Vogelsbergkreis

VR Bank verzeichnet Wachstum bei Neukrediten

Vogelsbergkreis (jol). Chancen in schwierigen Zeiten genutzt, so lautet die Bilanz bei der VR Bank HessenLand. Am Dienstag stellte der Vorstand eine überaus positive Bilanz für das vergangene Jahr vor.
22. Januar 2013, 18:23 Uhr
19_26 - B_130132_1
Positive Bilanz für die VR Bank, von links, Helmut Euler, Werner Braun, Ralph Kehl und Uwe Philippi. (Foto: jol)

An der Schnittstelle der Landkreise Vogelsberg, Schwalm-Eder und Marburg-Biedenkopf verzeichnete man ein 4,8 Prozent höheres Kreditgeschäft, besonders stark wuchs die Zahl der Neukredite, unter anderem bei regenerativen Energien. Mehr Mitglieder und etwas mehr Mitarbeiter zeigen den Aufwärtstrend an.

Ausdrücklich »gut gelaunt« war Helmut Euler, der Vorstandsvorsitzende erinnerte sich besonders gerne an die Auszeichnung »Bank des Jahres« durch die Oskar-Patzelt-Stiftung. Damit wurde belohnt, dass die VR Bank HessenLand in besonderem Maße dem Mittelstand zugewandt ist. Darauf legen Euler, seine Vorstandskollegen Werner Braun sowie Ralph Kehl und Bereichsleiter Privatkunden, Uwe Philippi, viel Wert: Die VR Bank gehört 39785 Mitgliedern, meist aus der Region. Den Kunden gehört also die Bank, auf die Region Kirchhain, Schwalm, Alsfeld zielt die Geschäftsstrategie.

So ist die VR Bank im Boom-Bereich der Region sehr engagiert, unterstützt die drei Energiegenossenschaften im Gebiet und profitiert vom Geschäft mit Windkraft und Biogas. »In diesem Jahr hoffen wir auf 20 Millionen Euro an Investitionen für erneuerbare Energien in unserer Heimat«, kündigte Euler an. Kehl meinte, dass man den Bioenergie-Dörfern viel Expertise anbieten kann, so zur Gründung einer Genossenschaft.

Der Zuwachs an Mitgliedern um 1260 in einem Jahr kann auch daran liegen, dass die Berater der Bank keine Vorgabe haben, nur die Kredite des eigenen Hauses zu empfehlen. So wurden im Vorjahr 20 Mio. E an Förderkrediten vermittelt, wie Euler stolz berichtete. Das sind zinsgünstige Kredite der bundeseigenen Kfw und anderen Einrichtungen, mit denen der Bund Energiesparen fördert. Für Banken bedeutet das mehr Arbeit mit der Suche nach dem richtigen Förderprogramm und eine geringe Gewinnmarge. Philippi meinte dazu, »wir fördern unsere Mitglieder«, um Investitionen in der Region zu halten. Und durch die Vermittlung günstiger Kredite gewinne man Kunden, was langfristig besser sei als ein kurzfristiger Zinsgewinn.

Das Konzept geht offenbar auf: Trotz geringer Gewinnmargen durch die Niedrigzins-Politik der Europäischen Zentralbank ist die Bilanzsumme gestiegen. Im Vorjahr verbuchte die VR Bank 1,745 Milliarden Euro nach 1,484 Mrd im Jahr zuvor. Das Eigenkapital konnte um 6 Millionen Euro verstärkt werden, nun stehen 122 Millionen in der Rücklage – eine Absicherung für die ausgeliehenen Gelder, wie Braun betont. Damit hält die Genossenschaftsbank mühelos die vorgeschriebenen Eigenkapital-Kriterien ein. Erfreulich für die Region: 2,9 Millionen Euro an Steuern wurden gezahlt, in Alsfeld gehört die VR Bank zu den besten Steuerzahlern. 190000 Euro wurden an Spenden ausgeschüttet. Die VR Bank ist in der Region verwurzelt, verzeichnet aber auch beim Online-Banking erstaunliche Zugriffszahlen. Der Onlinebereich hatte im Vorjahr 4260 Besucher pro Tag, mehr als in die 29 Geschäftsstellen kommen.

Das Zukunftskonzept nach Befragungen von Mitarbeitern und Kunden setzt auf Vertrauensführerschaft bei Beratung, Sympathiewerbung über Spenden, VRmobile und Veranstaltungen sowie Innovationen wie »Nacht der Bewerber« und Stipendien, um Nachwuchs in der Region zu halten.

Eine »sehr schmucke Tochter« ist »Raiffeisen Waren«, wie Kehl erläuterte. In den Bereichen Agrar, Baustoffe und Energie haben da 139 Mitarbeiter 85 Millionen E Umsatz gemacht. Über vier Jahre wurden 8,1 Mio. investiert.

Die VR Bank HessenLand im Jahr 2012:

Bilanzsumme: 1,745 Mrd E (2011: 1,485 Mrd.)

Kundenanlagen: 1,398 Mrd. (1,383 Mrd.)

Kundenkredite: 790 Mio. (754 Mio.)

Neukreditzusagen: 136 Mio. (99 Mio.)

Eigenkapital: 122 Mio. (116 Mio.)

Dividende: 7 % (7%)

Mitglieder: 39785 (38525)

Mitarbeiter (als Vollzeit): 267 (263)

Ausbildungsplätze 37 (39)

Artikel: https://www.giessener-allgemeine.de/regional/vogelsbergkreis/art74,78046

© Giessener Allgemeine Zeitung 2016. Alle Rechte vorbehalten. Wiederverwertung nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung