03. November 2020, 21:57 Uhr

Bauherren stehen Schlange

03. November 2020, 21:57 Uhr

Bauen in Homberg ist »in«, immer mehr Bauplätze entstehen zurzeit, wie Bürgermeisterin Claudia Blum in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses sagte. Hintergrund waren Anträge von CDU, SPD und Grünen zu Baugebieten und einem Baulückenkataster, die mit dem Überblick über laufende Arbeiten »abgeräumt« werden sollten. Dem Überblick zufolge wird zurzeit das Baugebiet Appenrod mit acht Plätzen erschlossen, eine Bebauung kann im nächsten Jahr erfolgen. In Homberg wird der Bereich »Michelbach IV« zur Bebauung vorbereitet und in Nieder-Ofleiden ist die Hessische Landgesellschaft dabei, zehn Grundstücke bebaubar zu machen. Dort stehen allerdings 37 Interessenten Schlange, deshalb wünscht der Ortsbeirat die Ausweisung weiteren Baulands.

Insgesamt listete Blum 79 städtische Bauplätze auf, von denen 25 erschlossen und schnell bebaubar sind. Dem stehen 63 Bewerber um Baugrundstücke gegenüber.

Die Entwicklung von Baugebieten dauert ihre Zeit, wie in der Sitzung deutlich wurde. So laufen gerade die Vorarbeiten, um in Ober-Ofleiden im Bereich Erbsengasse weitere Bauplätze zu schaffen. Das Land hierfür ist erworben, es fehlt aber noch der Bebauungsplan, wie Blum erläuterte. Der Ausschuss war einstimmig dafür, die Planungen anzugehen. Doch so manches Baugebiet ist nur schwer zu vermarkten.

Es gibt in Bleidenrod zwölf Bauplätze, aber für eine Bebauung müsste die Stromleitung in dem Bereich umgelegt werden, was sehr teuer ist. In der Kernstadt ist es möglich, oberhalb der Umgehungsstraße ein Baugebiet zu schaffen. »Da müssten wir schauen, ob das Land erwerbbar ist«, erläuterte Blum. Denkbar ist auch die Bebauung der Wiese neben der Gesamtschule, dann müsste aber der Flächennutzungsplan geändert werden.

Baulücken erfassen

Eine Alternative ist die Suche nach Grundstücken in den Ortslagen, die bebaut werden können. Darauf zielt das Baulückenkataster, das die Grünen wünschen. Im Ausschuss einigte man sich darauf, Grundstücke ab einer Größe von 350 Quadratmetern aufzunehmen. Auf Anregung von Norbert Reinhardt (CDU) sollen alle Stadtteile berücksichtigt werden. Die Grundstückseigentümer müssen gefragt werden, ob sie einer Aufnahme in das Kataster zustimmen. Zunächst soll eine Information hierzu im Bekanntmachtungsblatt erscheinen.

Christiane Helm (Grüne) warb auch für das Leerstandskataster, um einen Überblick zu gewinnen, welche Gebäude nicht genutzt werden und eventuell zum Verkauf stehen. Eine solche Übersicht ist aber sehr arbeitsaufwändig, wie Blum erwiderte. »Dafür reichen die Kapazitäten im Bauamt nicht aus.«

Einstimmig brachte der Ausschuss einen Antrag der SPD auf den Weg, wonach ein kohlendioxidfreies Baugebiet geschaffen werden soll. Das könne über den Anschluss an ein Nahwärmenetz wie in Gontershausen erfolgen oder über Vorgaben für die einzelnen Heizungsanlagen, wie Alexander Stock erläuterte.

Blum zeigte sich offen dafür, solche Vorgaben bei den nächsten Bauleitplanverfahren mit einfließen zu lassen. Dabei geht es ihr um Nachhaltigkeit, die auch die Nutzung von Regenwasser umfasst.

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