24. September 2020, 20:46 Uhr

Dieter Boß steuert Abfallpolitik

24. September 2020, 20:46 Uhr

Dieter Boß kommt in turbulenten Zeiten an die Spitze des Vogelsberger Abfallverbandes. Am Mittwoch wurde der CDU-Politiker aus Storndorf zum Vorsteher des Zweckverbands Abfallwirtschaft (ZAV) gewählt. Er tritt kein leichtes Erbe an, seit dem plötzlichen Tod von Geschäftsführer Hansjörg Fuchs zu Jahresanfang war der Verband auf der Suche nach einem neuen Verwaltungschef. Es kann noch bis in das nächste Jahr dauern, bis diese zentrale Position besetzt ist.

Das bedeutet umso mehr Arbeit für den Vorstand des ZAV unter Leitung des Vorstehers. Nach dem Rückzug von Rainer-Hans Vollmöller übernimmt Boß mit dem Vorstandskollegen die Verantwortung für einen Etat von über zehn Millionen Euro, der sich weitgehend aus den Müllgebühren speist. Auf der Ausgabenseite ist vor allem die Deponie Bastwald ein Schwergewicht. Denn für die Nachsorge des Müllbergs bei Brauerschwend sind Millionen nötig. Nach der Stilllegung wird der Verband dafür verantwortlich sein, dass kein Sickerwasser in den Untergrund läuft und keine schädlichen Abgase austreten können.

Boß ist seit langen Jahren im Vorstand des Verbands, wie Dr. Hans Heuser sagte, als er den Schwalmtaler für das Amt vorschlug. Boß wurde mit 21 Stimmen gewählt, auf Friedel Kopp (FW) entfielen elf Stimmen bei sechs Enthaltungen. Kopp war bereits in früheren Jahren Vorsteher und wurde diesmal von Lothar Bott vorgeschlagen. Bott sagte, in den Zeiten der Vakanz im Geschäftsführerbüro sei eine Person mit Verwaltungserfahrung besonders wichtig. Der frühere Bürgermeister von Freiensteinau bringe diese Qualifikation mit.

Rücklagen aufgezehrt

Nach der Wahl gab es einen weiteren geheimen Wahlgang. Für das Amt des stellvertretenden Vorstehers traten Michael Refflinghaus (CDU) und wiederum Kopp an. Diesmal wurde es knapper, mit 19 Stimmen ging die Runde an den Rechtsanwalt aus Alsfeld, 16 Abgeordnete votierten für Friedel Kopp.

Dass erfahrene Kommunalpolitiker an die Spitze des Verbandsvorstands gewählt wurden, liegt an der Konstruktion des ZAV. Der Verband wird von den 19 Städten und Gemeinden des Vogelsbergkreises getragen, um die kommunale Aufgabe der Müllentsorgung zu übernehmen. Dadurch ergeben sich geringere Kosten, weil Müllabfuhr, Behandlung und Entsorgung der verschiedenen Fraktionen gemeinsam billiger zu erledigen sind. Kontrolliert wird die Verwaltung durch die Verbandsversammlung, die wie in Kommunen einen Vorstand für die Überwachung der laufenden Arbeit wählt. Hauptaufgabe der Verbandsversammlung ist die Kontrolle der Finanzen. Das wird nun etwas einfacher, wie die Versammlung einstimmig beschloss. Alle drei Monate soll der Stand der Haushaltswirtschaft durch Verwaltung und Vorstand dargelegt werden. Das ist gesetzlich vorgeschrieben, war aber bislang unterblieben.

Die CDU-FDP-Fraktion hatte die Finanzberichte beantragt; Dr. Heuser erläuterte, dass die Debatte um die Abfallgebühren in diesem Jahr die Dringlichkeit solcher Berichte aufgezeigt hat. In den Vorjahren wurden Rücklagen aufgezehrt, das war nicht jedem Abgeordneten präsent.

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