13. Oktober 2020, 21:36 Uhr

Menschenkette am »Danni« geplant

13. Oktober 2020, 21:36 Uhr

Das Bündnis, das am 4. Oktober zur bislang größten Demonstration am Dannenröder Wald eingeladen hatte, kündigt eine Menschenkette am »Danni« an. Aus Protest gegen die Rodung und für eine klimagerechte Verkehrspolitik sollen sich Menschen am 25. Oktober »schützend vor den Wald stellen«. Der Widerstand gegen die Autobahn wachse stetig, heißt es: »Wir werden unsere Zukunft nicht verbauen lassen«, so Lilly Claudi von »Fridays for Future«. Als Schutz in der Corona-Pandemie wollen die Demonstranten den Mindestabstand mithilfe von zwei Meter langen bedruckten Bändern einhalten und Masken tragen.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), das Aktionsbündnis »Keine A49«, Campact, »Fridays for Future« und die Naturfreunde Deutschland fordern einen sofortigen Stopp der Baumfällungen.

Darüber hinaus haben sich am Montagabend wieder Bewohner aus Homberg und umliegenden Orten zu einer Demo versammelt. Die Gruppe aus rund 70 Menschen startete am Schulzentrum, von dort ging es zum Kreisverkehr vor dem Familienzentrum und vor das Rathaus.

Auf der Rathaustreppe wurden »Erinnerungen an den Maulbacher Wald« platziert, so ein Baumstamm, einige Äste, Laub. Zudem war Müll dabei, den Polizisten im Maulbacher Wald hinterlassen hätten. Eine Vertreterin von Extinction Rebellion sprach bei der Kundgebung. Allerdings rennt den Protestlern die Zeit davon. Am Montag ließ die Projektgesellschaft DEGES unter erneut großem Polizeiaufgebot weitere Areale im Herrenwald bei Stadtallendorf roden. Dort gehen die Arbeiten in den nächsten Tagen weiter.

Die DEGES hatte angekündigt, man wolle bis Ende November alle notwendigen Fällarbeiten für das letzte Autobahnstück abschließen. Ob das klappt, hängt davon ab, wie schnell die Räumung im Dannenröder Forst umgesetzt werden kann. Dort befindet sich der größte Stützpunkt der Waldbesetzer, die gegen den Weiterbau der A49 kämpfen.

Zudem laufen weitere Klagen gegen Gerichtsentscheide, hiervon erwarten sich Unterstützer eine aufschiebende Wirkung für die weiteren Rodungsarbeiten, was bisher nicht erreicht wurde.

Des Weiteren blockierten Autobahngegner erneut Zufahrten zur Firma Ferrero in Stadtallendorf. Später kam es bei Räumungsaktionen im Herrenwald am Montag erneut zu gewaltsamen Zusammenstößen mit der Polizei. Aktivisten hätten eine Polizeisperre durchbrochen und seien in einen militärischen Sicherheitsbereich eingedrungen. Bei der Kontrolle flüchteten zwei Personen und versteckten sich in einer Kuhle. Als die Polizei einen Mann aus dem Versteck ziehen wollte, habe dieser einem Polizisten mit der Faust ins Gesicht geschlagen. Bei der Festnahme sei Pfefferspray eingesetzt worden. Zwei Polizeibeamte seien verletzt worden, der Angreifer nicht, es seien aber bei allen vom Pfefferspray Betroffenen »noch vor Ort die Augen ausgespült worden«. Gegen den Angreifer erstattete die Polizei Anzeige.

Kritik an Einsätzen

Am Dienstag kam es vor Beginn der Rodungsarbeiten zur Räumung eines Camps im Herrenwald. Mehrere Menschen befanden sich auf Plattformen in den Bäumen. Die Polizei setzte ein Kletterteam ein, um die Autobahngegner von den Bäumen zu holen. Gegen Mittag war die Räumung des Camps beendet. »Die Polizei will keine Verletzten - auf keiner Seite«, lautete angesichts der Umstände erneut der Appell der Ordnungshüter. Massive Kritik an der Polizei kam erneut vonseiten der Aktivisten auf, so seien einzelne Autobahngegner über Gebühr lange festgehalten worden oder hätten auf dem kalten Waldboden ausharren müssen.

Harsche Kritik hagelte es in den vergangenen Tagen zudem von Dorfbewohnern von Maulbach. Tagelang sei das Dorf quasi belagert worden, es seien schwere Maschinen durch den Ort gedonnert und Eltern hätten ihre Kinder nicht auf die Straße gelassen. Rund um einen Einsatz zwischen Dannenrod und Appenrod, um fünf Aktivisten von einer Planierraupe zu holen, hatten Beobachter nach eigenen Angaben »87 Polizeibusse« gezählt.

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