27. September 2020, 19:43 Uhr

»Autobahn bringt Menschen viele Vorteile«

27. September 2020, 19:43 Uhr
Werbeaufkleber der Autobahnunterstützer.

Der Zuspruch zur Initiative »JA 49«, die der Verein Regionalmanagement Mittelhessen angestoßen hat, sei ungebrochen, heißt es in einer Mitteilung des Vereins. Nach wie vor sendeten betroffene Menschen ihre persönlichen Gründe für den Weiterbau der A49 und belegten damit, »auf wie viel Unterstützung der Lückenschluss bauen kann«. Danach nennen die Befürworter vor allem eine Reduzierung des Verkehrs in ihren Orten und kürzere Arbeitswege.

Die Unternehmer setzen auf die A 49, weil sie durch die Autobahn Zeit und Kosten sparen und sich die Umweltbilanz ihrer Fahrzeugflotten verbessert.

Dabei äußern sich Anwohnern, Arbeitnehmern und Unternehmern, die belegten, welche »Vorteile die A49 den Menschen in der Region Mittelhessen bringen wird.«

Ein Mitarbeiter der Marburger Tapetenfabrik in Kirchhain rechnet seinen Arbeitsweg vor: »Ich fahre aktuell 32 km und brauche dafür 30-40 Minuten - je nach Verkehrslage. Durch den Lückenschluss wird sich die tägliche Fahrtzeit um durchschnittlich eine halbe Stunde verringern. Außerdem werden sich die Fahrtwege Richtung Kassel - nicht mehr das elendige Gegurke über die Landstraße bis nach Alsfeld - und damit die Anschlussmöglichkeiten deutlich verbessern.« Auch Unternehmer aus dem Vogelsbergkreis, darunter ein Logistikunternehmer aus Mücke-Atzenhain, sprechen sich für die Autobahn aus: »Deutschland, und insbesondere unser Hessen, ist ein Transitland. 72 Prozent aller Güter werden in Deutschland über die Straße transportiert, 18 Prozent auf der Schiene. Der Güterverkehr wird laut Statistischem Bundesamt und Bundesamt für Güterverkehr bis 2030 nochmals um 30 Prozent zunehmen. Und dies liegt nicht an der Politik oder Wirtschaft, sondern am geänderten Konsumverhalten von uns allen - Stichwort Online-Handel und Lieferung über Nacht. Ich kenne kein Autohaus oder keinen Einkaufsmarkt, die einen Bahnanschluss haben. Wer jetzt immer noch davon redet, dass die A 49 nicht gebraucht wird, hat wenig Sinn für die Realität. Für unser Unternehmen verkürzt sich die Fahrstrecke in Richtung Norden und wir müssen uns nicht mehr über die Kasseler Berge quälen. Weniger gefahrene Kilometer und eine bessere Topografie bedeuten auch, mehr Sicherheit auf der Straße, weniger Lärm und Belastung des untergeordneten Straßennetzes, sowie hunderte Tonnen weniger CO2-Ausstoß des Fuhrparks - auch ein Beitrag zum Umweltschutz.«

Ein Unternehmer für Fertigungstechnik in Gemünden (Felda) freut sich ebenfalls: »Gemünden erhält durch den Lückenschluss einen deutlich besseren Zugang zur Autobahn. Für große Transporte wird der zweispurige Zugang über Homberg (Ohm) unsere Beschaffungslogistik deutlich verbessern. Der Warenverkehr Richtung Kassel wird deutlich vereinfacht. Der CO2-Ausstoß für gesamte Ein- und Ausgangsfrachten wird sich reduzieren.«

Ein Anwohner aus Lischeid lebt mit seiner Familie an der B3: »Wir müssen seit Jahren Lärm, Abgase und stark zunehmenden Durchgangsverkehr ertragen. Die Lebensqualität aller B3-Anwohner in den Dörfern von Kerstenhausen bis Cölbe ist stark eingeschränkt. Hinzu kommt die tägliche Sorge um Kinder und Enkel, die den Gefahren des fließenden, oft rasenden Verkehrs ausgesetzt sind.« Zugleich appelliert er an die Waldbesetzer im Dannenröder Forst, die Blockade zu beenden: »Ihr lebt in einer freiheitlichen Demokratie. Dazu gehört auch, dass Ihr den Willen der überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung Nord- und Mittelhessens, der durch alle demokratischen Gremien und juristischen Instanzen bestätigt wurde, anerkennt und respektiert. Bitte beendet Eure Blockadeaktion.«

Ein Anwohner der B 454 aus Neustadt schildert nachvollziehbar: »Ich wohne in der Bahnhofstraße direkt an der Bundesstraße und ich bin des Verkehrs langsam leid. Ich wurde hier geboren und wohne seit 71 Jahren an dieser Bundesstraße. Von Jahr zu Jahr wurde der Verkehr mehr. Ich hoffe, endlich mit offenem Schlafzimmerfenster schlafen zu können, was zurzeit nicht möglich ist auf Grund des hohen Verkehrs- und Geräuschsaufkommens.«

Sein Nachbar aus Kirchhain von gegenüber ergänzt: »Die letzten zehn Jahre hat der Verkehr unwahrscheinlich zugenommen. Ich erhoffe mir, dass ich irgendwann mal ordnungsgemäß aus meiner Hofausfahrt richtig rauskomme. Denn es gibt Tage, da stehe ich zehn Minuten hier drin und komme nicht raus. Ich erhoffe mir vom Weiterbau der A 49, dass der Schwerlastverkehr draußen bleibt und um Neustadt rumgeführt wird.«

Auch ein Marburger wünscht sich die A 49: »Da ich als Schwerbehinderter, der im Rollstuhl sitzend transportiert werden muss, zwei Jahre lang wöchentlich zweimal zur Ausbildung von Marburg nach Kassel fahren musste. Die kurvenreiche B3 war äußerst belastend und hat mich mehrere Jahre meines Lebens gekostet und viele gesundheitliche Probleme beschert. Auch wenn mir das Ende der A49 in Reiskirchen am Kreuzungspunkt mehrerer Autobahnen lieber gewesen wäre, freue ich mich, wenn ich wieder unbeschwert nach Kassel fahren kann, wie es 1926 einmal geplant war.«

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