04. Oktober 2020, 18:03 Uhr

Pflegekräfte haben es nicht leicht

04. Oktober 2020, 18:03 Uhr
Geschafft: Nach der dreijährigen Ausbildung an der Vogelsberger Pflegeakademie haben die frisch gebackenen Altenpflege- Fachkräfte ihr Examen in der Tasche. FOTO: PM

Auf den ersten Blick ist alles wie immer. Der Raum ist mit Luftballons und Luftschlangen geschmückt, auf der Tafel steht ein »Herzliches Willkommen«, die musikalische Einleitung fehlt ebenso wenig wie das Theaterstück. Aber eben nur auf den ersten Blick.

Denn Corona verändert alles - auch die Examensfeier an der Vogelsberger Pflegeakademie in Alsfeld. Diesmal sind die Absolventen und Dozenten unter sich - mit Mundschutz und auf Abstand. »Wir sind froh, dass wir sie ausbilden durften«, sagt Schulleiter Thomas Müller, der den Absolventen gratuliert. Drei Jahre lang wurde auf das Examen hingearbeitet, das aus einer praktischen, einer schriftlichen und einer mündlichen Prüfung bestand. Den Titel »examinierter Altenpfleger« bezeichnet Müller als »Qualitätsbezeichnung« und »Verpflichtung« zugleich. »Dies gilt um so mehr, als dass die Altenpflege im Wandel begriffen ist und die Anforderungen ständig zunehmen.« Aus ökonomischer und politischer Sicht werde immer mehr die multifunktionale Einsetzbarkeit von entsprechend ausgebildeten Pflegekräften gefordert. Das zeige die Einführung des neuen Pflegeberufsgesetzes nur sehr deutlich. Ob das gut sei, werde sich zeigen - »Sie allerdings sind echte Altenpflege-Fachkräfte,« ruft Müller den Absolventen zu. »Ihre Ausbildung entspricht aktuell einem höheren Niveau als die zukünftige Altenpflegespezialisierung nach dem in Pflegeberufegesetz.« Im Berufsleben, so Müller, müssten Prioritäten gesetzt werden im Sinne einer Pflege, die mehr ist als nur handwerkliches Können. Zwei Dinge müssten zusammenfließen: die medizinische und die soziale Pflege. »Das wir nicht immer leicht sein, denn recht verstandene Pflege darf nicht zu Lasten der sozialpflegerischen Aspekte gehen«, unterstreicht der Schulleiter.

Mehr als medizinische Pflege

»Sie werden sich in einem Spannungsfeld bewegen, in dem es nicht leicht sein wird, verantwortungsvolle Pflegekraft zu sein.« Sozialpflege bedeute Zeit, die kaum abrechenbar sei und oftmals unberücksichtigt bleibe. »Gerne möchten Sie mehr tun. Aber oft ist keine Zeit mehr für das, was den Menschen neben seinen leiblichen Bedürfnissen ja auch ausmacht, hat er doch auch geistige und seelische Bedürfnisse.«

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