Vogelsbergkreis

Bürger fordern Stopp bei A 49-Weiterbau

In einem offenen Brief haben sich einige Homberger Bürger dieser Tage an den Magistrat gewandt. Es geht um den Weiterbau der A 49. Durch das Beauftragen eines Fachanwalts und die Feststellung von Versäumnissen seitens der Stadt in der Vergangenheit würden die negativen Auswirkungen für die Stadt durch den Autobahnbau immer deutlicher. »Wir sind der Meinung, dass unsere Heimatstadt Homberg und unsere Dörfer Appenrod, Dannenrod und Maulbach nur so lebenswert bleiben, wie sie jetzt sind, wenn der Bau der A49 verhindert wird.«
19. Februar 2021, 21:17 Uhr
Redaktion

In einem offenen Brief haben sich einige Homberger Bürger dieser Tage an den Magistrat gewandt. Es geht um den Weiterbau der A 49. Durch das Beauftragen eines Fachanwalts und die Feststellung von Versäumnissen seitens der Stadt in der Vergangenheit würden die negativen Auswirkungen für die Stadt durch den Autobahnbau immer deutlicher. »Wir sind der Meinung, dass unsere Heimatstadt Homberg und unsere Dörfer Appenrod, Dannenrod und Maulbach nur so lebenswert bleiben, wie sie jetzt sind, wenn der Bau der A49 verhindert wird.«

Folgende Punkte hätten in der Vergangenheit geltend gemacht werden müssen: Beweissicherungsverfahren für alle Straßen, die beim Bau der A 49 in Anspruch genommen werden, damit eventuelle Schäden komplett ausgeglichen werden. Das Problem, dass beim Auftreffen der A 49 auf die nur vierspurige A 5 Staus vorprogrammiert sind, war vorauszusehen.

Viele Staus befürchtet

»Hier wäre ein sechsspuriger Ausbau der A 5 zu fordern gewesen.« Die Strecke bis zum Reiskirchener Dreieck drohe künftig zum Dauerstaugebiet zu werden. Das bedeute eine weitere zusätzliche Verkehrsbelastung für Homberg und die umliegenden Orte.

Ein Lärmschutz- und Feinstaubgutachten für die gesamte Trasse im Stadtgebiet sei ebenfalls nicht gefordert worden. »Außerdem wäre zu verlangen gewesen, dass während der Bauzeit alle Vorschriften des Emissions- und Lärmschutzgesetzes jederzeit zu beachten sowie deren Einhaltung zu beweisen sind.«

Eine Herabstufung von Landes- und Kreisstraßen zu Innerortsstraßen hätte verhindert werden müssen bzw. die auf die Stadt zukommenden Belastungen dauerhaft ausgeglichen. Die Stadt habe keine Beweissicherung zu Veränderungen und Qualität des Wassers an Brunnen und eine Beteiligung am ergänzenden Verfahren zur Prüfung des Einhaltens der Wasserrahmenrichtlinien veranlasst. Auch die geplante Tank- und Rastanlage werde die Anwohner belasten.

Dass die Autobahn einen Aufschwung für Homberg bedeutet, sei nicht zu belegen. »Dann müsste Alsfeld mit zwei Autobahnanschlüssen das Zentrum der deutschen Industrie und Stadtallendorf eine Industriebrache sein.«

Bei der Vorstellung des Gutachtens zum geplanten Gewerbegebiet sei klar geworden, dass sich die Hoffnungen der Parlamentarier nicht erfüllen und keine hochwertigen Arbeitsplätze entstehen. Lediglich heimische Betriebe mit Erweiterungswünschen sowie Logistikunternehmen kämen als Interessenten infrage.

Auch passe der Neubau einer Autobahn nicht zu den geplanten Klimaschutzzielen.

Durch das Abholzen von gesundem Wald werde die Umwelt massiv geschädigt. Die Zement- und Stahlproduktion für den Bau der Autobahn bringe mehr CO2 in die Atmosphäre als der gesamte Verkehr.

Die Zustimmung zum Autobahnbau zurückzuziehen sei besser, als den Weiterbau der Autobahn weiter zu befürworten. Denn es gelte, »Schaden von der Stadt und ihren Bewohnern abzuwenden«.

Artikel: https://www.giessener-allgemeine.de/regional/vogelsbergkreis/buerger-fordern-stopp-bei-a-49-weiterbau;art74,724824

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