Vogelsbergkreis

Bäume werden gekappt

Ein Großeinsatz der Polizei ließ bei den Autobahngegnern die Alarmglocken schrillen. Geschützt von zahlreichen Uniformierten gab es am Dienstag Forstarbeiten im Maulbacher Wald, um eine Starkstromleitung auf höhere Masten zu verlegen. Das ist für den Bau der Autobahn 49 notwendig. Autobahngegner befürchteten, dass unter Polizeischutz auch Bäume gefällt werden. Das Gelände war nach Angaben von Ortsbewohnern weiträumig abgesperrt.
02. November 2021, 21:32 Uhr
Redaktion
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Viele Polizisten sichern die Forstarbeiten zum Kappen von Bäumen im Maulbacher Wald. FOTO: CE

Ein Großeinsatz der Polizei ließ bei den Autobahngegnern die Alarmglocken schrillen. Geschützt von zahlreichen Uniformierten gab es am Dienstag Forstarbeiten im Maulbacher Wald, um eine Starkstromleitung auf höhere Masten zu verlegen. Das ist für den Bau der Autobahn 49 notwendig. Autobahngegner befürchteten, dass unter Polizeischutz auch Bäume gefällt werden. Das Gelände war nach Angaben von Ortsbewohnern weiträumig abgesperrt.

Die Arbeiten verliefen ruhig und ohne Störungen, wie die Polizei im Anschluss mitteilte. Ein Zivilfahrzeug bekam einen Platten, als es über einen offenbar selbst gebauten »Krähenfuß« gefahren ist.

Wie die Planungsgesellschaft des Bundes DEGES mitteilte, wurden am Dienstag Rückschnitte an Bäumen vorgenommen. Diese sind für die Betriebssicherheit der 110-kV-Hochspannungsleitung erforderlich und werden in einem Schutzstreifen entlang der Stromtrasse durchgeführt.

DEGES: Geringster Eingriff in Natur

Die Stromtrasse der Firma Avacon wird umgebaut, um den Bau der A 49 zu ermöglichen. Dazu zählen die Verlegung eines Mastes, der Umbau einiger Masten, die Errichtung eines Provisoriums für die Zeit der Umbauten sowie die Erneuerung der Leiterseile zwischen den Masten.

Da sich die Stromtrasse und der Schutzstreifen in einem Gebiet mit Bäumen befinden, sind Forstarbeiten erforderlich, um den sicheren Umbau und Betrieb der Hochspannungsleitung zu gewährleisten, wie DEGES mitteilt. Bäume werden im Bereich des verlegten Mastes auf eine Höhe von etwa acht Metern gekappt. Zwischen zwei Masten, die umgebaut werden, werden Bäume gekappt.

Der Planfeststellungsbeschluss für den Bau des südlichen Abschnitts der A 49 sieht die Anpassungen an der Stromtrasse vor und deckt laut DEGES diese Arbeiten ab.

Diese Maßnahme ist Teil der Freimachung des Baufeldes und fällt in die Zuständigkeit der DEGES. Der Bau der Autobahn wird von der A 49 Autobahngesellschaft umgesetzt. DEGES-Vertreter hätten mit allen Beteiligten verschiedene Überlegungen angestellt, wie die Stromtrasse umgebaut werden kann. Schließlich wurde in Abstimmung mit den zuständigen Behörden die Variante mit dem Kappen der Baumwipfel gewählt, »da sie die geringfügigsten Eingriffe in die Natur mit sich bringt und keine Fällungen von Bäumen erforderlich macht«.

Die Polizei begleitet die Rückschnittarbeiten an den Bäumen im Schutzstreifen der Stromtrasse entlang der A 49. Die Polizeidirektion Mittelhessen betont, dass sie ihrem gesetzlichen Auftrag nachkomme. Sie folge »dem Ersuchen der Forstbehörde auf Schutz der Arbeiter, der Arbeiten und der eingesetzten Maschinen«.

Dabei werde »die friedliche und gewaltfreie Meinungsäußerung und Versammlungsfreiheit durch die Polizei geschützt«. Straftaten sollen konsequent verfolgt werden. Die von der Forstbehörde eingerichteten Sicherheitsbereiche dürften nicht selbständig betreten werden.

Die bundeseigene DEGES realisiert den Neubau der A 49-Strecke von Schwalmstadt-Treysa zum Ohmtal-Dreieck im Auftrag der Autobahn GmbH des Bundes. Anfang Juli 2020 erteilte die DEGES den Zuschlag an die Strabag Infrastrukturprojekt GmbH. Der Vertrag beinhaltet die bauliche Erhaltung und Unterhaltung der A 49 zwischen der A 5 und Fritzlar für die nächsten 30 Jahre. Seit Herbst 2020 befindet sich die A 49 in Bau. Die Fertigstellung ist für 2024 vorgesehen.

Artikel: https://www.giessener-allgemeine.de/regional/vogelsbergkreis/baeume-werden-gekappt;art74,760818

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