09. Juli 2021, 21:17 Uhr

Debatte um Schrottlager

09. Juli 2021, 21:17 Uhr
Das Lager der Firma Inro im Industriepark Nieder-Ofleiden. Sie will die Kapazität für Eisen und Nichteisenschrott deutlich aufstocken. FOTO: JOL

Umstrittene Pläne der Firma Inro Rohstoffhandel: Das Unternehmen aus Stockstadt will die in Nieder-Ofleiden bestehende Anlage zur zeitweisen Lagerung von Eisen und Nichteisenschrott erweitern. Genehmigungsrechtlich gab es keine Probleme, da »keine erheblichen nachteiligen Umweltauswirkungen zu erwarten« seien. Auch eine Überschreitung der Schallschutz-Grenzwerte sei nicht zu erwarten.

Vor Ort wird die Sache etwas anders gesehen. Den Stadtverordneten lagen ein Antrag des Bürgerforums zu den Einwendungen gegen das Vorhaben sowie eine Anfrage der Grünen vor. Wegen Zeitüberschreitung konnten diese am Mittwoch nicht mehr verhandelt werden. Das wurde von Jutta Stumpf (Fraktionsvorsitzende Bürgerforum) kritisiert. Sie verwies darauf, dass die Frist für die Einwendungen bereits am Mittwoch kommender Woche abläuft.

Laut Aussagen aus dem Ort soll die bestehende Lagerkapazität von 9000 auf 36 000 Tonnen erhöht werden. Es wird befürchtet, dass damit deutlich mehr Lkw-Transporte einhergehen und die Verkehrsbelastung im Bereich des Industriegebietes erheblich steigt.

Das Thema beschäftigte kürzlich auch den Ortsbeirat in seiner Sitzung. Die Anlieferung des Schrotts soll per Bahn erfolgen, war dort zu hören, der Abtransport aber mit Lkw, wie Ortsvorsteher Frank Heller erläuterte. Das belaste die Anlieger in diesem Bereich, dennoch stehe er dem Vorhaben positiv gegenüber, sagte der Ortsvorsteher weiter. »Wir haben uns bislang mit den hiesigen Unternehmen immer vertragen.« Heller befürchtet gar eine »Hexenjagd« gegen das Unternehmen Inro Rohstoffhandel. Ortsbeiratsmitglied Michael Loth erinnerte daran, dass sich der Ortsbeirat auch zum Basaltwerk der MHI neutral verhalten habe. Das solle auch im vorliegenden Fall trotz der Belastung der Anwohner so geschehen.

Jacob de Haan wandte ein, dass man schon seit einiger Zeit versuche, den Lkw-Verkehr zum Gewerbegebiet aus der Ortslage herauszuholen. Es gehe »nicht an, die zusätzlichen Belastungen einfach zu ertragen«. Die Südanbindung zum Gewerbegebiet wäre aus seiner Sicht ein Gewinn für den Ort, »die kostet aber Geld«. Aber um den Gewerbestandort zu sichern, müsse das Geld in die Hand genommen werden.

Anwohner im Bereich Industriegebiet stehen dem Vorhaben weiter sehr kritisch gegenüber. Zudem stößt auf Unverständnis, dass der Sachverhalt bisher nicht den Stadtverordneten zur Beratung vorgelegen habe. Eine Offenlage der Pläne habe es nur über das Internet gegeben.

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