06. Oktober 2021, 21:33 Uhr

Auf der Reise nach Fantastasien

06. Oktober 2021, 21:33 Uhr
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Von Nina Reichhardt
Akrobatik am Trapez: Gemeinsam mit Profis haben Homberger Grundschüler eine Zirkus-Show einstudiert. FOTO: NR

Homberg (nr). Strahlende Kinderaugen sowohl in der Manege als auch auf den Zuschauerplätzen waren in Homberg am letzten Wochenende garantiert. Denn in vier Vorstellungen begeisterten über 200 Grundschüler ihr Publikum.

Zu Beginn der Projektwoche wählten die jungen Artisten aus, bei welcher Darbietung sie auftreten möchten. Wer sportbegeistert war, ging oft zu den Artisten oder an das Trapez; die ganz wagemutigen Kinder trainierten für die Fakirnummer. Elegantes Balancieren auf dem Drahtseil oder die Jonglage gab es genauso auszuprobieren wie natürlich eine der wichtigsten Zirkusnummern: die Clownerie.

Unter Anleitung erfahrener Artisten wurde mit Spaß und Ehrgeiz trainiert, teilweise über sich hinausgewachsen. Kleine und große Erfolgsmomente auf ganz neuem Gebiet konnten erlebt werden, und der Enthusiasmus der Kinder war jeder einzelnen Darbietung anzumerken.

Fakire und Clowns

Gemeinsam mit Zirkusdirektor Lars Wasserthal erzählten die jungen Stars die Geschichte von Fantastasien, einem Ort an dem alles möglich ist, und an den jeder Erwachsene dringend hin und wieder reisen sollte, wenn er mal wieder vergessen hat, wie das Träumen funktioniert. Denn dort tauchen fabelhafte Gestalten im Schwarzlicht auf, tanzen elegante Artistinnen auf dem Drahtseil oder schaukeln hoch in den Lüften am Trapez. Ein Musketier übersteht unverletzte die Kiste - durchstoßen mit zehn Säbeln, Jongleure und Akrobaten wirbeln ihre Ringe umher, bezwingen den riesigen Hulahoop-Reifen und bilden hohe Menschenpyramiden. Mit bloßen Füßen trauen sich die Fakire auf Scherben und Nagelbretter, spucken obendrein Feuer und wirbeln die Flammen durch die Manege. Zauberer und Clowns unterhalten die großen und kleinen Zuschauer mit ihren Tricks während der Show.

Manches Kind wird in dieser Woche viele neue Erfahrungen mitnehmen, Es gibt Erfolgserlebnisse und Lob. Es wird über sich hinausgewachsen, und eigene Talente werden entdeckt. Alle gemeinsam haben erleben dürfen, dass der Zirkus nur als Team funktioniert: Einer passt auf den anderen auf, jeder hat ein anderes Talent, und zusammen klappt auch die gefährlichste Pyramide. Das Artistenteam hat auf einfühlsame Art den Schülern motivierend unter die Arme gegriffen, und viele Eltern staunten nicht schlecht darüber, welche, teils verborgenen, Talente das Team in ihren Kindern geweckt hat.

Den erfahrenen Artistinnen und Artisten merkten das Publikum ebenfalls an, wie froh sie darüber waren endlich auftreten und kleinen Leuten große Kunststücke beibringen zu dürfen. 15 Monate hatte die Corona-Pandemie das Zirkusteam zuvor in die ungewollte Pause gezwungen, bevor es endlich wieder die magischen Worte hören durfte: »Manege frei«.

Zirkus zum dritten Mal an der Schule

Auch für das Zustandekommen des ganzen Projekts war Zusammenhalt ein wichtiger Faktor. Allein mit der Unterstützung zahlreicher Sponsoren, dem schuleigenen Förderverein, dem Elternbeirat, vielen engagierten Lehrern und Eltern und nicht zuletzt dem Einsatz der Schulleitung konnte den Grundschülern diese Erfahrung ermöglicht werden, wie Schulleitern Eva Sartorius bei der Premiere nochmals deutlich unterstrich.

Die Artisten aus Soltau waren bereits zum dritten Mal an der Homberger Schule. Und eine Wiederholung wird ganz sicher geplant. »Nach Homberg kommen, das ist ein bisschen wie nach Hause kommen«, sagte Lars Wasserthal bei der letzten Vorstellung, und während des Abschiedslieds gemeinsam mit allen Kindern glitzerte die ein oder andere Träne im Knopfloch.



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