waren in den Ausstellungsräumen die Handtaschen drapiert, die eine ungewöhnliche Liaison unter anderem mit der alten Vogelsberger Küche bildeten.

Unvorhergesehene Wendung

Die Kombination von historischen Aspekten mit modernen Handtaschen war bisher noch nicht versucht worden und stellte sich tatsächlich als eine spannende Verbindung dar.

Die Gekommenen waren überrascht, vielleicht auch deshalb, weil das Thema Handtasche aus männlicher Sicht beschrieben wurde. Charly Weller, der Autor und Schriftsteller, hatte eigens für die Lesung eine Kurzgeschichte verfasst: eine Kriminalgeschichte, in der eine Handtasche und eine Aktentasche als nützliches Utensil für einen Bankraub herhielten.

Wellers Sprache, teilweise derb für die Ohren von Frauen, machte deutlich, dass nicht nur feinsinnige Aspekte der Handtaschen spannend sein können. Der Bankraub, der vergleichsweise in üblichen Bahnen verlief, endete völlig unvorhergesehen.

Denn dieser Bankraub, den ein Paar geplant und durchgeführt hatte, lieferte eine Beute von 30 000 Euro, was für eine Tageseinnahme einer Bank zu gering war. Das Paar, Bankräuber und Komplizin, verstanden die Welt nicht mehr. Davon, dass sich das restliche Geld in Luft aufgelöst hatte, erfuhren sie aus der Zeitung.

Nach vielen Verwicklungen, wie sie sich in einem Krimi aneinanderreihen, stellte sich heraus, dass der Kassierer der Bank den Löwenanteil der Beute für sich abgezweigt hatte und 270 000 Euro in seiner Aktentasche unbehelligt aus der Bank herausschaffen konnte.

Das unglückliche Paar, insbesondere die Frau, die ihre Handtasche benutzt hatte, um die Polizei auf eine falsche Spur zu führen, wurde verurteilt - und zwar für die gesamte Summe, obwohl die Beute ja deutlich geringer ausgefallen war.

So war die Handtasche der Komplizin für den Kommissar eine wichtige Spur und die Aufklärung des Bankraubes führte nach Jahren völlig zufällig zu dem Kassierer, der den Löwenanteil der Beute entwendet hatte. Gefunden wurde der Täter auf der Insel Sylt. Und so konnte er nun seiner gerechten Strafe zugeführt werden.

Nach der Lesung stellte sich Charly Weller den Fragen des Publikums, das über seine Schaffensweise einiges erfahren konnten.



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