01. Oktober 2020, 21:48 Uhr

Ein Gespräch zur Tütensuppe

01. Oktober 2020, 21:48 Uhr
Am Gabenzaun an der katholischen Kirche können weiter Dinge angebracht werden. Aber Achtung: Es sollen keine Lebensmittel mehr dabei sein. FOTO: PM

Kleine Shampoos, Federbälle, Suppenpäckchen, ja sogar Kräuterpflanzen - am »Gabenzaun« tummeln sich alle möglichen Gegenstände. Seit Mai gibt es ihn, den sogenannten Gabenzaun, den Mitarbeiter des Hauses der katholischen Kirche in Alsfeld auf beiden Seiten der Kirche errichtet haben (Schellengasse 26 und Im Grund 13). Regelmäßig wird er mit allerlei Gaben bestückt (Hygieneartikel, Kindersachen, haltbare Lebensmittel, Selbstgebasteltes, Spruchkarten). Die Stadt hatte hierfür mehrere Bauzäune zur Verfügung gestellt.

»Nach vier Monaten ist es Zeit, ein Resümee zu ziehen und zu schauen, wie der Gabenzaun weiterentwickelt werden kann«, sagt Pfarrer Wojcik. Gemeinsam mit Hedwig Kluth, Renate Loth und Kathrin Landwehr hatte er die Idee entwickelt. Ursprungsgedanke des Gabenzauns war es, Menschen in Zeiten von Corona mit Gebrauchsgegenständen für den alltäglichen Bedarf eine Form der Unterstützung anzubieten.

»Es hat sich gezeigt, dass Hygieneartikel, Lebensmittel und Spielsachen von den Menschen am häufigsten vom Zaun genommen und offenbar am dringlichsten gebraucht werden«, berichtet Renate Loth. »Teilweise waren die Sachen schon kurz nach dem Anbringen wieder weg.«

Manche Menschen hätten im Vorbeigehen am Gabenzaun spontan Halt gemacht und geschaut, ob etwas Brauchbares dranhängt. Andere seien bewusst zum Gabenzaun gekommen und hätten mal eine kleinere, mal eine größere Menge von Gegenständen eingepackt.

Doch dreht sich wirklich alles nur um ein Stück Seife, ein Blatt Papier oder ein Päckchen Tütensuppe? »Viele Menschen, die an den Gabenzaun kommen, haben nicht nur einen Bedarf nach Gebrauchsgegenständen, sondern sie sehnen sich nach einem Gespräch und nach jemandem, der ihnen zuhört oder der für sie ein aufmunterndes Wort hat«, erzählt Hedwig Kluth, die am Gabenzaun mehrere spontane Gespräche geführt hat. »Diese Begegnungen sind für die Menschen sehr wertvoll.«

Pfarrer Wojcik ergänzt: »Das ist für uns als Kirche ganz wichtig, dass der Zaun nicht nur eine Abholstation für Gegenstände ist, sondern dass auch echte Begegnung und Seelsorge stattfinden kann.«

Positiv sei auch, dass nicht nur die Initiatoren, sondern auch Menschen aus der Pfarrgemeinde und der Stadt den Zaun mit Gegenständen bestückt und Drogeriemärkte durch Sachspenden den Zaun unterstützt hätten.

Keine Lebensmittel mehr aufhängen

Aufgrund der Erfahrungen hat sich das Organisationsteam dazu entschlossen, den Gabenzaun vorerst weiterzuführen, solange es die Witterungsverhältnisse zulassen. Allerdings sollen ab sofort nur noch Hygieneartikel, Spielsachen, Gebrauchsgegenstände für den alltäglichen Bedarf sowie Selbstgebasteltes und Spruchkarten an den Zaun gehängt werden. Die Initiatoren weisen ausdrücklich darauf hin, dass Lebensmittel, Pflanzen und Kleidung nicht mehr an den Zaun gehängt werden sollen. Hierfür bieten sich andere soziale Einrichtungen in Alsfeld an wie etwa die Tafel oder die »Kinderkiste«.

»Wer für den Zaun etwas beisteuern möchte, ist herzlich eingeladen, seine Gaben jederzeit an den Zaun zu hängen«, so Kathrin Landwehr. Hierfür sei es wichtig, dass die Gebrauchsgegenstände in einwandfreiem Zustand und gut benutzbar sind. Um sie vor Regen zu schützen, sollten alle Gegenstände in durchsichtige Tüten gepackt und eventuell beschriftet werden, damit der Inhalt deutlich wird.

Wer selbst keine eigenen Gaben für den Zaun zur Verfügung hat, aber die Aktion unterstützen möchte, könne dies mit einer Sach- oder auch Geldspende tun, so das Organisationsteam (Kontoverbindung der Pfarrei St. Christophorus Alsfeld, Bankinstitut: Sparkasse Oberhessen, IBAN: DE64 5185 0079 0305 0427 73, Verwendungszweck: Gabenzaun). Die Projektverantwortlichen kaufen dann stellvertretend »Gaben« für den Zaun ein.

Wer mehr über das Projekt erfahren oder mitarbeiten möchte, der kann sich im Haus der katholischen Kirche melden (Renate Loth, Telefon 06631/77 651-0).

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