26. Mai 2014, 15:28 Uhr

Energiegenossen setzen auf Windpark-Projekte

Vogelsbergkreis (pm). Auf außerordentliche Resonanz stieß die Generalversammlung der Energiegenossenschaft Vogelsberg am Mittwoch in Lauterbach. Ein Ergebnis: Man will verstärkt in Windparks investieren.
26. Mai 2014, 15:28 Uhr
Der Vorstand der Energie-Genossenschaft Vogelsberg, von links: Norbert Reinhardt, Bernd Schmidt, Dr. Birgit Richtberg, Günther Mest. (Foto: pm)

Von 447 Mitgliedern waren 110 anwesend – ein Zeichen dafür, dass erneuerbare Energie die Menschen in der Region interessiert. Aufsichtsratsvorsitzender Ralph Kehl sagte zur Begrüßung, dass die gerade einmal 33 Monate alte Genossenschaft viel erreicht habe und von der Idee der Wertschöpfung in Bürgerhand nach wie vor überzeugt sei.

Dr. Birgit Richtberg, Vorstandsvorsitzende der EGV, erinnerte in ihrem Bericht daran, dass Photovoltaik ein verlässlicher Einstieg in die erneuerbaren Energien gewesen sei, mit ihren PV-Anlagen habe die relative junge Genossenschaft fast die 5000 kWp-Marke (Kilowatt-Peak = Nennleistung von Photovoltaikanlagen) geknackt, überzeugende Produkte hätten auch jüngere Mitglieder angesprochen. 2013 habe der EGV einen Anstieg der Mitgliederzahlen um 33% gebracht, das Geschäftsvolumen habe sich verdoppelt, der Einstieg in das Thema Wind sei vorbereitet worden. »Bei Wind ist mehr drin«, führte Dr. Richtberg aus, »mehr Rendite, aber auch mehr Risiko«. Die Höhe der Investition sowie die Windhöffigkeit bergen ein Risiko. Im Jahr 2013, so Dr. Richtberg weiter, sei ausreichendes Wissen in der Genossenschaft gesammelt worden, um verlässliche Projekte hinsichtlich Wertschöpfung und Risiko auszuwählen. »Die EGV wird außerdem nur dort tätig, wo es von den Menschen erwünscht ist«, betonte sie.

Richtberg gab den Rückzug aus dem Vorstand bekannt. Sie werde aber gerne im Aufsichtsrat mitarbeiten, so die Romröder Bürgermeisterin. Als ihr Nachfolger im Vorstand werde man dem Aufsichtsrat das bisherige Aufsichtsratsmitglied Lorenz Kock vorschlagen.

Vorstandsmitglied und EGV-Geschäftsführer Günter Mest stellte die neue Struktur der EGV vor: Mit zwei im Jahr 2013 gegründeten GmbHs, der VOBEG Solar und der VOBEG Wind, beteiligt sich die Genossenschaft als Komplementärin an der Solarstrom Freiensteinau GmbH sowie an geplanten Windenergieprojekten. Mest stellte die Zahlen des 2013 von der EGV erworbenen Solarparks Ober-Moos vor und unterstrich die strategische Bedeutung dieses Kaufs. Die Bilanzsumme 2013 betrug von 5,02 Millionen euro. Als Zinsen werden an die Mitglieder mehr als 50000 Euro ausgeschüttet. Insgesamt, so führte Mest aus, wurden im Berichtsjahr 4,5 Millionen Kilowattstunden Solarstrom von der Energiegenossenschaft eingespeist. Aus dem Überschuss 2013 sollen auf Vorschlag des Vorstands über die Ausschüttung hinaus 2% Dividende an die Mitglieder fließen.

Aufsichtsratsvorsitzender Ralph Kehl stellte die Arbeit seines Gremiums vor. Die EGV, so Kehl, wurde 2013 erstmals für die Jahre 2011 und 2012 vom Genossenschaftsverband überprüft. Der Verband bescheinigte geordnete Rechtsverhältnisse, Vermögens- und Finanzlage. Die Organisation des Vorstandes sei angemessen, der Aufsichtsrat sei seiner Arbeit nachgekommen. Kehl dankte den Vorstandsmitgliedern Dr. Birgit Richtberg, Günter Mest, Norbert Reinhardt und Bernd Schmidt für ihr Engagement und ihre Kompetenz sowie den Mitgliedern des Aufsichtsrates.

Die Versammlung votierte einstimmig für die Feststellung des Jahresabschlusses 2013 sowie die vom Vorstand vorgeschlagenen Verwendung des Überschusses. Sie entlastete Vorstand und Aufsichtsrat.

Günter Mest sagte zu den aktuellen Planungen, dass im Photovoltaikbereich derzeit keine substanziellen Investitionen zu erwarten seine. Mitglieder, die investieren möchten, könnten noch Anteile am Solarpark Ober-Moos zeichnen. Um das Thema Wind angemessen voranzutreiben, arbeite die EGV an drei Projekten: Geplant sind Beteiligungen an zwei Windparks in Kirtorf und einem in Neustadt. Bei allen drei Projekten arbeite die EGV mit Partnern zusammen, plane aber, einige Windkraftanlagen in Eigenregie zu übernehmen. Die Inbetriebnahme aller Anlagen sei für das Jahr 2015 vorgesehen. Die EGV engagiere sich dort mit 25 Millionen Euro, Beteiligungsangebote an die Mitglieder würden noch erfolgen.

Dem einstimmig gewählten Aufsichtsrat gehören an: Dieter Bock (Homberg), Lothar Bott (Gemünden), Dirk Eschenröder (Lautertal), Thomas Groll (Neustadt), Martin Hank (Lauterbach), Norbert Jäger (Lauterbach), Ralph Kehl (Gemünden), Ingrid Koch (Großenlüder), Ulrich Künz (Kirtorf), Norbert Lautenschläger (Lauterbach), Rüdiger Rausch (Lautertal), Dr. Birgit Richtberg (Romrod), Walter Ritz (Schlitz), Stephan Rühl (Alsfeld) und Willi Zinnel (Schotten).

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