03. Dezember 2020, 21:57 Uhr

Chillen auf der Couch statt Singen?

03. Dezember 2020, 21:57 Uhr
Kunst und Kultur sind in Corona-Zeiten massiv runtergefahren und fehlen insbesondere zu Weihnachten. FOTO: JÖRN SUNDERMANN

Überall sind aufgrund der Corona-Pandemie die Weihnachtsmärkte abgesagt. Konzerte und ähnliche Veranstaltungen fallen aus, doch wie steht es eigentlich um die Kultur in Corona-Zeiten und was macht die Alsfelder Albert-Schweitzer-Schule mit den Veranstaltungen, die sonst traditionell in der Weihnachtszeit stattfinden?

»Zum Beispiel werden wir all die schönen Dinge, die wir mit Weihnachtsmärkten in Verbindung bringen, vermissen«, sagt Jörn Sundermann von der Presse-AG der Schule.

Auch in Hessen gibt es wieder besondere Regeln, die auch die Schulen betreffen. Schüler müssen auch in der Unterrichtsstunde und auf dem Pausenhof eine Maske tragen. Auch das Mischen von Schülern aus verschiedenen Klassen ist untersagt, sodass gemeinsame Weihnachtsaktionen entfallen.

So bleibt die Frage, was mit dem Weihnachtskonzert oder ähnlichen Veranstaltungen ist? Findet der Musikunterricht statt für Schüler, die ein Instrument spielen?

Musiklehrerin Antje Margold meint: »Schön, dass auch, wenn die Musik nicht klingen kann, wenigstens an sie gedacht wird.« Sie erzählt, dass das Adventskonzert leider abgesagt werden musste. Es hätten nur das Orchester und die Streicher der Orchesterklasse und ein paar Solisten ohne Gesang und Bläser auftreten können. Sowieso wäre es nicht gegangen, Massen an Zuschauern in die Kirche zu lassen. Dürfen denn die Streicher oder die Bands proben? Seit November dürfen sowohl das Orchester als auch die Rockband nicht mehr proben, so Margolf.

Die Streicher der 6. Klasse und die Bläser der 5. Klasse, die in den Räumen der Musikschule untergebracht sind, dürfen noch proben, da in der Musikschule ein anderes Hygienekonzept gilt. Was Motivation und die Stimmung angeht, so befürchtet sie, dass ein Großteil der aktiven Sängerinnen und Sänger nicht mehr in die Ensembles zurückkommt, »weil sie sich an das Chillen zu Hause und den vermehrten Internetkonsum gewöhnt haben«.

Der Hunger nach Aktivitäten und der musikalischen Gemeinsamkeit könne nach Corona aber auch erst recht groß werden und die Schule einen Boom in den Ensembles erleben. Margolf weiter: »Ich kann nur aus meiner persönlichen Sicht sagen, dass es mein erstes Weihnachten seit meinen Kindergartentagen sein wird, wo ich nicht die Auftritte und Konzerte bis zum Heiligen Abend zähle. Was mir oft zu viel gewesen ist, fehlt jetzt unheimlich und eben vor allem die Gemeinschaft, mit anderen Musik zu machen«.

Natürlich fehlt auch die Geselligkeit bei den Weihnachtsmärkten. Auch in Alsfeld, Lauterbach und in Schlitz wurde der alljährliche Weihnachtsmarkt abgesagt, doch sollen die Straßen mit Lichtern und geschmückten Weihnachtsbäumen verschönert werden.

Zum Schluss zieht die Presse-AG der Schule das Fazit, dass »das Corona-Virus der Kultur schadet«. Gerade zur Adventszeit sei es schön, wenn man mit Freunden auf einen Weihnachtsmarkt gehen, Konzerte besuchen und Weihnachtsfeiern genießen kann. Man könne jetzt nur hoffen, dass das »Fest wenigstens ein wenig Normalität bereithält«.

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