28. September 2022, 21:51 Uhr

Bild wandert zurück in »Wohnstubb«

28. September 2022, 21:51 Uhr
Avatar_neutral
Von Jutta Schuett-Frank
Das Ehepaar Heilmann aus dem Odenwald mit einem Werk Ernst Eimers, das sonst in der heimischen Wohnstube hängt. FOTO: SF

Die Bilder von Ernst Eimer sind beeindruckend. Das gilt auch für die Märchenbilder. Sie ähneln den heutigen Karikaturen und entfalten einen besonderen Charme. Vor rund einem Jahr war die Ausstellungseröffnung des hessischen Künstlers Ernst Eimer im Regionalmuseum Oberhavel. Dann wanderten die Bilder wieder zurück und waren in der Ernst-Eimer-Stube in Groß-Eichen zu bestaunen. Am Sonntag besuchten auch Margit und Dieter Heilmann aus Reichelsheim im Odenwald in der Ausstellung. Sie bestaunten die Vielfalt der Bilder. Das Ehepaar hatte ein Werk als Leihgabe zur Verfügung gestellt und das sollte wieder mitgenommen werden.

Dieter Heilmann erinnerte sich: Seine Großeltern und Eltern hatten im Odenwald einen Tanzsaal und dorthin wurden viele Kunstschätze ausgelagert. Sie sollten vor der Bombardierung Darmstadts in Sicherheit gebracht werden. Einige Zeit später, bei der Währungsreform, war das Geld noch immer sehr knapp. Die Besitzer konnten die Miete nicht bezahlen und ließen Gegenstände zurück. So geschah es mit dem Märchenbild von Ernst Eimer, welches dann seinen Besitzer wechselte. Fortan hing es im Tanzsaal und der Enkel Dieter Heilmann kann sich noch lebhaft daran erinnern. »Es hing an der Wand in der Bühnenmitte.« Bei allen Anlässen war es präsent, ob beim Tanz, bei Theatervorführungen oder wenn die Gesangvereine probten. 1956 wurde das Haus abgerissen und das Märchenbild verschwand in der Versenkung. Erst im Jahre 2002, als Vater Heilmann starb, ging das Bild in die Hände von Dieter und Margot Heilmann über. Das Bild ist außergewöhnlich groß und hat ein Format von 1,50 m x 90 cm. Seit 2002 hängt das Bild in der »kleinen Wohnstubb« und wird von allen Gästen und Besuchern der Heilmanns bewundert. Dieter Heilmann nahm mit Ruth Neeb Kontakt auf und so kam es, dass auch sein Bild mit an die Havel reiste und dort ausgestellt wurde. »Nun wird es aber Zeit, dass es wieder in die Wohnstubb kommt,« so das Ehepaar Heilmann. Parallel zu den Märchenbildern waren auch die Gemälde der zeitgenössischen Malerin Erika Christ aus Homberg noch einmal zu sehen.



0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos